Unternehmensführung

Schweiz zieht weniger Investitionen an

15. Juli 2019

Die Schweiz zog 2018 deutlich weniger Investitionen aus dem Ausland an als im Vorjahr. So wurden lediglich 61 Investitionen getätigt, das waren 14 Prozent weniger als im Vorjahr und so viel wie 2012. Deutlich kleinere Volkswirtschaften wie Serbien, Rumänien, Irland, Portugal oder Ungarn lockten mehr Investitionsprojekte aus dem europäischen Ausland an. Das zeigt die aktuelle Ausgabe der vom Beratungsunternehmen Ernst & Young publizierten „Attractiveness Survey Schweiz“.

Grafik der Direktinvestitionen in der Schweiz
Erstmals seit fünf Jahren zieht die Schweiz weniger Auslandsinvestitionen an (Grafik).

Mehr Vertrieb, weniger Firmenzentralen

Mehr als die Hälfte der Investitionsprojekte in der Schweiz entfielen auf den Bereich Vertrieb und Marketing. In Europa erreichte dieser Anteil lediglich 40 Prozent. Allerdings nahmen die Investitionen im Bereich Forschung und Entwicklung in der Schweiz ab. Zudem wurde im Vergleich zu 2017 auch weniger in Firmenzentralen investiert. Deutlich weniger Investitionsprojekte stammten aus den USA (48 Prozent), China (50 Prozent) und Holland (33 Prozent), während aus Deutschland 75 Prozent mehr Investitionsvorhaben kamen.

Schweizer Auslandsinvesititionen auf hohem Niveau

Auch die Investitionen von Schweizer Unternehmen im europäischen Ausland gingen zurück. Die Zahl sank um 7 Prozent auf 293 Projekte, die für gut 7‘100 Arbeitsplätze sorgten. „Schweizer Unternehmen sind in hohem Masse bereit – und finanziell dazu auch in der Lage – im europäischen Ausland zu investieren, wenn die Rahmenbedingungen attraktiv sind. Gleichzeitig sorgen vor allem der starke Franken und das hohe Lohnniveau dafür, dass in der Schweiz die Zahl der Investitionen aus dem Ausland sinken“, kommentiert Stefan Rösch-Rütsche, Partner und Leiter Transaction Advisory Services von EY in der Schweiz, dieses Ungleichgewicht.

Frankreich neuer Favorit

Dabei hat Frankreich 2018 Deutschland als beliebtestes Zielland von Schweizer Investoren in Europa abgelöst: Während die Investitionen in Deutschland von Schweizern im Vergleich zu 2017 um 42 Prozent auf 71 Investitionsobjekte zurückgingen, nahmen die Investitionen in Frankreich um 14 Prozent auf 73 Objekte zu. Weiterhin beliebt in Europa bei Schweizer Investoren sind auch Grossbritannien, Spanien, Italien, Niederlande oder Polen.

Thema: Unternehmensführung

Autor: Alexander Saheb

Datum: 15. Juli 2019

Schlagworte: Unternehmensführung

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