Unternehmensführung

Pharma soll Ökosysteme bauen

14. November 2018

Die Pharmabranche hat Potenzial, wenn sie neue technische Möglichkeiten nutzt. „Die Zukunft liegt in komplett neu definierten Ökosystemen und Geschäftsmodellen“, schreibt die Unternehmensberatung Ernst & Young in einer Studie über die weltgrössten Pharmafirmen. Roche sei dafür ein gutes Beispiel.

Evolutionsgrafik von Ökosystemen der Pharmabranche

Die Pharmabranche durchläuft eine Transformationsphase (Grafik: Ernst & Young).

Selbstverständlich wird es auch in Zukunft klassische Pharmaverkäufe geben. Doch der Anteil von IT-gestützten Gesundheitslösungen am Umsatz der Konzerne dürfte steigen. Deshalb investieren die grossen Konzerne in junge Technologiefirmen, die Plattformlösungen oder digitale Distributionskanäle anbieten. Im Diabetesmarkt habe beispielsweise Roche ein ausgeklügeltes Ökosystem aufgebaut und könne den Markt stark kontrollieren.

Pharma-Ökosysteme mit Startups und branchenfremden Branchenfremden entstehen

Die Pharmabranche ist laut Paolo Prisco, Leiter Life Sciences Schweiz bei Ernst & Young, in der Transformation zu einem Modell, das alle Beteiligten wie Patienten, Ärzte, Versicherungen und den Staat kollaborativ integriert. „Pharma 4.0“ verfolgt damit einen kollaborativen, patientenfokussierten und datengetriebenen Ansatz zur Entwicklung von neuen Produkten und Dienstleistungen (siehe Grafik). Agile Startups, Technologieunternehmen und andere sektorfremde Dienstleister sind in den Netzwerken aktiv.

Pharmakonzernen droht herber Marktanteilsverlust

Wenn die grossen Pharmakonzerne dieses Ökosystem nicht selbst aktiv mitgestalten, droht ihnen laut der Studie ein Verlust von bis zu 45 Prozent des Marktes an innovative Life-Science-Startups. Am schlechtesten fahren sie, wenn sie sich auf Effizienzmassnahmen konzentrieren und Innovationen nur noch einkaufen.

Die produzierende Industrie befasst sich ebenfalls stark mit ihrer Transformation ins digitale Zeitalter: Lesen Sie mehr über Industrie 4.0.

Thema: Unternehmensführung

Autor: Alexander Saheb

Datum: 14. November 2018

Schlagworte: Wettbewerbsstrategie

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