Banking und Finance

Make, Buy or Partner – Financial Technology

29. April 2019

Es ist schwer, heutzutage die „Korridore des Banking“ zu beschreiten, ohne das „Summen“ in Bezug auf mögliche Kooperationen mit aufstrebenden FinTechs zu hören. Auf der Metaebene umfasst der Begriff FinTech viele Aspekte, wird aber oft verwendet, um sich auf Nichtbanken, welche sich zur Erbringung von Finanzdienstleistungen, technologischer Features bedienen zu beziehen. Vor diesem Hintergrund, haben Banken die FinTechs in Vergangenheit als direkten Wettbewerb identifiziert. Dieses Paradigma löst sich jedoch allmählich auf.

Make, Buy or Partner – Financial Technology

Make, Buy or Partner – Financial Technology

Die Heteronomie der digitalen Transformation

Sprechen wir von Heteronomie in Bezug auf die digitale Transformation der Finanzindustrie, so beziehen wir uns auf die tatsächliche Abhängigkeit traditioneller Geschäftsmodelle im Banking und technologischer Neuerungen. Banken erkennen zunehmend, dass das Tempo des technologischen Wandels und die Kundenerwartungen, die fortgeschrittenen Fähigkeiten durchdachter FinTechs erfordern. FinTechs hingegen benötigen etablierte Bankkundenbestände, um ihrerseits das eigene Geschäftsmodell anzukurbeln und so eine kritische Masse zu erreichen.

Make, Buy or Partner

Eine Patentlösung in Bezug auf den Umgang mit jungen Finanz-Start-ups, scheint es noch nicht zu geben – jede Bank sucht diesbezüglich ihren eigenen Weg. Die Gretchenfrage für beide Seiten lautet daher: Kopieren oder Kooperieren? Während viele Institute auf Kooperationen setzen und mit FinTechs zusammenarbeiten, werden auch immer wieder Ideen aus dem FinTech-Lager kopiert. Gleichzeitig verfügen immer mehr der jungen Tech-Firmen über eigene Banklizenzen und machen sich damit unabhängig von den grossen Geldinstituten.

Welche Trends zeichnen sich ab?

Die aktuellen Trends deuten darauf hin, dass sich das Wachstum der FinTech-Branche stabilisiert. Interessant ist allerdings, dass die Investitionen durch Banken in FinTtechs gleichzeitig gestiegen sind – die Offenheit untereinander hat zwischen Banken und FinTechs zuletzt deutlich zugenommen und FinTechs werden nicht länger als disruptive Faktoren und Gegner von Banken gesehen. Im Gegenteil, immer häufiger beteiligen sich Banken an FinTechs oder kaufen sie. Banken die bisher mit FinTechs vor allem „zusammenarbeiten“ wollten, beginnen damit in eben diese zu investieren. Einerseits handelt es sich hierbei um einen strategischen Schritt, andererseits um einen wesentlichen Treiber für die digitale Transformation des eigenen Geschäftsmodells. 

Fazit

Jede Entwicklung des eigenen Geschäftsmodells setzt kritische Leistungs-, Kosten- und Risikoüberlegungen voraus. Die Leistung muss stetig überwacht werden, um sicherzustellen, dass die Bank die vom entsprechenden Provider projizierten Vorteile erhält. Kontinuierliche Überwachung ist darüber hinaus, auch in Bezug auf die Kostenvariablen erforderlich. Mengen- oder Preisparameter können sich während der Vertragslaufzeit ändern, was sich folglich direkt im Business-Case spiegelt.

Keiner weiss, was letztendlich richtig oder falsch ist. Um eine Ära zu prägen, muss jedoch jede Veränderung intrinsisch motiviert sein.   

Themen: Banking und Finance, Digitalisierung

Autor: Kevin Schneebeli

Datum: 29. April 2019

Schlagworte: Digitalisierung, FinTech

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