Wirtschaftspsychologie

Neujahresvorsätze sind für die Katz

08. Januar 2020

Neues Jahr, neue Vorsätze, neues Versagen, die Vorsätze einzuhalten. Rolf Dobelli (2014) beschreibt in seinem Buch «Die Kunst des klugen Handelns», warum Neujahrsvorsätze nicht funktionieren.

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Sind unsere tollen Neujahresvorsätze für die Katz? (Symbolbild)

Neues Jahr, neues Ich?

Viele von uns erliegen jedes Jahr der gleichen Verlockung: sich im neuen Jahr neu zu erfinden. Das Selbst wird optimiert, aber so richtig. Wenn ich mehr Muskeln habe/fünf Kilo leichter bin, wenn ich eine Weiterbildung gemacht habe, wenn ich mich freiwillig engagiere, wenn ich netter zu anderen bin, dann … ja, was eigentlich? Die Verlockung der Selbstoptimierung ist gross, aber ob sie wirklich glücklich macht, ist eine andere Frage (siehe auch Besser werden, glücklich sein?). Darin liegt eine Tücke der Neujahresvorsätze. Sie führen eventuell gar nicht zum eigentlichen Ziel. Das Problem fängt aber häufig schon früher an: Die Neujahrsvorsätze werden oft nicht erreicht und jedes Jahr in leicht abgewandelter Form recycelt.

Prokrastination als Feind der Vorsätze

Rolf Dobelli, Unternehmer und Bestseller-Autor sieht in seinem Buch «Die Kunst des klugen Handelns» (2014) Prokrastination als Hauptgrund, warum Neujahresvorsätze nicht funktionieren. Er beschreibt, dass Prokrastination (Handlungsaufschub) die Tendenz ist, unangenehme, aber wichtige Handlungen zu verschleppen. Wir gehen nicht so oft ins Fitnessstudio, wie wir sollten, wechseln nicht zur günstigeren Krankenkasse. Dobelli erläutert, dass Prokrastination irrational ist: Die Aufgabe erledigt sich schliesslich nicht von selbst und wir wissen ja eigentlich, was gut für uns wäre. Und trotzdem, wir prokrastinieren.

Warum wir Sachen auf die lange Bank schieben

Dobelli beschreibt, dass das Hauptproblem darin liegt, dass zwischen Aufwand und Ertrag eine zeitliche Kluft liege. Sich dieser zu stellen, braucht viel mentale Kraft und Selbstkontrolle – welche wir nicht unbegrenzt zur Verfügung haben.

Tipps, damit Neujahresvorsätze doch noch gelingen könnten

Damit Neujahresvorsätze nicht für die Katz sind, nennt Dobelli zwei Tricks, wie wir Prokrastination (und damit uns selber) austricksen können:

  1. Entspannende Phasen einbauen. Selbstkontrolle kann nicht ständig aufrechterhalten werden. Es braucht Regenerations- und Entspannungsphasen.
  2. Ablenkungen eliminieren. Ab mit dem Natel in die Schublade, wenn man eine wichtige Aufgabe erledigen möchte. Die Vorsätze in klare Teilschritte mit Terminen aufzuteilen hilft ebenfalls.

Auch wir von der Kalaidos FH recyclen: Siehe für weitere Tipps den Beitrag Wie Vorsätze zum Erfolg werden. Allen einen guten Start in das neue Jahr, mit oder ohne Vorsätze!

Weiterführende Informationen und Quellen:

Dobelli, R. (2014). Die Kunst des klugen Handelns: 52 Irrwege, die Sie besser anderen überlassen. Carl Hanser Verlag: München.

Ausgewählte Blogbeiträge von Regula von Büren zum Thema:

Ausgewählte Beiträge von Christian Fichter im Tagesanzeiger:

Thema: Wirtschaftspsychologie

Autor: Regula von Büren

Datum: 08. Januar 2020

Schlagworte: Selbstmanagement

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