Unternehmensführung

Firmenkultur als strategisches Asset

29. Mai 2019

Die Unternehmenskultur gehört in der Schweiz zu den ersten Prioritäten der Verwaltungsräte. Denn: Eine starke und offene Unternehmenskultur ist nicht nur ein Wettbewerbsvorteil, sondern ein wesentlicher Treiber für den Unternehmenserfolg. Das belegt der swissVR Monitor in seiner aktuellen Ausgabe. Die Firmenkultur rangiert darin noch vor Compliance oder Risikomanagement.

Team bespricht Projekt

Unternehmenskultur ist als erfolgrelevantes Asset ein Thema in zahlreichen Schweizer Verwaltungsräten (Bild).

Das erstmals abgefragte Thema Unternehmenskultur schafft es gleich unter die wichtigsten zehn Themen und verdrängt das Risikomanagement. Themenfelder wie Talent und Compliance verlieren an Bedeutung. Der swissVR Monitor wird von der Vereinigung swissVR zusammen mit dem Beratungsunternehmen Deloitte und der Hochschule Luzern erstellt.

Befragungen und eigene Eindrücke

Wenn Verwaltungsräte die Unternehmenskultur einschätzen wollen, verlassen sie sich besonders gerne auf Mitarbeiterbefragungen (74 Prozent) oder auf Eindrücke, die sie aus Betriebsbesuchen und Interaktionen mit Mitarbeitenden mitnehmen (65 Prozent). Ihr Vertrauen darauf, die Unternehmenskultur persönlich gut einschätzen zu können, ohne selbst im operativen Tagesgeschäft aktiv zu sein, ist gross. Dazu werden teils auch externe Einschätzungen hinzugezogen: Die Reputation des Unternehmens in den Medien und der Öffentlichkeit (41 Prozent) sowie Eindrücke aus Rückmeldungen von Kunden und Lieferanten (31 Prozent).

Keine Kulturadaption bei Strategiewechseln

Allerdings passt über ein Drittel der Befragten die Unternehmenskultur bei strategischen Neuausrichtungen eher nicht oder gar nicht an. Das mag allenfalls auch daran liegen, dass Verwaltungsräte die Verantwortung für die Unternehmenskultur klar bei CEO und Geschäftsleitung sehen.

Mitarbeitende für Neues fit machen

„Für den nachhaltigen Unternehmenserfolg ist es wichtig, dass der Verwaltungsrat eine Unternehmenskultur prägt, die den Wandel nicht nur fördert, sondern auch von den Mitarbeitenden einfordert“, konstatiert Cornelia Ritz Bossicard, Präsidentin swissVR. Dazu gehöre neben gemeinsamen Werten und einer offenen Diskussionskultur die Befähigung der Mitarbeitenden neue Wege zu gehen – über alle Unternehmensstufen hinweg.

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