HR und Leadership

Wie Google Kinder rekrutiert

15. Juli 2019

"Google Kids Summer Camp 2019“  Unter diesem Namen führt der Internetriese Google erstmals eine Reihe mehrstündiger Workshops für Kinder und Eltern durch. Ziel des kostenlosen Programms ist, Kinder für den Bereich Informatik und Robotik zu begeistern. Insbesondere Mädchen sollen schon früh für die IT-Welt stark gemacht werden. Denn diese sind in den MINT-Studiengängen der Universitäten eher selten anzutreffen. Gelingt es Google, die Neugierde für Informatik bei den Kindern zu wecken, schafft er sich damit einen Pool an Nachwuchskräften.

Google macht sich bei Kindern beliebt (Symbolbild)
Google macht sich bei Kindern beliebt (Symbolbild)

Das Google Summer Camp richtet sich an Kinder zwischen 9 und 14 Jahren und findet vom 23. – 25. Juli 2019 am Standort in Zürich statt. Die Teilnahme müssen sich die Kinder allerdings hart erarbeiten. Vorerst gilt es, in einem Motivationsschreiben Google davon zu überzeugen, warum das Summer Camp für sie wertvoll ist. Das zeigt, dass der Eintritt in die Google-Welt nicht jedermann gestattet ist.

Informatik kindgerecht vermittelt

Wer durch die Google-Pforte hereingelassen wird, kann beispielsweise am dreistündigen Computer Science First Workshop teilnehmen. Hier erhalten die Kinder einen Eindruck, wie die Technologie das heutige Leben und die Arbeit beeinflusst. Es geht jedoch nicht nur darum, Wissen zu konsumieren. Vielmehr müssen die Kinder gleich selbst Informatikprojekte zu Themen wie Sport, Kunst und Mode anpacken. Lernvideos leiten sie durch die Programmierprojekte. Im Open Roberta Workshop konstruieren und programmieren die Kinder Roboter gemeinsam mit zertifizierten Roberta-Ausbildern. Darüber hinaus stellt Google auch Lehrern Informatiklehrpläne gratis zur Verfügung. So findet sich der IT-Spass auch in den Schulen wieder.

Selbstvertrauen für Mädchen

"#IamRemarkable + Arbeiten bei Google" – Mit diesem Workshop-Titel wird die Absicht von Google schon recht deutlich. Hier geht es zum einen darum, Mädchen aufzuzeigen, wie wichtig es für eine erfolgreiche Karriere ist, Werbung in eigener Sache zu machen. So vermittelt der Workshop, wie sie mit entsprechenden Werkzeugen ihre soziale Wahrnehmung positiv beeinflussen können. Zum andern führt Google die Mädchen in seine Arbeitswelt ein und erläutert ihnen seine Angebote in der Lehrlingsausbildung.

Digitale Unterstützung für Eltern

Auch Eltern sind im Summer Camp erwünscht. Für sie gibt es einen Workshop, der sie befähigt, ihre Kinder auf ihrer digitalen Reise sinnvoll zu begleiten. Sie erhalten Antworten auf Fragen wie: „Wann sollte mein Kind ein eigenes digitales Gerät bekommen?“ „Wie viel 'screen time' sollten unsere Kinder haben?“ "Wie richte ich zu Hause digitale Regeln ein?“ So gewinnen Eltern an Selbstbewusstsein bezüglich der Themen und können ihre Kinder aktiver und bewusster in ihrer Entwicklung zu selbständigen Navigatoren im Internet unterstützen.

Wie Lernerfolge den Erfolg von Google fördern

Dass Kinder in einem förderlichen Umfeld am besten lernen, ist bekannt. Google bezieht die Eltern und Lehrer in den Lernprozess der Kinder rund um das Thema IT geschickt ein. Damit legt er eine wesentliche Grundlage für den IT-Lernerfolg. Google verweist zudem auf Studien, die besagen, dass viele Schüler und Schülerinnen bis zur achten Klasse eine „MINT“- oder „Nicht-MINT“-Identität gebildet haben. Deshalb gilt: Je früher die Kinder für die MINT-Themen begeistert werden können, umso besser.

Das Werben des Internet-Riesen um den passenden Nachwuchs fügt sich nahtlos an die Altersklasse der Teilnehmenden des Summer Camps an. Google Schweiz offeriert jungen, klugen Köpfen Lehrstellen in der Informatik und wirbt IT-Cracks an der ETH schon ab, bevor sie ihr Studium abgeschlossen haben. Es scheint, dass Google den anderen Schweizer Unternehmen, die auch auf IT-Fachkräfte angewiesen sind, die Talente wegschnappt. Dafür ist nicht nur das „aggressive“ Werben bei den Jüngsten und Besten verantwortlich. Eine wesentliche Rolle spielt auch das attraktive und bereichernde Arbeitsumfeld. Patrick Warnking, Country Director von Google Schweiz, erklärt die hohe Beliebtheit von Google als Arbeitgeber mit spannenden Projekten, die Innovationen hervorbringen und einen Mehrwert für viele Menschen bieten: als Beispiel sei hier Google Maps genannt. Ausserdem gehöre auch eine hohe Eigenverantwortung, kontinuierliche Investitionen in persönliche Weiterbildung und die Zusammenarbeit mit kompetenten Kolleginnen und Kollegen zu den Erfolgsgeheimnissen von Google.

In der Tat hat sich der Schweizer Google Standort seit der Gründung 2004 zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Heutzutage arbeiten bereits über 3000 Mitarbeitende in Zürich und die „Zoogler“ wachsen wohl auch dank den Kinder-Camps stetig weiter.

Lesen Sie auch im Kalaidos Blog:

"Talentknappheit: Was sollen Unternehmen tun?"

"Was IT-Berater wirklich motiviert"

„Führungswerkzeuge, die Google empfiehlt“


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Quellen und weiterführende Informationen

Google. Google Kids Summer Camp: 23-25 Juli 2019

Dibsdale, M. (2019).Warum ist Google als Arbeitgeber so beliebt?

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Themen: HR und Leadership, Digitalisierung

Autor: Irene Willi

Datum: 15. Juli 2019

Schlagworte: Digitalisierung, Rekrutierung

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