Unternehmensführung

Die neuen Regeln der Macht – Teil 1/2

03. Juli 2019

Macht ist die unbedingte Voraussetzung, um Organisationen in eine bestimmte Richtung zu führen. Allerdings muss die Erscheinungsform der Macht auch zu der Zeit passen, in der sie Organisationen lenken will. Damit setzt sich der Führungsratgeber „Die neuen Regeln der Macht“ auseinander, den die Kalaidos Fachhochschule Wirtschaft für die Schweizer Kader Organisation SKO erstellt hat.

Frau vor transparentem Display mit Charts

Für die erfolgreiche Unternehmensführung stellt sich auch die Frage, wie Macht eingesetzt wird (Bild).

In Unternehmensorganisationen entfaltet Macht seit langem ihre Wirkung durch Hierarchien. In hierarchisch organisierten Unternehmen hat jeder Mitarbeitende einen definierten Rang mit oder ohne Weisungsbefugnisse an niedrigere Hierarchiestufen. In Zeiten der Netzwerkökonomie und zunehmend demokratischer Formen der Unternehmensführung ist jedoch absehbar, dass dieses Modell nicht mehr greift.

Netzwerke ersetzen Hierarchien

Die Organisationsformen der Zukunft sind Netzwerke, Kooperationen und gemischte Teams. In diesem Kontext gewinnt insbesondere die Partizipation der Mitarbeitenden an Bedeutung. Die neuen Strukturen erlauben allen Mitgliedern einer Organisation Einfluss auf das Unternehmen, die Arbeit im Unternehmen und die Formen der Zusammenarbeit. Mitarbeitende werden an strategischen Entscheidungen ebenso wie am Unternehmen selbst beteiligt und dürfen ihre Führungskräfte selbst wählen.

Führungskräfte werden zu Beziehungsmanagern

Klassische Machtverhältnisse werden somit neu verteilt. Statt der Hierarchie mit ihren Rangstufen werden interpersonale Beziehungen zum Element der Machtausübung. Führungskräfte sind in diesem Kontext jetzt die Beziehungsmanager. Es ist ihre neuen Aufgabe, interne und externe Netzwerk-Beteiligte zu binden und ihre effiziente Kooperation zu sichern.

Vertrauen statt Überwachung

Für die Machtausübung im Unternehmen werden damit ganz neue Faktoren wichtig. Denn Führung soll Mitarbeitende jetzt zur eigenverantwortlichen Erledigung von Aufgaben befähigen. Vertrauen gewinnt deshalb an Bedeutung, während die Überwachung in den Hintergrund tritt. Modelle wie geteilte Führung oder Shared Leadership verbinden die traditionelle Führung durch vertikale Inspiration mit zeitgemässer Leadership und horizontalem Sharing von Verantwortung.

Im zweiten Teil dieses Beitrages befassen wir uns mit den konkreten Schritten, die für Führungskräfte nun wichtig sind, gehen aber auch auf einige Risiken der neuen Führungsmodelle ein.

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Macht- und Legitimation sind in der normativen und strategischen Führung entscheidend. Im CAS (FH) in Strategischem Management setzen Sie sich praxis- und handlungsbezogen damit auseinander und erhöhen so Ihre Kompetenzen und Ihren Einfluss.

Themen: Unternehmensführung, HR und Leadership

Autor: Alexander Saheb

Datum: 03. Juli 2019

Schlagworte: Unternehmensführung

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