Banking und Finance

Plattformwirtschaft für Banken

08. April 2019

Plattformen versprechen der Bankkundschaft, eine Vielzahl von Services aus einer Hand zu bekommen. Darüber hinaus sorgen sie für mehr Transparenz und eine umfassendere Auswahl. Diese Veränderung soll nicht primär als Bedrohung verstanden werden, sondern als Möglichkeit für Wachstum und Chance auf Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb.

Plattformwirtschaft für Banken 

Plattformen im Banking – eine neue Chance (Symbolbild).

Alles aus einer Hand

Banken, vor allem im Retailbereich, versprechen ihrer Kundschaft, „alles aus einer Hand“ zu liefern. Was sich vordergründig gut anhört, war bis vor wenigen Jahren auch ein Ausdruck mangelnder Wahlmöglichkeiten. Heute beziehen immer mehr Kunden Finanzdienstleistungen nicht mehr nur von klassischen Banken, sondern auch von neuen Wettbewerbern. Das können Produktlösungen wie Geldtransfers oder Services wie Finanzplanungswerkzeuge sein.

Neuausrichtung bestehender Wertschöpfungsketten

Der bereits erwähnte Wettbewerb und die sich rasant verändernden Kundenbedürfnisse setzen Banken enorm unter Druck und fordern Innovation. Mit visionärem Blick in die Zukunft bietet sich ein Szenario der „Bank als Plattform“ an. Diese erfordert jedoch die Zergliederung von bestehenden Wertschöpfungsketten von Banken in die Ebenen „Produkte“, „Prozesse“ und „Vertrieb“. Banken sollten dabei ein geschärftes Verständnis in Bezug auf ihre Stärken entwickeln und diese, wenn identifiziert, gezielt im Hinblick auf ausgewählte Touch Points und zugeschnitten auf die jeweiligen Kundensegmente einsetzen.

Auf dem Weg in die Plattformökonomie

Mit dem „Bank als Plattform“-Ansatz richten Banken ihr Geschäftsmodell auf Serviceangebote aus, um so ihren langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern. Bis vor kurzem galt die Regulierung der Geschäftsmodelle im Bankensektor als zu restriktiv, sodass neue Akteure nur zögerlich in den Markt eintraten, während sich die Banken in einer relativ komfortablen Wettbewerbsposition befanden. Banken konnten vor allem durch Unterschiede bei den Zinssätzen für erworbene Verbindlichkeiten und den Verkauf von Vermögenswerten sowie durch die Vermittlung von Finanzprodukten jahrzehntelang nachhaltige Gewinne erzielen.

Branche am Scheideweg – was nun?

Diese beneidenswerte Situation geht nun jedoch zu Ende. Banken agieren inzwischen auf einem hart umkämpften Markt, welcher durch die bereits genannten Faktoren wie sich rasant ändernde Kundenbedürfnisse, niedrige Zinsen und den Eintritt neuer, agiler Marktteilnehmer bedroht sind.

Zunehmend überdenken die Banken ihre bestehenden Geschäftsmodelle jedoch und fokussieren auf Dienstleistungen als Hauptumsatzträger. Dieser Ansatz ist gleichbedeutend mit einem Szenario, bei welchem Banken und andere Anbieter ihrer Kundschaft über kooperative Geschäftsmodelle eine Vielzahl von Dienstleistungen bereitstellen können und die Kundschaft die jeweils benötigte Dienstleistung passgenau in Anspruch nehmen kann.

Fazit

Banken können ihre Geschäftsmodelle mithilfe des „Bank als Plattform“-Ansatzes in die nächste Geländekammer heben und sich über kundenorientierte Serviceangebote nachhaltige Wettbewerbsvorteile sichern. Institute, die diese Chance verstreichen lassen, laufen Gefahr, ihre Kunden an neue Wettbewerber oder auch an innovativere klassische Wettbewerber zu verlieren.

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