Steuerrecht

MWST: Fiskalvertretung von ausländischen Unternehmen

03. Februar 2020

Das geltende Mehrwertsteuergesetz (MWSTG) sieht vor, dass ausländische Unternehmen, die in der Schweiz Leistungen erbringen, hier aber keine Betriebsstätte unterhalten, ihren weltweiten Umsatz in der MWST-Abrechnung (Ziff. 200) angeben müssen. Davon kann der Ausland-Umsatz wieder abgezogen werden (Ziff. 221). Hintergrund für diese Deklaration war die geplante Erhebung der Abgabe von Radio und Fernsehen (RTV-Abgabe) auf dem Umsatz solcher ausländischer Unternehmen. Schliesslich wurde jedoch auf die Erhebung dieser Abgabe verzichtet.

Dollarnote auf Holztisch

Die Deklaration des weltweiten Umsatzes erfüllt keinen mwst-lichen Zweck

Im Ergebnis erfüllt die Deklaration des weltweiten Umsatzes von ausländischen Unternehmen keinen mehrwertsteuer- beziehungsweise abgaberechtlichen Zweck mehr. Des Weiteren gestaltet sich die Beschaffung von zuverlässigen Umsatzzahlen von ausländischen Unternehmen eher schwierig.

Die Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV sieht in ihrem zweiten Entwurf vom 8. August 2019 zur Praxisanpassung MWSTG eine Vereinfachung der MWST-Deklaration vor.

Neu soll Folgendes gelten

«3.2. Vereinfachte Deklaration der Umsätze für ausländische Unternehmen

Die im MWST-Register eingetragenen ausländischen Unternehmen können in den periodischen Abrechnungen in der Ziffer 200 lediglich die im Inland erzielten Umsätze deklarieren. Sie können auf die Deklaration ihrer gesamten weltweiten Umsätze verzichten.

Wenn von der Steuer ausgenommene Entgelte (Art. 21 Abs. 2 MWSTG) oder Subventionen (Art. 18 Abs. 2 Bst. a-c MWSTG i.V. m. Art. 29 MWSTV) vereinnahmt wurden, empfehlen wir jedoch die Deklaration der gesamten weltweiten Umsätze.

Bei der vereinfachten Deklaration ist der im Inland in ausländischer Währung erzielte Jahresumsatz in Schweizer Franken umzurechnen. Die Umrechnung erfolgt nach dem von der ESTV veröffentlichten Wechselkurs, wobei wahlweise der Monatsmittelkurs oder der Tageskurs für den Verkauf von Devisen verwendet werden kann. Steuerpflichtige Personen, die Teil eines Konzerns sind, können für die Umrechnung ihren Konzernumrechnungskurs versenden.

Die vereinfachte Deklaration entbindet nicht von der Pflicht, die Vorsteuern gegebenenfalls aufgrund von Artikel 30 MWSTG zu korrigieren beziehungsweise aufgrund Artikel 33 MWSTG zu kürzen. Da auch im Ausland erzielte Umsätze und Subventionen Einfluss auf die in der Schweiz geltend gemachten Vorsteuern haben können, behält sich die ESTV ausdrücklich vor, anlässlich einer Kontrolle auch Angaben über die im Ausland erzielten Umsätze und Subventionen einzufordern. Für detaillierte Angaben über den Anspruch auf Vorsteuern verweisen wir auf die MWST-Info Vorsteuerabzug und Vorsteuerkorrektur.»

Wie kann der Pflicht zur Vorsteuerkorrektur nachgekommen werden?

Wie kann der Pflicht einer Vorsteuerkorrektur oder -kürzung nachgekommen werden, ohne dass der weltweite Umsatz deklariert werden muss? Man könnte sich z. B. darauf beschränken, lediglich eine Bestätigung über allfällige weltweite ausgenommene Umsätze und/oder erhaltene Subventionen für die betroffene Abrechnungsperiode vom betroffenen ausländischen Unternehmen einzuholen.

Die Praxisanpassung ist noch in der Vernehmlassung im Parlament. Es ist zu hoffen, dass die Räte schnell zu einem Entscheid finden, denn eine Vereinfachung der MWST-Deklaration wird von den Fiskalvertretern sehnlichst erwartet.

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Thema: Steuerrecht

Autor: Achilles Wellis

Datum: 03. Februar 2020

Schlagworte: MWST, Vertretung, Ausländische Unternehmen

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