Banking und Finance

Compliance und Innovation: Globale Trends (2/3)

27. Mai 2019

RegTech Unternehmen versprechen, Compliance zu einem Kinderspiel zu machen und setzen Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen ein, um Unternehmen bei der Auswertung ihrer Daten zu helfen. Doch bieten diese Angebote im Vergleich zu Inhouse-Lösungen effektiven Mehrwert?

Compliance und Innovation: Globale Trends

Compliance und Innovation: Globale Trends (Symbolbild)

Risikomanagement und Compliance-Vorschriften

Risikomanagement und Compliance-Vorschriften rufen in der Finanzwirtschaft viele Emotionen hervor. Angst vor den Konsequenzen bei Verstössen, Irritationen über einige Anforderungen und Verärgerung über den nicht enden wollenden Strom neuer Bestimmungen. Es ist daher kaum überraschend, dass einer neuen Gattung von IT-Startups, den sogenannten RegTechs und ihrem Versprechen, das Problem mittels neuer Technologie zu lösen, viel Aufmerksamkeit zukommt.

Riesige Datenmengen müssen bewältigt werden

Es ist Tatsache, dass Organisationen mit Daten überflutet werden. Zudem zeigt eine aktuelle Umfrage von Thomson Reuters, dass mehr als die Hälfte der 2018 entstandenen Compliance-Kosten auf aktuelle Themen zurück zu führen sind. KI und maschinelles Lernen können hier Abhilfe schaffen. Das hilft jedoch nicht, wenn die Organisation selbst nicht einmal weiss, über welche Daten sie letztendlich verfügt. Die hier fehlende Transparenz in der IT-Landschaft vieler Organisationen stellt ein Risiko für die Compliance dar. Dabei sind interne Risiken lediglich ein Teil des Problems.

Ableger aus der FinTech-Branche

Viele RegTechs sind eigentlich Ableger aus der FinTech-Branche. Diese wurden gegründet, um die Banken- und Versicherungsbranche für die digitale Revolution zu rüsten. FinTechs wie etwa Paypal konkurrierten jedoch schnell mit den bestehenden Dienstleistern und überflügelten diese sogar. Es war nur eine Frage der Zeit, bis diese Unternehmen mit den gleichen Gesetzes- und Compliance-Fragen konfrontiert wurden wie die traditionellen Finanzdienstleister. Als Antwort hierauf wurde, wenig überraschend, Technologie angesehen, und RegTechs waren geboren.

Fazit

Was erwarten die Unternehmen also von Regulation Technology? In erster Linie, dass sie ihnen dabei hilft, zu interpretieren, was sie bereits an Daten angesammelt haben. Praktisch jede Vorschrift setzt voraus, dass die Informationen vollständig, präzise und aussagekräftig sind. Genau hier können RegTechs ihre Stärken ausspielen. Ihre Technologie kann riesige Datenmengen zu sogenannten „Dashboards“ reduzieren, welche die Entscheidungsfindung und den Überblick über die gesetzlichen Vorgaben enorm vereinfachen. Beispielsweise können ungewöhnliche Transaktionen leichter erkannt werden, was Organisationen bei der Bekämpfung von Geldwäsche hilft. Lesen Sie im nächsten Beitrag, wie RegTech im internationalen Finanzsektor gewinnbringend eingesetzt werden kann.

Lesen Sie weitere Teile dieser Blogserie:
Compliance und Innovation: Globale Trends (1/3)

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