Grigori Katz

Grigori Katz

Grigori Katz zählt zu den profiliertesten Kontrabassisten im deutschsprachigen Raum der Gegenwart und wird für inspirierende Interpretationen und einen unverwechselbaren Kontrabasston geschätzt. Dieses Ansehen hat er sich sowohl als Kammermusiker als auch als Solist und Dozent erworben. Zu seinen Kammermusikpartnern zählen Künstler wie Tomoko Akasaka, Reinbert Evers, José Gallardo, Danjulo Ishizaka, Leonidas Kavakos, Nata- sha Korsakova, Gidon Kremer, Andreas Ottensamer, Kira Ratner, Anna Skryleva, Julian Steckel und Tabea Zim- mermann. Internationale Beachtung geniesst Grigori Katz im Weiteren mit den Familien-Ensembles «Katz & Katz Das Violine-Kontrabass-Duo» und «Katz-Trio» – besonders wegen der seltenen Besetzung und Auftragskompositionen seines Vaters, der gleichzeitig die Bratsche spielt. Sein Europa-Debüt als Solist gab Grigori Katz als 18-Jähriger im Konzerthaus Berlin, wo er mit dem Rundfunkorchester Berlin unter Hans-Dieter Baum das Kontrabasskonzert von Sergei Kussewizki zum Besten gab. Seither trat er u.a. mit den Berliner Symphonikern, der Philharmonie Baden-Baden, dem schwedischen Kammerorchester «Musica Vitae», dem lettischen «Liepāja Symphony Orchestra» und dem Sinfonieorchester St.Gallen auf.

Das innere Feuer Grigori Katz’ entspringt der Überzeugung und dem Bestreben, den Kontrabass in Klang und Duktus aus dem Schattendasein innerhalb der tiefen Streicher zu emanzipieren, m.a.W. gestalterisch und klanglich auszuweiten und zu einem, den wohlbekannten Soloinstrumenten gleichwertigen Instrument zu for- men. So ist es ihm als Lehrer ein Anliegen, Studierenden das Rüstzeug zu vermitteln, damit sie den Kontrabass als ein den übrigen Streichern melodiös ebenbürtiges, solistisches Instrument zur Meisterschaft bringen kön- nen. «Der Kontrabass ist zwar ein bisschen grösser als die Violine, dafür im Klang sehr viel weicher und seelen- voller!», pflegt Grigori Katz dazu zu sagen.

Seinen ersten Instrumentalunterricht erhielt Grigori Katz im Alter von fünf Jahren durch seinen Vater. Mit zwölf Jahren wechselte er von der Violine zum Kontrabass und wurde an die «Zentrale Spezialschule für Musik am Tschaikowsky-Konservatorium» in Moskau aufgenommen, wo Inna Lavrova und Lev Rakov ihn unter ihre Fitti- che nahmen. 1990 verlegte Grigori Katz seinen Wohnsitz nach Berlin und nahm an der «Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin» in der Klasse von Prof. Barbara Sanderling das Orchesterstudium in Angriff. Nach dem Dip- lom und einem zweijährigen Aufbaustudium zum Solisten erwarb Grigori Katz 1997 das Konzertexamen «mit Auszeichnung».

Ferenc-Fricsay-Orchesterakademie (Stipendiat) des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin (DSO) unter Lei- tung von Vladimir Ashkenazy, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin (Stv. Solo), «Musica Vitae» (Solo), «BBC Philharmonic Orchestra» (Solo) und «Königliche Kapelle Kopenhagen» (2. Solo) waren wichtige berufliche Sta- tionen, bevor Grigori Katz 2004 festes Mitglied im Sinfonieorchester St.Gallen (CH) wurde.

Während seiner Laufbahn wurde Grigori Katz von namhaften Lehrern gefördert, so etwa von Vladimir Ashkena- zy, David Geringas, Frans Helmerson, Thomas Martin, Boris Pergamenschikow, Mstislaw Rostropowitsch, Klaus Stoll und Rainer Zepperitz. Eine besondere Rolle kommt der «Kronberg Academy» zu, wo Grigori Katz seit über
15 Jahren an Meisterkursen und Kammermusik-Projekten als Alumnus teilnimmt. Grigori Katz ist Preisträger
mehrerer internationaler Kontrabass- und Kammermusik-Wettbewerbe, darunter der Max Reger Kammermu- sik-Wettbewerb in Sondershausen, der Kammermusik-Wettbewerb in der Ukraine, der «Edinburgh Internatio- nal Double Bass Festival Classical Competition» und der Kammermusik-Wettbewerb in Thessaloniki.

Nachdem Grigori Katz als Dozent für Kontrabass an der Musikhochschule Münster der Westfälischen Wilhelms- Universität und künstlerischer Leiter von Meisterkursen in Trossingen (D) und Manila (PH) unterrichtet hat, lehrt er seit Herbst 2016 an der Kalaidos Musikhochschule.