Unternehmensführung

Schweizer Familienunternehmen florieren

12. Juni 2019

Den Schweizer Familienunternehmen geht es trotz turbulenter Zeiten gut. 2018 konnten 65 Prozent der Schweizer Familienunternehmen ein Wachstum ausweisen, ein Fünftel davon im zweistelligen Bereich. Das zeigt die neunte Ausgabe der „Global Family Business“-Studie der Beratungsfirma PwC, für die in 53 Ländern 2‘953 Familienunternehmern befragt wurden – davon 108 schweizerische.

Grafik der Herausforderungen für Schweizer Familienunternehmen in den kommenden zwei Jahren

Innovationen und Personalfragen beherrschen heute die Agenda der Familienunternehmen (Grafik: PwC).

Weit oben auf der Prioritätenliste der Familienunternehmen weltweit steht der Erhalt der Innovationskraft. Bei Schweizer Familienunternehmen wird insbesondere an der Schnittstelle zum Kunden digitalisiert. Etwas mehr als die Hälfte plant, ihre digitalen Kapazitäten auszubauen, die anderen sehen hier kaum Handlungsbedarf. Das Geschäftsmodell wird dabei wesentlich seltener adaptiert als im internationalen Vergleich: In der Schweiz wollen das nur 6 Prozent der Firmen tun, weltweit immerhin 20 Prozent.

Vielen erscheint die Digitalisierung kompliziert und anspruchsvoll

Zunehmend gilt die Digitalisierung den Schweizer Familienunternehmen aber auch als Bedrohung: Die Anzahl der Schweizer Familienunternehmen, die sich durch die Digitalisierung verletzbar fühlt, ist binnen zwei Jahren von 19 auf 33 Prozent gestiegen. Als besonders anspruchsvoll werden die Themen künstliche Intelligenz, Robotik und Cybersecurity bewertet. Zudem beobachtet man Mitbewerber aus asiatischen Wirtschaftsregionen mit Sorge, da sie sich rasch entwickeln und dank günstiger Produktionskapazitäten Substitutionsprodukte oder billige Kopien auf den Markt bringen.

Klare Unternehmenswerte ziehen begehrte Fachkräfte an

Im Wettstreit um die besten Talente setzen Schweizer Familienunternehmen bewusst auf ihre Firmenwerte. Für 60 Prozent der Schweizer Unternehmen ist der Zugang zu qualifizierten Fachkräften eine Schlüsselherausforderung. Sie sind oft ländlich gelegen und haben finanziell nicht immer die gleichen Möglichkeiten wie internationale und in Städten domizilierte Konzerne. Deshalb zeigen sich fast alle dieser Unternehmen überzeugt, dass Werte entscheidend zur Mitarbeiterbindung beitragen.

Erfolg und Wertorientierung korrelieren

„Insbesondere für die jüngeren Arbeitnehmer ist ein modernes Werteverständnis wichtig. Sie definieren die Attraktivität eines Arbeitgebers vor allem über Werte, gesellschaftliches Engagement und Nachhaltigkeit“, erläutert Norbert Kühnis, Leiter Familienunternehmen und KMU bei PwC Schweiz. Die Studie zeigt zudem, dass
Familienunternehmen, die Werte und Zweck eindeutig definiert haben, höhere Erträge erzielen und langfristiger am Markt bestehen. Allerdings müssen die Werte schriftlich festgehalten, in die Strategieplanung integriert und aktualitätsgerecht angepasst werden.

Lesen Sie auch im Kalaidos Blog: Geschickte Nachfolgeentwicklung für KMU

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Thema: Unternehmensführung

Autor: Alexander Saheb

Datum: 12. Juni 2019

Schlagworte: Unternehmensstrategie

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