Banking und Finance

Künstliche Kollegen – Eine neue Art des Arbeitens

10. April 2019

Wenn Kundinnen und Kunden Kontakt mit Amazon aufnehmen wollen, so wird diese Aufgabe zunehmend von Echo übernommen. Echo ist der kleine Zylinder im Wohnzimmer, welcher uns das Leben vereinfachen soll. Intelligente Technologien finden wir immer häufiger im eigenen Wohnzimmer. Wenn Echo, Siri und Co. mit uns interagieren, soll damit unser Alltag erleichtert und das Kundenerlebnis in den Mittelpunkt gestellt werden. Hier drängt sich sodann eine zentrale Frage auf: Warum soll eine KI nicht auch Mitarbeitenden ein verbessertes Erlebnis bieten können?

Künstliche Kollegen – eine neue Art des Arbeitens

Künstliche Kollegen – eine neue Art des Arbeitens (Symbolbild)

Gewonnene „Hyper-Relevance“ auf Mitarbeitende übertragen

Ein zentraler Aspekt, denn wir übersehen oft, dass sich auf Seiten der Mitarbeitenden in Sachen KI bereits einiges tut – und weiter tun wird. Bis 2035 soll ein Grossteil der Automatisierungspotenziale von Jobs realisiert werden. Die Art des Arbeitens wird sich also fundamental ändern. Wie, wann, was und in welcher Reihenfolge dieser Einschnitt in Bezug auf die Mitarbeitenden jedoch geschehen wird, ist für viele Unternehmen noch ein unlösbares Rätsel.

Digitale Skills sind der Schlüssel

Das Wichtigste zuerst: Es müssen schnellstmöglich relevante, digitale Skills definiert und entsprechend aufgebaut werden. Dies muss individuell und stets fokussiert auf Ebene der Mitarbeitenden geschehen. Doch diese nötigen Skills zu erkennen, als relevant zu definieren und innerhalb der Belegschaft zu fördern, ist die grosse Herausforderung. Für diesen Auswahlprozess ist es zentral notwendig, sich auf die eigentlichen Stärken der Mitarbeitenden zu besinnen. Denn nicht jeder Arbeitsprozess kann und sollte automatisiert und von virtuellen, intelligenten Technologien übernommen werden.

Den unersetzlichen Faktor Mensch fördern

Nach wie vor können Mitarbeitende aus Fleisch und Blut besser als jede Maschine zum Beispiel Entscheidungen fällen, kreativ denken, neue Arbeitswege und Prozesse ausprobieren, mit anderen Menschen interagieren und improvisieren. Wer diese Skills jetzt zu neuen Rollen in der digitalen Welt konvertieren kann, steigert neben dem Wert des Unternehmens auch seinen eigenen.

Gerade bei Banken gibt es gegenüber neuen Technologien oft Vorbehalte. Daher wird Mitarbeitenden, welche KI und ihre Möglichkeiten verstanden haben, eine wichtige „Botschafter-Funktion“ zuteil. Sie müssen in der Lage sein, Kollegen die erforderliche Sicherheit und Kompetenz im Umgang mit künstlicher Intelligenz zu vermitteln und können Bedenken auf Kundenseite oder von Geschäftspartnern entgegenwirken.

Fazit

Die gesamte Finanzbranche setzt sich zurzeit massiv mit dem Thema „Future Workforce“ und einer sinnvollen Kooperation von menschlichen Mitarbeiter/innen und künstlichen Kollegen/innen auseinander. Diese Erkenntnis für die Bedeutung des Themas ist ein guter Anfang, doch die Bereitschaft für KI muss auch in allen Unternehmensbereichen vorhanden sein. Daher empfiehlt es sich stets, „alles“ in Frage zu stellen – auch die eigenen Fähigkeiten. Die Zukunft wird zeigen, welchen Instituten und Managern dieses Hinterfragen der eigenen Relevanz gelingt.

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