Banking und Finance

Die Bank der Zukunft

15. April 2019

Es ist ruhiger geworden um das Thema FinTech. Auf der einen Seite haben die Banken in den letzten zwei bis drei Jahren im digitalen Kontext kräftig „Gas gegeben“, auf der anderen Seite haben viele FinTechs nicht den erwünschten oder erhofften Rückhalt in der breiten Masse gefunden. Partnerschaft statt Wettbewerb lautet inzwischen die Devise und strategisches Management ist gefragt. Keine einfache Aufgabe und mit Sicherheit eine, die nicht zwischen Frühstück und Zähneputzen erledigt werden kann.

Banking der Zukunft 

Banking der Zukunft (Symbolbild)

Strategisches Management

Vielmehr handelt es sich um einen andauernden Prozess, dessen Ergebnisse und Stationen stetig hinterfragt werden müssen. Man kann Strategie als eine dreispurige Autobahn betrachten, die eine grobe, aber klare Richtung vorgibt. Hin und wieder steht man allerdings im Stau und muss auf Umleitungen ausweichen. Das Ziel allerdings sollte bei Fahrtantritt klar definiert sein und man sollte es nicht aus den Augen verlieren.

Der Kunde im Zentrum

Im Zeitalter der fortschreitenden Digitalisierung scheinen viele Manager unter dem Eindruck zu stehen, dass die Zukunft des Bankgeschäfts in einem Meer von Technologie zu suchen und auch zu finden sei. Das mag zwar nicht falsch sein, beschreibt aber nur eine Seite der Medaille. Für die Finanzindustrie gilt dasselbe wie für alle anderen Branchen. Die Bedürfnisse ihrer Kunden müssen im Mittelpunkt ihrer digitalen Transformation stehen. Dies gilt für bestehende wie auch neu entstehende Geschäftsmodelle.

Vertrauen und Regulierung

Im direkten Geschäft mit der Endkundschaft ist Vertrauen gefragt. Etablierte Banken haben in diesem Kontext einen deutlichen Vorsprung vor den FinTechs, zumal sie sich dieses Vertrauen über lange Zeit erarbeitet haben. Bis eine kritische Masse von Kundinnen und Kunden neuen und unbekannten Marktteilnehmern ihr Geld anvertraut, wird es noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Insbesondere dann, wenn etablierte Banken beginnen, ähnliche Leistungen selbst anzubieten.

Daran ändert es auch wenig, dass einige FinTechs die Banklizenz bestehender Banken als Ankerpunkt nutzen oder sogar selbst eine Banklizenz erwerben. Die neue Marke muss sich das Vertrauen der potenziellen Kundschaft erst erarbeiten. Im Banking dauert dies vergleichsweise lange. In dieser grundlegenden Vertrauenskomponente wie auch in der bestehenden Regulierung, die einen gewissen Schutzwall um die Banken legt, liegen daher auch entscheidende kompetitive Vorteile auf Seiten der Banken.

Fazit

Vor diesem Hintergrund sollte es etablierten Banken eigentlich leichtfallen, sich für eine kundenorientierte und digitale Zukunft fit zu machen. Das Kapital für die Realisierung sollte ebenso vorhanden sein wie eine ausreichende Anzahl an Beispielen, die als Vorbild für den digitalen Teil dienen können. Wichtig ist, das Tempo der Erneuerungen so zu gestalten, dass der Vorsprung erhalten bleibt und dabei die bestehenden Grundlagen des Vertrauens nicht gefährdet werden.

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