Accounting und Controlling

Swiss Audit Monitor 2019

18. November 2019

Der Swiss Audit Monitor erscheint in diesem Jahr zum dritten Mal. Im Fokus stehen die SPI-Unternehmen und ihre Geschäftsberichte aus dem Jahr 2018. Analysiert werden auf umfassende Weise die Revisionshonorare, die zusätzlichen Honorare, die Mandatsdauer der Revisionsgesellschaften und die verwendeten Rechnungslegungsstandards, dies anhand von Daten aus dem Zeitraum 2013-2018. Während die Anzahl der Kotierungen von 2013 (210 Unternehmen) bis 2017 (201 Unternehmen) rückläufig war, sind im Berichtsjahr elf Neukotierungen und drei Dekotierungen zu verzeichnen, so dass Ende 2018 insgesamt 209 Emittenten kotiert waren.

Mann mit Zeitung

SPI Unternehmen im Fokus. (Symbolbild)

Fokus Honorar für die externe Revision

Die Revision, als externes Organ, trägt massgeblich zu einer guten Corporate Governance und einer qualitativ hochwertigen finanziellen Berichterstattung bei. Die Wahl des Abschlussprüfers und die Höhe der bezahlten Honorare stehen daher im Fokus der Öffentlichkeit und der betriebswirtschaftlichen Forschung.

Für das Geschäftsjahr 2018 wurden insgesamt Revisionshonorare in der Höhe von CHF 568 Mio. an die Unternehmen des SPI entrichtet. Obschon sich die Honorare seit 2013 in der Tendenz seitwärts entwickeln, wird damit ein neuer Höchstwert erreicht. Zurückzuführen ist dieser Anstieg unter anderem auch auf Neukotierungen. Circa 70% der Gesamtsumme der Revisionshonorare entfällt auf die 20 grössten Unternehmen des Swiss Market Index (SMI). Das durchschnittlich bezahlte Revisionshonorar im SMI liegt mit CHF 19.9 Mio. erwartungsgemäss deutlich über dem des SPI von CHF 2.7 Mio. Die insgesamt entrichteten Zusatzhonorare sind mit CHF 128 Mio. relativ stabil geblieben.

Fokus Prüfungsmarkt: EY, KPMG und PwC dominieren

EY, KPMG und PwC dominieren den Schweizer Prüfungsmarkt: Ihr Marktanteil an den SPI Unternehmen beträgt annähernd 93%. Insgesamt gab es sechs Revisionsstellenwechsel und elf Neukotierungen. Dabei betrafen diese Umstellungen, mit Ausnahme von einem Unternehmen, alles Big 4-Revisonsgesellschaften. Die Revisionsstellenwechsel haben somit wenig Einfluss auf die Konzentration in der Branche. Die Evidenz spricht zudem für die sogenannte «low-balling»-These: In den meisten Fällen sinken die Revisionshonorare nach einem Wechsel der Revisionsstelle. Gemessen am Volumen der Revisionshonorare nimmt KPMG neu die Spitzenposition ein, noch vor PwC und EY. Unter Berücksichtigung der Gesamthonorare (Prüfungs- und Nicht-Prüfungshonorare) bleibt PwC jedoch der Marktführer.

Fokus Mandatsdauer

Die durchschnittliche Mandatsdauer der Revisionsstelle im SPI beträgt 15.9 Jahre, im SMI 20 Jahre. Im SPI sind die International Financial Reporting Standards (IFRS) als Rechnungslegungsstandard am weitesten verbreitet – sie werden von 54% der Unternehmen angewendet. 33% wenden Swiss GAAP FER, 5% US GAAP und 9% das Bankengesetz an. Seit 2013 haben 19 SPI-Unternehmen ihren Rechnungslegungsstandard von IFRS zu Swiss GAAP FER gewechselt. Viele Unternehmen nennen hierzu die Praxisnähe von Swiss GAAP FER, ein verbessertes Aufwand-Nutzen-Verhältnis sowie die Anpassung an schweizerische Gegebenheiten. Die Einführung des IFRS 16 Leasing könnte auch die vier Wechsel aus 2018 bewirkt haben, der für IFRS-Anwender zu einigen Umstellungen führen wird.

Der vollumfängliche Report, erstellt vom Lehrstuhl für Auditing and Internal Control der Universität Zürich von Prof. Dr. Reto Eberle ist zu lesen auf www.swissauditmonitor.ch. Dort wird in den einzelnen Kapiteln im Detail auf die Honorare, die Markstruktur, die Prüferwechsel und Mandatsdauer sowie auf die Rechnungslegungsstandards eingegangen.

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Quellen und weiterführende Informationen

www.swissauditmonitor.ch

Thema: Accounting und Controlling

Autor: Reto Eberle

Datum: 18. November 2019

Schlagworte: Wirtschaftsprüfung, Rechnungslegung

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