Wirtschaftspsychologie

Selbstmanagement: Acht Tipps

05. Dezember 2018

Selbstmanagement ist nichts anderes als die Bemühung, das eigene Verhalten zielgerichtet zu beeinflussen. Flache Hierarchien, mehr Verantwortung und Autonomie verlangen in der heutigen Arbeitswelt häufig genau das: Die Fähigkeit, sich selber gut zu managen. Längst übernehmen wir nicht einfach nur klar definierte Aufgaben unserer Vorgesetzten, sondern entscheiden selber, wann wir was erledigen. Das gelingt oft nur unzureichend. Wir verpassen Deadlines, schieben Aufgaben bis zur letzten Minute hinaus, oder verlieren den Überblick über unsere Tasks.

Unser brandaktuelles Buch «Wirtschaftspsychologie für Bachelor» (2018) nimmt sich u. a. dem Thema Selbstmanagement an. Hier sind acht praktische und wissenschaftlich fundierte Tipps aus dem Buch, wie Selbstmanagement besser gelingt.

Selbstmanagement
Wie gelingt es, uns erfolgreich selber zu führen? (Symbolbild)

  1. Schreiben, schreiben, schreiben
    Im Gespräch von einem neuen Restaurant erfahren, das man gerne ausprobieren möchte? Vor dem Einschlafen gerade noch eine Frage an den Chef eingefallen? Es lohnt sich, sich so viel wie möglich aufzuschreiben. Dies können Fragen, Ideen, Aufgaben oder Termine sein. Damit entlasten wir unser Gedächtnis und eine gezielte Aufmerksamkeit wird erleichtert.

  2. Unangenehmes zuerst
    Haben wir mehrere Aufgaben vor uns, beginnen wir am besten mit den unangenehmen. Auch wenn es verlockend ist, mit den angenehmen Aufgaben zu beginnen – häufig ist das nur eine Strategie, das Unangenehme vor sich hinzuschieben. Kann man sich nach dem Erledigen von etwas Unangenehmem mit einer angenehmeren Aufgabe «belohnen», wirkt dies als positive Verstärkung. Es lohnt sich daher, sich ein Herz zu fassen und in den sauren Apfel zu beissen, bevor man sich an den Schoggijob macht.

  3. Liste führen
    Eine «To-do-Liste» zu führen hat viele Vorteile. Man entlastet sein Gedächtnis und erhält mehr Übersicht. Aufgaben werden dabei nach der Priorität geordnet. Ähnlich wie beim vorherigen Punkt lohnt es sich auch hier, mit der wichtigsten Aufgabe zu beginnen.

  4. Ziele setzen
    Am besten hält man seine Ziele schriftlich fest. Dies kann kurzfristige Ziele betreffen (ich möchte bis Ende Jahr meinen ersten Blogbeitrag auf diesem Blog veröffentlichen) oder auch längerfristige Ziele (innerhalb der nächsten fünf Jahre möchte ich eine Stelle mit Führungsverantwortung innehaben). Sich einmal im Jahr mit Neujahrsvorsätzen auseinanderzusetzen, genügt aber nicht. Zentral ist, dass man Ziele nicht nur niederschreibt, sondern auch einen Weg findet, sich regelmässig an diese Ziele zu erinnern. Dies kann z. B. mit monatlichen Erinnerungsterminen im Kalender geschehen.

  5. Ziele mitteilen
    Ziele erreichen wir besser, wenn wir sie einer Vertrauensperson mitteilen. Hier greift das Prinzip der Selbstverpflichtung. Obwohl es «unser» Ziel ist, fühlen wir uns stärker verpflichtet, es auch zu erreichen, wenn andere Personen davon wissen. Zudem können Vertrauenspersonen uns bei der Zielerreichung unterstützen – sei es durch Erinnerung an das Ziel oder andere Hilfestellungen.

  6. Lob ja, Strafe nein
    Erreicht man sein Ziel, darf man sich gerne belohnen. Generell tritt positiv verstärktes Verhalten häufiger auf. Dies kann man ein Stück weit auch selber steuern, indem man Erfolge feiert und das Erreichen von Zielen würdigt. Sich selber bei Zielverfehlungen zu bestrafen, wird allerdings weniger empfohlen. Manchmal gibt es gute Gründe, warum man ein Ziel nicht erreicht hat. Und seiner eigenen Bestrafung kann man auch relativ einfach ausweichen.

  7. Räum mal auf
    Bei einem vollgestellten Arbeitspult ist die Verlockung von Ablenkungen gross. Der Tisch sollte möglichst frei sein von allem, was ablenkt und/oder nicht zum Erledigen der Aufgabe benötigt wird. Ein ordentlicher Arbeitstisch mit den minimal benötigten Unterlagen hilft, sich zu konzentrieren. So kann es auch helfen, das Natel ausser Sichtweite zu platzieren. 

 

Als achter Punkt der wohl wichtigste: Nachsichtig mit sich selber zu sein. Tipps wie die eben genannten können nicht immer alle eingehalten werden. Selbstregulation und Handlungskontrolle unterstützen uns in der Zielerreichung und dabei, unsere persönlichen Ressourcen effizient und optimal zu nutzen. Eine gute Balance zwischen Selbstmanagement und Nachsicht ist hier angezeigt. 

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Weiterführende Informationen und Quellen:

Fichter, C. (Hrsg.). (2018). Wirtschaftspsychologie für Bachelor. Berlin: Springer.

Themen: Wirtschaftspsychologie, HR und Leadership

Autor: Regula von Büren

Datum: 05. Dezember 2018

Schlagworte: Selbstmanagement, Tipps

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