Banking und Finance

Ökosysteme auf dem Vormarsch

26. Juni 2019

Wie führt man Unternehmen heutzutage zu wirtschaftlichem Erfolg? Indem man das tut, was man schon immer getan hat, und das jedes Jahr ein bisschen besser, um schrittweise ein wenig zu wachsen? Das ist eine Möglichkeit. Oder man kauft sich Wachstum durch Fusionen und Übernahmen ein. Auch eine Option. Die heutige Geschäftswelt sieht jedoch anders aus. Die westlichen Märkte sind gesättigt, die Konkurrenz aus Asien und anderen Teilen der Welt nimmt zu, die Gewinne, welche Unternehmen abwerfen, schrumpfen und altbewährte Geschäftsmodelle haben langsam ausgedient.

Digitale Ökosysteme als Treiber für wirtschaftlichen Erfolg 

Digitale Ökosysteme als Treiber für wirtschaftlichen Erfolg (Symbolbild)

Digitale Ökosysteme als Erfolgsfaktor

Es gibt jedoch noch einen dritten Ansatz – digitale Ökosysteme. Ein digitales Ökosystem entsteht, wenn ein Unternehmen in der Lage ist, ein Netzwerk aus Partnern, Kunden, Entwicklern und anderen Akteuren zu bilden und in der Folge zu verwalten. Alle beteiligten Akteure arbeiten auf einer einzigen Plattform, auf ein gemeinsames Ziel hin. Für den durchschnittlichen, traditionell veranlagten Unternehmer mag das ebenso schwierig wie abstrakt klingen. Ganz zu schweigen davon, dass es allen Instinkten des traditionellen Unternehmers widerspricht, das Schicksal des eigenen Unternehmens in die Hände vieler zu legen.

Ist ein digitales Ökosystem auch die passende Lösung für mein Unternehmen?

Bei einem digitalen Ökosystem denken die meisten zunächst an Technologieunternehmen und Start-ups. Waren diese sicherlich Pioniere in diesem Bereich, so finden sich heutzutage gänzlich alle Unternehmen von einem Meer aus Daten umgeben. Ob sie aber auf der Erfolgswelle schwimmen, hängt deshalb davon ab, wie geschickt sie Software und Technologie einsetzen, um ihre Kunden dauerhaft an sich zu binden.

Die Top Akteure

Ein Blick auf die Top Akteure offenbart diverse Modelle. Bei genauerem Hinsehen erkennt man jedoch, dass jedes erfolgreiche Ökosystem exakt auf das Kerngeschäft des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten ist.

  • Apple verdient das meiste Geld mit dem Verkauf hochwertiger Hardware. Deshalb ist deren Ökosystem streng darauf ausgelegt, die wahrgenommene Qualität und das Nutzererlebnis seiner Produkte zu wahren.
  • Google hingegen verdient das meiste Geld mit Anzeigen im Internet. Das eigene Image als offene Plattform spielt dem Unternehmen bei der Sammlung möglichst vieler und vielseitiger Daten in die Hände. 

Sicher handelt es sich bei Apple oder Google um riesige Unternehmen. Die Teilnahme an digitalen Ökosystemen eignen sich jedoch nicht allein für die ganz grossen Akteure. Auch für kleine Unternehmen und Start-ups bieten digitale Ökosystem die Chance auf rasche Skalierbarkeit. 

Fazit – worauf warten wir noch?

Der Teilnahme an einem Ökosystem steht eigentlich nichts, als die Angst vor der eigenen Veränderung im Wege. Die Angst vor Veränderung und dem unentwirrbaren IT-Chaos, welches die Veränderung unter Umständen mit sich ziehen kann. In Tatsache bedeutet dies jedoch nichts anderes, als seine eigenen Systeme anbindungsfähig zu machen und entsprechende Lösungen in der eigenen Legacy einzubetten.

Themen: Banking und Finance, Digitalisierung

Autor: Kevin Schneebeli

Datum: 26. Juni 2019

Schlagworte: Bank-IT, Digitalisierung

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