Banking und Finance

End-to-End Digitalisierung

28. Februar 2020

Obschon Finanzinstitute in den letzten Jahren verhältnismässig viel Kapital in die Digitalisierung ihrer Produkte und Services investiert haben, konnten sie ihre Ziele, wie beispielsweise die Steigerung der Kosteneffizienz durch den Wegfall manueller Prozesse, längst nicht erreichen.
Bankdienstleistungen auf Basis von IT-Infrastrukturen – Banking-as-a-Service

Minimum Viable Products  

In den vergangenen Jahren haben Banken verstanden, dass künftiger Erfolg sehr stark daran gekoppelt ist, dass sie digitale Angebote am Markt platzieren. Dazu wurden beispielsweise Alternativprodukte im Anlageberiech lanciert oder es wurden Prozessstrecken am Frontend digitalisiert. Diese Digitalisierungsinitiativen wurden im Rahmen von sogenannten Minimum Viable Products (MVPs) entwickelt. Dabei lag der Fokus zunächst auf dem digitalen Kundenerlebnis. Die konsequente End-to-End-Digitalisierung von Prozessen für Effizienzgewinne und Kostenreduzierung wurde an dieser Stelle jedoch nachrangig behandelt, was zur Folge hat, dass diese Digitalisierungsbemühungen sämtlichen Fokus in punkto Nachhaltigkeit verlieren.

Mediale Prozessbrüche

Damals war diese Entscheidung der richtige Weg, um schnell zur Marktreife zu gelangen und digitale Angebote zu etablieren. Heute führt dieses Vorgehen jedoch zu Schwierigkeiten und Frustration, sowohl in der eigenen Organisation als auch bei Kunden. Denn noch immer werden zu viele Dienstleistungen im Hintergrund manuell bearbeitet. Die Vernachlässigung der End-to-End-Digitalisierung führt nachweislich zu negativen Kundenerlebnissen und höheren Betriebskosten. Dementsprechend existiert ein deutlicher Bruch zwischen der Kundensicht und dem eigentlichen Ziel der Prozessdigitalisierung der Bank. Die Folge: Sämtliche Prozesse mit geringem Digitalisierungsgrad, müssen durch Operations-Einheiten abgefangen werden.

Mit smarten Lösungen zum Erfolg

Anders als noch vor einigen Jahren haben Banken heute einen entscheidenden Vorteil. Sie können auf sogenannte Plug-and-Play-Lösungen zurückgreifen, die unproblematisch und schnell in Betrieb genommen werden können. Entsprechend lassen sich mit verhältnismässig geringem Aufwand sukzessive zielgerichtete Lösungen in der Organisation integrieren. Diese Lösungen digitalisieren nicht nur Front-Ends, also die Präsentationsebene einer Applikation, sondern haben auch das Potenzial, tiefgreifende Prozesse digital auszurichten und zu automatisieren mit dem Ziel, Kosten zu sparen.

Fazit - Jetzt handeln und die Zukunft gestalten

Banken müssen jetzt mit gezielten Massnahmen gegensteuern, um die Kundenzufriedenheit zu steigern und die interne Kosteneffizienz zu verbessern. Sollten sich Banken mit dem Gedanken tragen, ihr Unternehmen bei der Digitalisierung von Bankdienstleistungen weiter voranzubringen, so sollten die folgenden vier Schritte für notwendig erachtet werden:

  • Analyse der Prozesse mit Hilfe von Prozess-Mining & Analysetools, um Ineffizienzen aufzudecken
  • Identifikation der Anwendungsbeispiele mit dem höchsten Potenzial für Effizienzsteigerungen
  • Evaluierung geeigneter intelligenter Lösungen, um schnelle, effiziente und zielgerichtete Lösungen zu implementieren
  • Schrittweise Umsetzung der wichtigsten Anwendungsbeispiele und damit sukzessive Verbesserung der Kundenzufriedenheit sowie der Kostenstruktur

Es ist Zeit, dass Banken eine konsequente und stringente Umsetzung der Digitalisierungsthemen mithilfe intelligenter Lösungen und Technologien einleiten. Damit sind die Institute in der Lage, kosteneffiziente, wettbewerbsfähige Strukturen aufzubauen und die Digitalisierungsreise erfolgreich zu meistern.


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