Unternehmensführung

Autozulieferer unter Druck

06. November 2019

Unternehmen, die Zulieferer der Automobilbranche sind, müssen sich auf anspruchsvollere Zeiten einstellen. Die Antwort darauf können flexible, agile Strukturen, aber auch eine Revision des Tätigkeitsportfolios sein. Das zeigt die neue "Global Automotive Supplier Study 2019" von Roland Berger und Lazard, für welche die Kennzahlen von über 600 Zulieferern weltweit ausgewertet wurden.

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In der Automobilbranche sind neue Konzepte gefragt, um dem Kostendruck zu begegnen (Bild).

Im ersten Halbjahr 2019 sank die weltweite PKW-Produktion um 5 Prozent. Dahinter steht der schwache Pkw-Absatz in China und die allgemeine konjunkturelle Abkühlung. „Hinzu kommen strukturelle Veränderungen im Rahmen des Wandels hin zur Elektromobilität", erklärt Felix Mogge, Partner bei Roland Berger. Viele Zulieferer hätten weitere Kapazitäten aufgebaut, bei manchen blieben nun 60 bis 70 Prozent davon ungenutzt.

Kein Patentrezept für die Zulieferer der Automobilbranche

Der Studie zufolge gibt es jedoch kein allgemeingültiges Patentrezept für die Zulieferer. Allgemein könne man feststellen, dass viele Zulieferer flexibler werden müssten, um mit den schnellen technologischen Entwicklungen Schritt zu halten. "Sie brauchen vor allem agile Strukturen und Vorgehensweisen in ihrer Organisation und sollten auch verstärkt Kooperationen prüfen", meint Roland Berger-Partner Mogge. Ferner müssen sie investieren, vor allem wegen neuer Branchentrends: Digitalisierung, neue Mobilitätskonzepte, autonomes Fahren und E-Mobilität setzen die gesamte Branche unter Investitionsdruck. Dabei ist unklar, ob und wann die Investitionen Profit abwerfen.

Geschäftsbereiche optimieren oder verkaufen

Deshalb ist auch ein konsequentes und aktives Portfoliomanagement nötig. Die Unternehmen müssen sich entscheiden, ob sie in langfristig stagnierenden Bereichen die Marktführerschaft erlangen oder verteidigen können. In diesem Fall sollte das Geschäft ausgebaut sowie konsequent auf Ertragssteigerung und Cash-Flow-Maximierung ausgerichtet werden. Andernfalls sei ein Exit ratsam. Allerdings ist die Zahl der M&A-Transaktionen im Zuliefersektor im laufenden Jahr rückläufig. Gerade chinesische Unternehmen sind weniger aktiv als bisher. „Viele Equity-Investoren bevorzugen andere Sektoren als die zyklische Automobilindustrie“, meint Christof Söndermann, Managing Director bei Lazard.

Thema: Unternehmensführung

Autor: Alexander Saheb

Datum: 06. November 2019

Schlagworte: Unternehmensführung

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