Banking und Finance

Konzeption eines Open-Banking-Modells (3/4)

13. Februar 2019

In meinem letzten Beitrag habe ich die Mechanismen respektive die einzelnen Dimensionen eines Open-Banking-Modells beschrieben. Angelehnt am Geschäftsmodell des „St. Galler Business Modell Navigators“ (pdf), welches vier zentrale Dimensionen sieht, habe ich gezielt kurz- wie auch langfristige Einflussfaktoren abgeleitet. Diese wirken sich einerseits direkt auf das aktuelle Servicemodell von Banken aus, andererseits nehmen sie spürbar Einfluss auf die Innovationskraft von Finanzinstituten.

Konzeption eines Open-Banking-Modells

Open Banking – der Innovationsmotor (Symbolbild).

Ökosysteme

Ob Open Banking als Basis für ein Ökosystem dient oder lediglich als Dienstleister und somit als Zulieferer für weitere Ökosysteme fungiert, wird sich in naher Zukunft zeigen. Spätestens mit der Einführung von PSD2 können diese Erkenntnisse gezogen werden. Die Auswertung meiner Masterarbeit, welche sich auf die im letzten Beitrag beschriebenen Dimensionen bezieht, hat verschiedene Ansichten bezüglich dem künftigen Servicemodell von Banken hervorgebracht.

Bringt man das Open-Banking-Modell in Relation mit offenen Geschäftsmodellen, so werden Kooperationen innerhalb eines Ökosystems essentiell in Bezug auf die eigene Wertschöpfung. Finanzinstitute, welche den Weg in ein offenes Geschäftsmodell suchen, müssen aktiv nach neuen Kooperationsmöglichkeiten mit Drittanbietern suchen, um das eigene Serviceangebot entsprechend zu platzieren und so neue Einnahmequellen zu generieren.

Innovationen

Innovation wird in der Umgangssprache mit neuen Ideen und Erfindungen in Verbindung gebracht. Welche Lösungen jedoch wirklich innovativ sind, wird letztendlich vom jeweiligen Nutzer entschieden. Bezogen auf Open-Banking-Modelle dienen Innovationen als Motor und Veränderungstreiber. Nur wer „Mut zur Lücke“ zeigt, kann alternative Bankdienstleistungen erfolgreich etablieren und sich so von der Konkurrenz abheben. Wie bereits vorgängig in einem meiner letzten Beiträge am Thema beschrieben, müssen sich Banken frühzeitig mit dem Thema Open Banking befassen, um den durch strategische Kooperationen mit FinTechs erzeugten Aufschwung nutzen zu können. 

Richtlinie über Zahlungsdienste – Treiber für Open-Banking-Modelle

PSD2 – eine EU-Regulierung unter vielen? Nein, der Regulator betritt mit dieser Richtlinie Neuland, denn erstmals ist die Forcierung des Wettbewerbs eine wesentliche Motivation für den Markteingriff. Die PSD2 öffnet den Markt einerseits für neue Dienstleistungen, andererseits öffnet die Direktive die Tür für den Wettbewerb etablierter Institute. Im Kern müssen Finanzdienstleister Systemzugänge, sogenannte API’s, schaffen, um Dritten im Kundenauftrag autorisiert Zugriff auf deren bankbezogenen Informationen zu gewähren – und das mit paneuropäischer Richtweite.

Fazit

Stellt die Massnahme auf den ersten Blick Finanzinstitute vor deutliche Herausforderungen, so liegt in der Regulierung auch eine Chance, etwa über erweitertes Data-Analytics neue Kunden zu gewinnen und das Cross-Selling-Potenzial besser auszuschöpfen. Im letzten Beitrag dieser Reihe werde ich auf die Geschäftsstrategie für die Umsetzung, sowie die Schweizer API-Lösungen eingehen. Bleiben Sie dran.

Lesen Sie weitere Teile dieser Blogserie:
Konzeption eines Open-Banking-Modells (Teil 1/4)
Konzeption eines Open-Banking-Modells (Teil 2/4)
Konzeption eines Open-Banking-Modells (Teil 4/4)

Themen: Banking und Finance, Digitalisierung

Autor: Roger Wisler

Datum: 13. Februar 2019

Schlagworte: Digitalisierung, PSD2

Verwandte Artikel