Unternehmensführung

Mehr Kundennutzen mit Industrie 4.0 – Teil 1/2

09. Januar 2019

Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM) will mit ihren Industrie 4.0-Projekten vor allem Zusatznutzen für die Kunden generieren. Das geht aus der von Swissmem zusammen mit Swissmechanic und der Initiative „Industrie 2025“ im Jahr 2018 zum zweiten Mal erstellten Studie „Umsetzungsstand Industrie 4.0“ hervor.

Grafik zur Nutzung von Industrie 4.0 Technologien in Schweizer Firmen
Die meisten Schweizer Unternehmen wollen in vier Bereichen Industrie 4.0 umsetzen (Grafik: Swissmem).

Ähnlich wie vor zwei Jahren bei der Erstauflage der Studie sind die meisten Firmen der Meinung, dass sie Industrie 4.0-Technologien in vier von zehn vorgegebenen Bereichen einsetzen werden. Aktuell haben sich über 35 Prozent der Firmen für diese Breite der Anwendung entschieden, 2016 waren es knapp 20 Prozent. Am beliebtesten sind dabei die „Schaffung von Zusatznutzen für Kunden“, die „Steigerung der Produkt- und Servicequalität“ und die „Stärkung der Kundenbindung“. Vor zwei Jahren ging der Fokus noch auf interne Prozesse: Die Firmen setzten die „Steigerung von Effizienz und Produktivität“ auf Platz eins. Heute findet sich dieses Ziel nur noch auf Rang 5 wieder.

Grafik der beliebtesten Industrie 4.0 Technologien in Schweizer Firmen

Die Frage lautete: Wo sehen Schweizer Unternehmen den grössten Anwendungsnutzen für Industrie 4.0 (Grafik: Swissmem).

Fast alle Unternehmen haben Erfahrung mit Industrie 4.0- Projekten

Die meisten Entscheider erwarten, dass ihre Kunden Produkte oder Dienstleistungen im Sinne der Industrie 4.0 haben. Rund 90 Prozent der Umfrageteilnehmer haben deshalb Aktivitäten mit diesen Zielsetzungen. Die Suche nach neuen digitalen Geschäftsmodellen ist wesentlich wichtiger geworden. Rund 94 Prozent der erfassten Firmen haben mindestens ein Industrie 4.0-Projekt umgesetzt, in Arbeit oder geplant. Gegenüber Grossunternehmen haben KMU mehr Digitalisierungsprojekte in Planung, aber deutlich weniger umgesetzt. Dabei schätzen rund 30 Prozent der Grossunternehmen und rund 50 Prozent der KMU die digitale Reife ihres Umfeldes als gering oder eher gering ein.

Die Industrie 4.0-Projekte treffen auf spezifische Hindernisse und bedingen erhöhten Finanzierungsbedarf. Mehr darüber im zweiten Teil.

Thema: Unternehmensführung

Autor: Alexander Saheb

Datum: 09. Januar 2019

Schlagworte: Wertschöpfung

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