Banking und Finance

Open Source in der Finanzindustrie

06. Februar 2019

Open Source bringt klassisch organisierten Unternehmen eine ganze Reihe von Vorteilen und kann zum wesentlichen Treiber für Innovation werden. So reduziert quelloffener Code beispielsweise die Entwicklungskosten und verkürzt die „Time-to-Market“. Dem muss jedoch eine fundierte Potenzialanalyse vorangehen, zumal die Auswahl an verschiedenen Arten von Open-Source-Geschäftsmodellen und deren Nutzen für Anbieter, Käufer und Branchen äusserst gross ist.

Open Source in der Finanzindustrie

Open Source in der Finanzindustrie (Symbolbild).

Open Source als Innovationstreiber in der Finanzindustrie

Immer mehr Schweizer FinTechs drängen mit innovativen Produkten und Dienstleistungen in den Bankenmarkt. Sie fokussieren sich auf einzelne Bestandteile der Wertschöpfungskette und profitieren von niedrigen Markteintrittsbarrieren. Dabei ermöglichen offene Geschäftsmodelle der gesamten Finanzindustrie, sich hin zu einem marktplatzähnlichen Ökosystem zu entwickeln. Die traditionelle Wertschöpfungskette wird in einzelne Bestandteile zerlegt, wobei Banken und Drittanbieter zielgerichtete Produkte und Dienstleistungen bereitstellen, aus welchen Kunden individuell und bedürfnisgerecht auswählen können. Eine steigende Produkt- und Dienstleistungsvielfalt sowie sinkende Preise sind die Lehren aus anderen Branchen mit vergleichbarer Entwicklung.

FinTechs setzen auf den Trend offener Geschäftsmodelle

Im Gegensatz zu vielen Banken nutzen FinTechs den aktuellen Trend und entwickeln innovative Produkte und Dienstleistungen mit Fokus auf Bedienung, Design und Kundenerlebnis. Dem geht ein einstimmiges Verständnis in Bezug auf eine kundenzentrierte Geschäftsmodellarchitektur voraus. Unter passender Verwendung von „Open-Banking-API’s“ lassen sich diese Produkte bei der Disintermediation der Wertschöpfungskette gut in die existierende Servicepalette bestehender Bankenmodelle integrieren. Auf diese Weise würden Banken, Produkte und Services der FinTechs mitanbieten.

Traditionelle Einnahmequellen sind bedroht

Die heutigen Haupteinnahmequellen von Banken, beispielsweise im Kreditgeschäft, sind hauptsächlich das Zinsdifferenzgeschäft und die Kreditgebühren. Plattformen, auf denen Investoren und Kreditnehmer direkt zusammengebracht werden, schalten allerdings den Finanzintermediär aus und bedrohen mit ihrem neuen Ertragsmodell so die traditionellen Einnahmequellen von Banken im Kreditgeschäft. Ein weiterer Vorstoss von FinTechs in den Bankenmarkt sind Innovationen im Bereich der persönlichen Finanzverwaltung, wo Kunden auch ohne fortgeschrittene Finanzkenntnisse ermöglicht wird, komplizierte Dienstleistungen zu nutzen. Gleichzeitig treiben FinTechs die Demokratisierung von individuell zugeschnittenen Produkten und Dienstleistungen in der Finanzindustrie voran. Durch die stetige Weiterentwicklung von Algorithmen, zum Beispiel durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz, ist ein persönlich zugeschnittenes Produkt mit deutlich niedrigerem Aufwand und geringeren Preisen realisierbar geworden.

Fazit

Open-Source-Geschäftsmodelle bieten Banken, FinTechs und Drittanbietern bereits eine Vielzahl an Möglichkeiten, mit neuen Ertragsmodellen erfolgreich zu sein. Einer der Erfolgsfaktoren wird die Nutzung von vorhandenen Daten, um so für den Kunden passgenaue Lösungen entwickeln zu können sein. Gezielte Partnerschaften mit FinTechs und Technologieunternehmen sind eine Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten von Banken in den Bereichen Produktinnovation, Kundenerlebnis und Analytics auszubauen.

Thema: Banking und Finance

Autor: Kevin Schneebeli

Datum: 06. Februar 2019

Schlagworte: Digitalisierung, Zukunftsfähigkeit, FinTech

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