Banking und Finance

Tokenized Asset Offering

14. August 2019

Einen echten Rembrandt zu besitzen ist heute nur für einen sehr kleinen, elitären Kreis möglich. Dies könnte dank künftig jedoch dank Tokenized Assets, auch Security Assets, Security Token, Tokenized Security oder kurz „TAO“ genannt, für viele Investoren Realität werden. Wie man es auch nennt, dahinter verbirgt sich immer das Gleiche: ein digitaler, auf der Blockchain-Technologie basierter Wertgegenstand. Dieser kann den Anteil an einem Unternehmen, einem Fonds, aber auch an einem Kunstwerk, einer Immobilie oder einem hochwertigen Oldtimer umfassen.

Tokenized-Assets-auf-Basis-von -Blockchain

Tokenized Asset Offering auf Basis von Blockchain (Symbolbild)

Was sagen die Experten?

Expertenschätzungen zufolge verbirgt sich hinter diesem Thema ein Multibillionen-Dollar-Markt. Das Finanzsystem soll dadurch effizienter, zugänglicher und globaler werden und die etablierte Investmentwelt könnte somit auf den Kopf gestellt werden, denn:

  • Tokenized Assets machen den komplexen Weg über Banken, Börsen, Vermittler und Zwischenhändler überflüssig und verzichten auf papiergetriebenen Handel. Die Abwicklung dieser Transaktionen können also deutlich günstiger werden.
  • Durch die digitale Nachverfolgbarkeit garantieren sie eine transparente Übermittlung der eigenen Geldmittel und erlauben eine einfache und schnelle Art der Geldanlage. Mehrtägige Verzögerung durch Banküberweisungen sind dank sekundenschneller Transaktionen Geschichte.
  • Die Investition erfolgt direkt in ein Anlageobjekt, wie zum Beispiel ein Immobilienprojekt, zu dem man bislang nur über geschlossene Fonds Zugang erhalten konnte. Dadurch ergeben sich grössere Handlungsspielräume sowohl für Emittenten durch einen grösseren Liquiditätspool, als auch für Investoren durch die Erweiterung des Anlagespektrums.

Zukunftsmusik oder bereits Realität?

Nun klingt noch stark nach Zukunftsmusik, ist aber bereits Realität. So hat beispielsweise ein deutsches B2B-Blockchain-Startup, im April diesen Jahres, eine erste „Blockchain Real Estate Transaktion“ über einen Gesamtwert von zwei Millionen Euro abgeschlossen. Nun handelt es sich hierbei um einen ersten, jedoch noch kleinen Schritt in Richtung Zukunftsvision. Für eine umfassende Marktrevolution sind noch viele komplexe Fragen zu klären. Diese reichen von nationalen und internationalen regulatorischen Themen bis hin zu Cybersecurity. Aktuell liegt ein Gesetzesentwurf zur Umsetzung der Änderungsrichtlinie zur vierten EU-Geldwäscherichtlinie vor. Dieser sieht vor, dass auch Unternehmen, welche Plattformen zum „Asset-Token-Tausch“ respektive Handel oder Verwahrung betreiben, in den geldwäscherechtlichen Verpflichtetenkreis aufgenommen werden sollen. In wie fern dies die Schweiz betrifft, ist Gegenstand künftiger Klärung.

Fazit
Die etablierten Finanzinstitute sollten heute bereits sondieren, welche Rolle sie in der zukünftigen potentiellen „tokenized-Wertschöpfungskette“ spielen wollen. Agieren sie beispielsweise als Berater für Emittenten, als Schöpfer neuer Anlageprodukte oder als Sicherheitsverwahrer besagter „Asset Token“. Sollten sie selber zunächst jedoch keine aktive Rolle anstreben, stellt sich die Frage, wie man der Kundschaft einen sicheren Zugang zu diesen neuen Anlageklassen geben kann, ohne die Kundenbeziehung zu verlieren.

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