Unternehmensführung

Digital-Strategie für Spitäler

11. Februar 2019

Spitäler können sich die Chancen der Digitalisierung im Rahmen eines strukturierten Strategieprozesses nutzbar machen. So begegnen sie der Ertragsminderung durch den Trend zu ambulanten Behandlungen und dem Wunsch der Patienten nach einer ganzheitlichen Betreuung entlang des Patientenpfades.

Grafik der sechs Disruptionsfaktoren für Digitalstrategie im Spital

Die Digitalisierung eröffnet Spitälern durch neue Hardware- und Software-Angebote neue strategische Optionen (Grafik: KPMG).

Mit dem Potenzial der Digitalisierung im Spitalwesen befasst sich der Fachbeitrag „Strukturiertes Vorgehen ist angesagt“ in der Publikation „Clarity on Healthcare“ der Unternehmensberatung KPMG. Autoren sind Prafull Sharma, Partner und Head Digital Advisory sowie Marc-André Giger, Director Healthcare und Walter Gratzer, Senior Manager Healthcare.

Digitaltechnologien sind für Spitäler bestens geeignet

Im Spital anfallende grosse Datenmengen sind ein ideales Einsatzgebiet für Cloud/Analytics-Anwendungen. Sie würden Vorhersagen zur Belegung der Notfallaufnahme erlauben und helfen, die interne Personal- und Infrastrukturplanung zu optimieren. Gängige Smartphones gestatten wiederum die Überwachung der Vitalparameter von Patienten und können Erinnerungen zur Medikamenteneinnahme empfangen.

Die Vernetzung von Spital zu zuweisenden Ärzten erledigt eine Gesundheitsplattform, auf der Leistungserbringer Patientendaten gemeinsam nutzen. Viel Potenzial hat auch die Vereinfachung der Administration via elektronische Terminvereinbarung/Überweisung.

Systematische Strategiearbeit erschliesst Potenzial der Digitalisierung

Eine systematische Integration dieser technologischen Möglichkeiten in die Strategiearbeit kann Spitälern neue Möglichkeiten erschliessen. Man kann dazu in vier Schritten vorgehen, schreiben die KPMG-Experten.

  1. Digitale Initiative: Die Bedeutung der Digitalisierung für das Spital wird definiert, ebenso die verfolgten Ziele und Bereiche, die angegangen werden sollen. Relevante Stakeholder und Mitarbeitende sind frühzeitig zu involvieren.
  2. Business Cases: Für jede Digitalisierungsinitiative wird ein detaillierter Business Case erstellt, der aus der Entwicklung und Bewertung diverserer Handlungsoptionen hervorgeht.
  3. Digital Road Map: Das Management soll über Konzeptpapier und Business Cases entscheiden. Die Cases werden in einen Businessplan mit realistischen Umsetzungszielen konsolidiert.
  4. Umsetzung der Initiativen: Bündelung in zielführenden Workstreams. Besondere Sorgfalt ist auf das Schnittstellenmanagement und Projektmanagement zu legen.

 

Den Changeprozess in der digitalen Transformation und seine erfolgreiche Steuerung behandeln wir hier.

Thema: Unternehmensführung

Autor: Alexander Saheb

Datum: 11. Februar 2019

Schlagworte: Unternehmensstrategie

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