Banking und Finance

Shift up! DevOps im Banking

17. April 2019

Geschäftsfelder von Internetfirmen und Banken lassen sich sicherlich nicht eins zu eins vergleichen; trotzdem lassen sich auffällige Parallelen beobachten. Google beispielsweise muss pro Tag 3,5 Milliarden Suchanfragen pro Tag bewältigen und Banken müssen beim Börsenhandel zu Spitzenzeiten Millionen von Transaktionen verarbeiten. Beides wäre ohne maximale Skalierbarkeit unmöglich und am Ende des Tages zählen Geschwindigkeit, Nutzerfreundlichkeit und Zuverlässigkeit.

Mehr Speed im Banking

Mehr Speed im Banking (Symbolbild).

DevOps als Treiber für Agilität

Die Schweizer Banken waren bislang im internationalen Vergleich am Thema Digitalisierung eher zurückhaltend. Das lag jedoch nicht in erster Linie an mangelnder Innovationsfreude, sondern vor allem an der strengen Regulierung der Branche. Mittlerweile holen die Finanzinstitute den Rückstand aber auf und auch hier spielt die Regulierung eine Rolle. Aktuelle Themen wie KYC oder der Schutz personenbezogener Daten gemäss der DSGVO erfordern eine leistungsfähige IT. Technologien wie Cloud-Computing und Methoden wie DevOps helfen der Finanzindustrie, agiler und flexibler zu werden.

Maximale Skalierbarkeit – Continuous Delivery

Voraussetzung, um Boden in Bezug auf Agilität und Flexibilität gut zu machen, ist, bezogen auf die eingesetzte IT, maximale Skalierbarkeit und ein von Unterbrüchen befreiter Betrieb. Die Realität sieht jedoch oft anders aus. Viele Banken kämpfen noch immer mit über Jahrzehnten gewachsenen IT-Infrastrukturen, komplexen Plattformen und komplizierten Schnittstellen-Architekturen. Als wäre das nicht genug, werden die Compliance-Vorgaben immer komplexer. Um vor diesem Hintergrund Continuous Delivery als Massnahme umzusetzen, führt an DevOps kein Weg vorbei.

Automatisierung statt manueller Änderungen

Eine ganzheitliche Installation neuer Software war in Vergangenheit mit viel manueller Arbeit verbunden. Ein Administrator musste die entsprechende Software für jedes System anpassen, sich sukzessive auf allen diesen Systemen einloggen, eine entsprechende Datei installieren, das System eventuell neu starten und kontrollieren, ob alles läuft. Sämtliche Vorgänge müssen dabei natürlich protokolliert werden, damit diese für die entsprechenden Stellen nachvollziehbar sind.

Diese Vorgänge lassen sich mittels DevOps automatisieren. Die Administratoren müssen sich nicht mehr mit jedem einzelnen System beschäftigen, sondern es werden Templates erstellt und ausgespielt. Änderungen erfolgen nur noch an den Vorlagen und können problemlos revisionssicher dokumentiert werden. Es besteht auch die Möglichkeit, die Änderungen zuerst auf ein Testsystem aufzuspielen und dort automatisierte Sicherheit-Tests durchzuführen. Damit lässt sich sicherstellen, dass das geplante Vorgehen den Sicherheitsrichtlinien der Bank entspricht.

Fazit

DevOps ist eine bewährte Methode, aber ein Projekt dieser Disziplin gleicht dem anderen. Um das Rad nicht immer wieder neu zu erfinden, können Unternehmen so genannte Playbooks einsetzen. Das Know-how und die Ergebnisse der Kooperation von Systemadministratoren und Entwicklern werden bei der Nutzung des entsprechenden Tools gebündelt. Bei allen genannten Vorzügen ist DevOps aber sicher nicht die Lösung aller Probleme.

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