Unternehmensführung

Economiesuisse-Chef warnt vor Handelsstreit-Folgen

26. November 2018

Der Handelsstreit zwischen den USA, der EU und China hat auch Folgen für die Schweiz. Darüber sprach Heinz Karrer, Präsident des Wirtschafts-Dachverbandes economiesuisse, bei einem Herbstgespräch-Anlass der Kalaidos FH Ende November 2018.

Bild Economiesuisse-Präsident Heinz Karrer am Herbstgespräch der Kalaidos Fachhochschule

Die Folgen der neuen US-Handelspolitik sind für die Schweiz unvorteilhaft, findet economiesuisse-Präsident Heinz Karrer (Foto: Torben Stührmann).

Handelspolitik der USA schafft für Schweiz viele Unsicherheiten

Nach Karrers Worten entsteht durch den schwelenden Handelsstreit grosse Unsicherheit. In der Schweiz ist vor allem der produzierende Sektor betroffen. Beispielsweise bei Stahlexporten von der Schweiz in die EU. Die EU hat nämlich die Importe aus Drittstaaten kontingentiert, um die chinesischen Stahlimporte im Zaum zu halten. Das trifft aber auch die Schweiz. Insgesamt dürfte laut Karrer ein jährliches Handelsvolumen von rund einer Milliarde Franken betroffen sein.

Die langfristigen Folgen des Handelsstreits seien überhaupt noch nicht abzuschätzen, meint Karrer. Allerdings wollte er keine Parallele zur Aufhebung des Euro-Mindestkurses ziehen. Die Ereignisse rund um den Wechselkurs hätten die Schweizer produzierende Industrie kurzfristig wesentlich massiver getroffen.

Schweiz sollte wieder attraktiver Firmenstandort werden

Karrer sprach auch über die Rückstufung der Schweiz in diversen internationalen Wirtschaftsrankings. Dafür seien vor allem drei Ereignisse verantwortlich: Zum einen die verlorene Abstimmung zur Unternehmenssteuerreform III, zum anderen die Entwicklung des Franken-Wechselkurses und zum dritten die Unsicherheit in bezug auf das Verhältnis mit der Europäischen Union. Hinter den Rankings würden schliesslich Fragen stehen, die für multinationale Unternehmen von grosser Bedeutung bei Standortentscheiden seien.

2019 bringt wirtschaftspolitische Weichenstellungen

Für die Schweiz gebe es noch einige Hausaufgaben zu erledigen, um ein noch attraktiverer Wirtschaftsstandort zu sein. Einerseits brauche es die 2019 anstehende erneute Unternehmenssteuerreform und zum anderen müsse das Verhältnis zur EU geklärt werden. Dieses könnte angesichts der anstehenden weiteren Verhandlungen noch mehr auf den Prüfstand kommen. Karrer sieht die Schweiz allerdings gut aufgestellt für aussenwirtschaftliche Krisensituationen. Das Schweizer Politiksystem finde international eine sehr grosse Anerkennung.

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