Modulbeschreibungen BScN

Im Zentrum des Aufbaustudiums stehen Gruppen von Patientinnen und Patienten im Kontext ihres sozialen Umfeldes.
Ausgehend von den beruflichen Kompetenzen, die für die primäre Pflegeversorgung nötig sind, werden folgende Themen in den Blick genommen: Angewandte Forschung, Klinische Beurteilung und Krankheitserleben, Familien- und Angehörigenorientierung, Förderung des Selbstmanagements.

Bachelor of Science FH in Nursing

Grundlagen der Forschung 1
ECTS-Punkte: 5

Systematisch erhobene Daten ermöglichen eine forschungsgestützte Pflegepraxis. In diesem Modul werden die nötigen Grundlagenkenntnisse dafür erworben und eingeübt.

Seit Florence Nightingale, also seit Mitte des 19. Jahrhunderts, wird die Pflege im Dienste der Patientinnen und Patienten mit wissenschaftlichen Methoden untersucht. Die Gewinnung neuer Erkenntnisse liegt im Interesse der Patientinnen und Patienten sowie des Gesundheitswesens. Es wird eine den Patientinnen und Patienten angepasste, qualitativ gute und kostengünstige Pflege angestrebt. Damit allgemein gültige Aussagen zum Bedarf und zur Wirksamkeit der Pflege formuliert werden können, werden systematisch erhobene Daten benötigt.

Die Studierenden erwerben im Modul grundlegende Kenntnisse zum Forschungsprozess. Für das quantitative sowie das qualitative Forschungsparadigma werden der wissenschafts-theoretische Kontext und die methodischen Grundlagen erarbeitet. Im Rahmen des Forschungsprojektes werden die erworbenen Kenntnisse der quantitativen Forschung vertieft, erweitert und grundlegende Fertigkeiten bei der Durchführung von Forschungsvorhaben geübt.

Modulbeschreibung Grundlagen der Forschung 1

Forschungsanwendung 1
ECTS-Punkte: 5

Eine effiziente zeitgemässe medizinische und pflegerische Behandlung von kranken Menschen orientiert sich heute an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Eine qualitativ hochstehende Pflege verlangt nach forschungsbasiertem Wissen. Forschungswissen unterliegt laufenden Veränderungen. Die Wissenschaft ist bestrebt, Forschungslücken zu entdecken und mit neuen Forschungsergebnissen vorläufig zu schliessen. Pflegefachpersonen BScN nehmen bei der Forschungs-anwendung eine wichtige Rolle ein. Sie führen gezielte Literaturrecherchen zu Fragestellungen der Praxis durch und sind in der Lage, die gewonnenen Erkenntnisse zu interpretieren und gegenüber Dritten zu kommunizieren.

In diesem Modul beschäftigen sich die Studierenden mit der Literaturrecherche in Datenbanken, dem Beurteilen von Studien, der Beschreibung der Ergebnisse sowie der Implementierung gewonnener Erkenntnissen in die Praxis. Die Erarbeitung von Grundlagewissen der Statistik nimmt in diesem Modul einen zentralen Stellenwert ein.

Modulbeschreibung Forschungsanwendung 1

Forschungsanwendung 2
ECTS-Punkte: 5

In der Vergangenheit begründete Erfahrung die pflegerischen Handlungen - eine forschungsgestützte Pflegeentwicklung basiert auf Erfahrungswissen und forschungsgestütztem Wissen.

Pflegerische Handlungen sind aus Tradition und oft aus der Erfahrung begründet. Für die Pflegeentwicklung ist es zentral, dass die Verbindung von Erfahrungs- und Forschungswissen gelingt. Patientinnen und Patienten haben das Recht auf eine Pflege, die auf reflektierter Erfahrung und Forschungsergebnissen basiert. Pflegefachpersonen BScN nehmen bei der Forschungsanwendung eine wichtige Rolle ein. Sie führen gezielte Literaturrecherchen zu Fragestellungen der Praxis durch und sind in der Lage, die gewonnenen Erkenntnisse zu interpretieren, gegenüber Dritten zu kommunizieren und in die Praxis zu integrieren.

In diesem Modul werden die Kenntnisse und Fähigkeiten der Module Grundlagen der Forschung 1 und Forschungsanwendung 1 im Rahmen der Entwicklung des Proposals und der Diplomarbeit vertieft und erweitert. Auch eine verständliche und auf fachlichen Argumenten basierende Kommunikation ist zentral bei diesen Themenbereichen. Die Studierenden beginnen in diesem Modul mit der Diplomarbeit.

Modulbeschreibung Forschungsanwendung 2

Grundlagen der Forschung 2
ECTS-Punkte: 5

(Kurs 1, Kurs 2+3)

In einem Hochschulstudium haben neben den fachlichen Inhalten auch berufs- und fachübergreifende Schlüsselkompetenzen, wie Informationskometenz und Selbstlernfähigkeiten, einen hohen Stellenwert.

Gemäss dem Fachhochschulgesetz (FHGS) haben Fachhochschulen den Auftrag, Studierende durch praxis-orientierte Diplomstudien auf berufliche Aufgaben vorzubereiten, die die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden erfordern. Dabei ist von zentraler Bedeutung, dass Bachelors im Verlauf des Studiums Lernstrategien entwickeln, mit denen sie ihre Studien mit einem Höchstmass an Autonomie auch nach dem Studium fortsetzen können.

Das Lernen an der Kalaidos Fachhochschule Gesundheit ist gekennzeichnet durch einen gezielt aufeinander abgestimmten Wechsel von Kontaktstudium und angeleitetem Selbststudium. Diese beiden Elemente werden einerseits zusammengehalten und gesteuert durch Hinweise, wie das «Lernen an der Kalaidos Fachhochschule» sinnvoll gestaltet und andererseits wie der Lernerfolg kontrolliert und selbständig eingeschätzt werden kann.

Dem eigenaktiven und selbstgesteuerten Lernen kommt im gesamten Ausbildungsarrangement eine zentrale Bedeutung zu. Und das nicht nur im angeleiteten Selbststudium, sondern auch in den verschiedenen Lernarrangements des Kontaktstudiums, beispielsweise beim Forschungsprojekt, beim Problem Based Learning (PBL) und bei Übungsarrangements. Mit der Diplomarbeit zeigen die Studierenden auf, dass sie in der Lage sind, eine Problemstellung systematisch zu bearbeiten. Dabei ist die Fähigkeit zur Analyse und Synthese ebenso gefragt wie argumentative Fähigkeiten.

Informationskompetenz ist eine berufs- und fachübergreifende Schlüsselkompetenz. Sie bildet die Grundlage zur selbstständigen und effektiven Informationsgewinnung und -bewertung. Damit ist die Informationskompetenz eine wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches Studium und lebenslanges Lernen (Netzwerk Informationskompetenz Baden-Württemberg, 2006).

Das Modul Grundlagen der Forschung 2 besteht aus Kurs 1 und Kurs 2+3.
Im Kurs 1 werden die Studierenden befähigt das eigenständige Lernen wirksam zu steuern. Das selbstgesteuerte Lernen wird durch 1) Selbstlernmaterialien der Kalaidos Fachhochschule Gesundheit unterstützt, die das eigenständige Lernen wirksam steuert; 2) durch Angebote auf der internetgestützten Lernplattform, die unter dem Titel «Lernen an der Kalaidos Fachhochschule» subsummiert werden; 3) durch begleitende Unterstützungsmassnahmen, Rückmeldungen und Reflexionen sowie durch 4) die Vorlesungen und Übungen zur Informationskompetenz.

Im Rahmen des Kurs 2+3 wird die Diplomarbeit erarbeitet. Die Grundlagen dazu werden in den Modulen Grundlagen der Forschung 1 und Forschungsanwendung 1 und 2 sowie im Kurs 1 des Moduls Grundlagen der Forschung 2 gelegt.

Grundlagen der Forschung 2

Krankheitsgeschehen
ECTS-Punkte: 5

Die Erweiterung der Kenntnisse in der Bezugswissenschaft Medizin bedeutet eine Vertiefung in den Naturwissenschaften, eine der zentralen Grundlagenwissenschaften der professionellen Pflege neben den Pflege- und Sozialwissenschaften.

Die Pflege ist zuständig für die Gesundheitsförderung und die Unterstützung von Patientinnen und Patienten bei der Bewältigung von Gesundheitsproblemen. Dabei ist das Deuten von Gesundheitsproblemen, insbesondere bezogen auf die Alltagsbewältigung der Patientinnen und Patienten zentral. Das Deuten der Gesundheitsprobleme im Kontext des pflegerischen Auftrages verlangt breite und vertiefte Kenntnisse der Bezugswissenschaft Medizin.

Modulbeschreibung Krankheitsgeschehen

Klinisches Assessment
ECTS-Punkte: 5

Mittels systematischem und symptomfokussiertem Assessment und Techniken der körperlichen Untersuchung erlangen Pflegefachpersonen BScN Fähigkeiten zur Prioritätensetzung und differenzierten Kommunikation in interprofessionellen Teams.

Pflegefachpersonen BScN sind in der Regel in der direkten Pflege tätig und haben die Verantwortung für die zu leistende Pflege bei den Patientinnen und Patienten, die ihnen anvertraut sind. Die Einschätzung des Gesundheitszustandes und die daraus resultierenden Entscheidungen nehmen dabei einen zentralen Stellenwert ein. Pflegefachpersonen BScN müssen in unterschiedlichen Arbeitsfeldern in der Lage sein, potenzielle und akute Gesundheitsprobleme einzuschätzen und in Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten adäquat zu reagieren.

In diesem Modul werden das Erheben einer symptomfokussierten und vollständigen Anamnese und Techniken der körperlichen Untersuchung (Inspektion, Palpation, Perkussion, Auskultation) am «gesunden, erwachsenen Menschen» gelernt und geübt. Die körperliche Untersuchung dient der Vertiefung der pathophysiologischen Kenntnisse. Die Studierenden sollen zudem befähigt werden, pathophysiologische «Entgleisungen» und prävalente Krankheitsbilder frühzeitig zu erkennen und entsprechende Massnahmen einzuleiten. Das klinische Assessment, das Pflegefachpersonen vornehmen, dient der aktuellen Einschätzung des Gesundheitszustandes, um Prioritäten in der Pflegepraxis zu setzen und im interprofessionellen Team fachlich differenziert zu argumentieren, nicht zur Bestimmung von medizinischen Diagnosen.

Modulbeschreibung 2.2 Klinisches Assessment

Artikel: Klinisches Assessment für die Pflegepraxis Teil 1 - Mehr Handlungskompetenz (PDF)

Selbstmanagement
ECTS-Punkte: 5

Der Bedarf an Unterstützung und Förderung des Selbstmanagements von Patientinnen und Patienten steigt stetig: einerseits steigt der Bedarf an Selbstpflege nach kürzeren Spitalaufenthalten, andererseits stehen den Betroffenen heute viel mehr (bessere und schwächere) Informationsquellen zur Verfügung.

Patientinnen und Patienten - insbesondere solche mit chronischen Gesundheitsproblemen - benötigen zur Alltagsbewältigung Informationen und Anleitung. Pflegefachpersonen BScN sind mit ihrer Ausbildung prädestiniert, Patientinnen und Patienten die Information, Schulung und Beratung zukommen zu lassen, die benötigt werden, um Betroffene bei der Bewältigung potenzieller, akuter oder chronischer Gesundheitsprobleme zu unterstützen und sie in ihrem Selbstmanagement gezielt zu fördern.

Der Bedarf an Beratung nimmt zu, Patientinnen und Patienten sind oft gleichzeitig mit unterschiedlichen, sich beeinflussenden Krankheiten (Stichwort: Multimorbidität) konfrontiert, zudem werden zur Behandlung häufig aufwändige Therapiemöglichkeiten gewählt. Damit die Selbstständigkeit, Unabhängigkeit und Eigenverantwortung der Patientinnen und Patienten möglichst erhalten bleiben kann, ist eine gezielte Information, Schulung und Beratung zwingend. Dies ist einerseits zur Förderung der Lebensqualität der Patientinnen und Patienten von zentraler Bedeutung. Andererseits scheint die Entwicklung einer pflegebezogenen, gezielten Patienten- und Angehörigeninformation, -schulung und -beratung den seltenen Fall darzustellen, dass menschliche Anliegen und Kosten-/ Nutzen-Aspekte positiv übereinstimmen.

Studien belegen, dass Patientinnen und Patienten nach gezielter Anleitung selbstständiger sind, im Alltag auftretende Probleme selber managen und somit das Gesundheitssystem weniger beanspruchen.

In diesem Modul werden die Studierenden in das Konzept der Patienten- und Angehörigenedukation eingeführt, sie lernen exemplarisch Schulungskonzepte (so genannte Mikroschulungen) für spezifische Patientengruppen zu entwickeln und führen erste Schulungen durch. Zusätzlich werden sie in die Themen «eHealth» und «Telemedizin -Telenursing» und «der/die informierte Patient/in» eingeführt. Sie erweitern ihre Kommunikationskompetenz in anspruchsvollen Gesprächssituationen und arbeiten dabei mit dem Ansatz der «gewaltfreien Kommunikation».

Modulbeschreigung 2.3 Selbstmanagement

Familienorientierte Pflege
ECTS-Punkte: 5

Die Zunahme chronischer Krankheiten, die vermehrte Verlagerung von der stationären zur ambulanten Gesundheitsversorgung sowie die Verkürzung der Spitalaufenthaltsdauer kann zu instabilen Gesundheitszuständen von Patientinnen und Patienten zu Hause führen. Der Versorgungsauftrag bzw. Pflegebedarf und die medizintechnische Behandlung zu Hause nimmt dadurch tendenziell zu.

Die Erkrankung eines oder mehrerer Familienmitglieder beeinflusst immer einerseits die Familie als Ganzes und andererseits hat die Familie signifikanten Einfluss auf den Gesundheitszustand und das Wohlbefinden jedes einzelnen Mitglieds. Gesundheits- und Krankheitsverhalten werden im Familiensystem erlernt. So wirken die Gesundheitsleistungen der Fachpersonen nachhaltiger, wenn sie das Familiensystem konsequent einbeziehen und gemeinsam nach Strategien und Lösungen suchen. Die Familie und das gesellschaftliche Verständnis von Familie wandeln sich. Die Pflegenden begegnen daher heute einer Vielzahl von möglichen Familienkonstellationen. Neben der biologischen Familie muss auch die von den Patientinnen und Patienten «wahrgenommene» Familie oder die «Wahlfamilie» von den Fachpersonen identifiziert und in die Pflege integriert werden.

Die Versorgungsaufgaben, die innerhalb der so genannten traditionellen Familien von Frauen übernommen wurden, fallen nach wie vor an oder nehmen tendenziell auf Grund der Zunahme an chronisch kranken Menschen sogar zu. Es ist jedoch oft nicht klar, von wem die Pflege zu Hause übernommen werden kann und ob pflegenden Angehörige ihre Berufsarbeit reduzieren können.

Ziel der familienorientierten Pflege ist, die Familie nicht nur als Kontext, sondern vielmehr als System zu verstehen. Es gilt entsprechende Kompetenzen für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der/dem Betroffenen und seiner Familie zu entwickeln. Wird die Handlungsfähigkeit und Selbsthilfefähigkeit der Familie als Ganzes unterstützt, fördert dies die Gesundheit des Patienten selbst und die Gesundheit aller Familienmitglieder. Hier liegt ein wichtiger Ansatzpunkt zur Unterstützung der pflegenden Angehörigen, die selbst ein markant erhöhtes Krankheitsrisiko aufweisen.

Es werden zudem Rechtsfragen von Patient/-innen und deren Angehörigen in den Blick genommen.

Modulbeschreibung 3.1 Familienorientierte Pflege

Qualitätsentwicklung
ECTS-Punkte: 5

Schon seit Längerem bestehen in den Gesundheitseinrichtungen Richtlinien und Pflegestandards. Sie werden fortwährend in Qualitätszirkeln auf Grund von Erfahrungswissen und forschungsgestützten Erkenntnissen weiterentwickelt. Dabei sollen ethische Überlegungen und Fragen zur Patientensicherheit berücksichtigt werden.

Im Rahmen des Krankenversicherungsgesetzes nimmt der Gesetzgeber die Leistungserbringer in die Pflicht, wissenschaftlich begründete Aussagen über den Nutzen und die Qualität der zu erbringenden Leistung zu formulieren. Aussagen zur Qualität der Pflege basieren auf Erfahrungswissen und pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen. Ausserdem setzt «Gute Pflege» als eine ethisch-moralisch verantwortbare Praxis eine ethische Reflexion voraus. Qualitätsentwicklung und Patientensicherheit stehen immer im Kontext der interdisziplinären Zusammenarbeit und ökonomischer Zusammenhänge. Dazu kommt die Integration der Angehörigenperspektive, insbesondere deren Beitrag zur Unterstützung der «pflege-therapeutischen Massnahmen» ist zentral. Ohne Integration des sozialen Umfeldes ist die Qualität der Pflege über den Spitalaufenthalt hinaus kaum zu garantieren.

In diesem Modul werden grundlegende Kenntnisse zu Qualitätsentwicklung und Patientensicherheit erarbeitet. Die Studierenden nutzen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten der Forschungsanwendung bei der Implementierung von Qualitätsstandards und bei der Unterstützung von Qualitätsentwicklungsprozessen, die die Evaluation der Qualität einbezieht.

Die Studierenden erweitern ihre berufspraktische Sicht bezüglich ethischer Perspektiven und eignen sich Grundkenntnisse ethischer Argumentation und Entscheidungsfindung an.

Modulbeschreibung 3.2 Qualitätsentwicklung

Gesundheitsversorgung
ECTS-Punkte: 5

Gesundheitsversorgung und Pflegefinanzierung werden stark von vergangenen sowie aktuellen Themen und zukünftigen Visionen der Gesellschafts- und Gesundheitspolitik beeinflusst.

Der pflegerische Auftrag ist auf nationaler, kantonaler und betrieblicher Ebene von der Ökonomie und Gesundheitspolitik beeinflusst. Dies fordert von Pflegefachpersonen BScN, dass sie aktuelle Problemfelder und Strukturen, die den pflegerischen Auftrag bestimmen, kennen und dort wo nötig argumentativ Einfluss nehmen.

Bei der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung hat die Pflege einen wichtigen Auftrag. Damit diese im Kontext gesundheitsökonomischer und gesundheitspolitischer Zusammenhänge übernommen werden kann, sind Kenntnisse zu Versicherungssystemen, Regulierung der Finanzströme und zur «Langzeitpflege-Finanzierung» von zentraler Bedeutung. Neben gesundheitsökonomischen Zusammenhängen wird der Gesundheitszustand der Bevölkerung beleuchtet und geklärt, inwieweit die Gesundheitspolitik und die Gesundheitsökonomie den Bedarf an Gesundheitsversorgung heute und zukünftig zu decken vermögen. Diese Kenntnisse bieten Pflegefachpersonen die Basis, sich aktiv an der Debatte um Gesundheitsversorgung und Pflegefinanzierung zu beteiligen.

Modulbeschreibung 3.3 Gesundheitsversorgung

Reflektierte Berufspraxis
ECTS-Punkte: 30

Die im Teilzeitstudium BScN für dipl. Pflegefachpersonen erworbenen Kompetenzen haben einen direkten Nutzen für die Berufspraxis.

In der klinischen Pflegepraxis zeigen die Studierenden, wie sie ihre durch das Bachelor-Studium erweiterten Kompetenzen in der Praxis einsetzen können. Das Modul «Reflektierte Berufspraxis» dient dazu, die auf Hochschulstufe erweiterten Kompetenzen in der Berufspraxis zu festigen und anhand von Plenardiskussionen und einer schriftlichen Arbeit sichtbar zu machen.

Bei der Reflexion der klinischen Pflegepraxis nehmen die Studierenden die Entwicklung ihrer Kompetenzen in den Blick. Sie zeigen auf, welchen Nutzen die im Teilzeitstudium BScN erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten für die Praxis und insbesondere die Patient/-innen und ihre Angehörigen haben. Sie beleuchten ihre Kompetenzerweiterung im Kontext der Institution, in der sie arbeiten. Sie zeigen zudem auf, welche Bedeutung die im Teilzeitstudium erworbenen Kompetenzen für die berufliche Laufbahn haben. Darüber hinaus befassen sich die Studierenden in diesem Modul mit den Leistungen und dem Gewinn, den Bachelors of Science in Nursing in der Gesundheitsversorgung erbringen, heute und in Zukunft.

Modulbeschreibung 4.1 Reflektierte Berufspraxis

Projekte durchführen / Zusammenarbeiten
ECTS-Punkte: 5

Erfolgreiches Zusammenarbeiten in Arbeits- und Projektteams führt zur Qualitätsverbesserung und höherer Zufriedenheit der Mitarbeitenden, Patient/innen und Bewohner/innen.

Die Idee von Projektarbeit ist, unternehmerische Vorhaben mit einer effektiven und effizienten Organisationsform umzusetzen. Projektarbeit ist nicht allein die Anwendung von Projekt-Methodik, Kostenkalkulation und Controlling, sondern hat vor allem mit den eigenen Fähigkeiten der Projektleitung zu tun. Sie muss in der Lage sein, unterschiedliche Interessensgruppen in den Projektverlauf zu integrieren, Teams zu führen, Komplexität zu erkennen und zu strukturieren. Dies bedeutet, in Prozessen zu denken mit dem Blick auf die Projektziele und den Projektabschluss. In Gesundheitsorganisationen werden diese Fähigkeiten vor allem benötigt, um die Qualitätsentwicklung in der Pflege sowie die Einführung von Neuerungen voranzubringen.

Neben dem Projektmanagement wird die Zusammenarbeit von Berufspersonen mit unterschiedlichen Fähigkeiten (Skills) und Qualifikationen (Grades) in den Blick genommen. Die Institutionen des Gesundheitswesens sind aufgefordert, den zunehmenden Pflegebedarf zu decken, die Qualität gemäss anerkannten Standards zu garantieren und dabei die Kosten möglichst gering zu halten. Es besteht Einigkeit darüber, dass der gezielte Einsatz des Personals zur Erreichung dieser Ziele prioritär ist.

In diesem Modul werden die Studierenden befähigt, die Zusammenarbeit von Berufspersonen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Qualifikationen zu analysieren. Dabei nehmen sie die Perspektive «vom Pflegebedarf zum Personalbedarf» ein und orientieren sie sich an Prinzipien der Pflegequalität. Zudem erlernen die angehenden Pflegefachpersonen BScN den Ansatz des integrativen Projektmanagements, in dem die verschiedenen Ebenen des Projektdenkens miteinander verknüpft werden.

Modulbeschreibung 4.2 Projekte durchführen und Zusammenarbeiten