Banking und Finance

Open Banking (2/3)

10. Dezember 2018

Open Banking fordert Banken dazu auf, sich zu öffnen und Kundendaten transparent für Dritte zugänglich zu machen. Im zweiten Beitrag aus meiner Blogreihe zum Thema Open Banking werde ich die Forschungsergebnisse meiner Masterarbeit sowie die daraus gewonnenen Erkenntnisse zusammenfassen.

Geschäftsmodellentwicklung zu Open Banking und Ökosysteme

Wenn man sich die Geschäftsmodellentwicklung von Finanzdienstleistern anschaut, hat der Wandel vom traditionell geschlossenen, also „closed“ Business Modell zum offenen, „Open“ Business Modell, bereits begonnen.

Open Banking – Bankentradition vs. digitale Öffnung

Open Banking – Bankentradition vs. digitale Öffnung (Bild; Quelle: Wisler, 2018)

Kanalerweiterung durch Open Banking

Während Banken in der Vergangenheit die digitalen Kanäle stets nur für ihre eigenen Produkte wie Online und Mobile Banking verwendet haben, spricht man bei Open Banking davon, Daten über die eigenen Institutionsgrenzen hinaus auszutauschen. Vereinfacht gesagt heisst das, die Bank öffnet und teilt ihre Daten via Schnittstellen, sogenannten APIs, mit Drittanbietern. Diese Entwicklung hat des Weiteren jedoch zur Folge, dass Kunden Bankdienstleistungen über Lösungen von Drittanbietern beziehen können. Die Öffnung dieser Kanäle bedeutet für Kunden, dass Dienstleistungen gebündelt aus einer Hand angeboten werden können. Entsprechend muss es sich bei einem Anbieter einer Dienstleistung nicht zwingend um die Hausbank eines Kunden handeln, sondern es kann ein x-beliebiger Anbieter sein.

Innovationstreiber Open Banking

Die Auswertung der Masterarbeit hat ergeben, dass, wenn Banken sich frühzeitig mit dem Thema Open Banking befassen, sich viele Chancen für Innovationen, gerade in Zusammenarbeit mit FinTechs ergeben. Verpassen Banken den richtigen Zeitpunkt jedoch, wird es schwierig, den Anschluss an die Konkurrenz wieder zu finden. Daher sind Partnerschaften zwischen Banken und Drittanbietern von essentieller Natur und können sich auch lediglich auf ergänzende respektive komplementäre Dienstleistungen fokussieren.

„Lego-Banken“

Eine weitere Form von strategischen Partnerschaften im Open Banking Business Modell verfolgen die sogenannten „Lego-Banken“. Sie bieten Open APIs ihrer Banking-Services für FinTechs an. Ihr Geschäftsmodell basiert auf dem Prinzip, dass sie die technische Infrastruktur und Transaktionsabwicklung (Clearing) übernehmen. Die FinTechs auf ihrer Seite können sich so optimal auf die „Customer Journey“ ihrer Kunden fokussieren.

Fazit

Auf strategischer Ebene ist es möglich, mittels Open Banking Ansatz neue Netzwerkstrukturen zu schaffen. Dies wiederum ermöglicht eine Erweiterung der eigenen Wertschöpfungskette und bietet den Kunden vor allem „Convenience“. Doch bis wann wird sich Open Banking im Markt nun etablieren? Dieser Frage bin ich weiter nachgegangen. Gerne nehme ich Sie weiter mit auf die Reise – bleiben Sie dran.

Lesen Sie weitere Teile dieser Blogserie:
Open Banking (1/3)
Open Banking (3/3)

Thema: Banking und Finance

Autor: Roger Wisler

Datum: 10. Dezember 2018

Schlagworte: PSD2, FinTech

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