Unternehmensführung

Agile Arbeitsweisen etablieren – Teil 2/2

11. Dezember 2019

Erst ein gutes Drittel der Unternehmen in der Schweiz, Österreich und Deutschland verfügt über einen hohen oder sehr hohen Reifegrad in Sachen Agilität, wie unser erster Beitrag zu diesem Thema zeigte. Basis dafür ist der 1. Future Organization Report 2019, den das Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen und die Unternehmensberatung Campana & Schott aus Frankfurt/Main erstellt haben. Mit der Transformation ist indessen eine Reihe von Risiken verbunden, die nachfolgend thematisiert werden.

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Auf dem Weg zu einer agilen Organisation gilt es verschiedene Hürden zu beachten (Bild).

Die grössten Risiken lauten: inkonsequente Umsetzung, mangelnder Wandel der Unternehmenskultur und Verlust von Mitarbeitenden oder deren Arbeitsmotivation. Unternehmen gehen die agile Transformation noch nicht strategisch und ganzheitlich an. So gibt es bei den Befragten häufig keine Roadmap mit definierten Zwischenzielen. Unternehmen sollten jedoch zumindest einen groben Plan aufstellen. Zudem ist eine Überprüfung und Anpassung der bisherigen KPIs notwendig, da eine agile Organisation andere KPI-relevante Rahmenbedingungen schafft.

Fehler werden zu persönlichen Fallstricken

Angst vor Fehlern und mangelnde Kommunikation sind weitere Hindernisse für die agile Arbeitsweise. Hier besteht massiver Handlungsbedarf: Nur jeder fünfte Teilnehmer (19,2 Prozent) findet, dass Fehler nicht gegen die Person verwendet werden. Jeder Zweite kann Probleme und Schwierigkeiten intern nicht einmal ansprechen. Nur 13,9 Prozent glauben, sie können Kolleginnen und Kollegen ungefährdet um Hilfe bitten. Lediglich 30,5 Prozent fühlen sich sicher, wenn sie ein Risiko eingehen. Um das zu ändern, sollten die Führungskräfte eine „Trial & Error“-Kultur vorleben.

Vorbehalte gegen agile Arbeitsweisen

Zudem wollen und können nicht alle Mitarbeitenden die agile Arbeitsweise umsetzen. Diesem Manko liesse sich mit einer offenen Kommunikation, externen Coaches und Sensibilität für diese Widerstände beikommen. Vielfach wünschen sich Mitarbeitende ein Team-Recruiting und möchten gern an der Auswahl von Personal in ihrem Team beteiligt sein. Immerhin 30,4 Prozent werden an diesem Prozess bereits beteiligt. So wird etwa an Probearbeitstagen die Zusammenarbeit und Harmonie mit dem Team getestet.

Themen: Unternehmensführung, HR und Leadership

Autor: Alexander Saheb

Datum: 11. Dezember 2019

Schlagworte: Unternehmensführung

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