Banking und Finance

Small-Cap-Effekt

05. November 2018

Mit Aktien von kleineren bis mittleren Schweizer Unternehmen lässt sich gegenüber dem Schweizer Marktindex (SMI) zusätzliche Rendite erwirtschaften. Aber Vorsicht: Die geschickte Selektion der Titel spielt eine zentrale Rolle für den Erfolg dieser Strategie.

Zusätzliche Rendite dank Small-Cap-Effekt

Zusätzliche Rendite dank Small-Cap-Effekt (Quelle: Brevalia AG, 2018).

Aktives Management in effizienten Märkten?

Diverse Studien belegen, dass aktive Anlagestrategien in hochliquiden und effizienten Märkten (Informationen sind in den Wertpapierpreisen enthalten und dadurch „fair“ bewertet) einen schweren Stand haben. Folgte man überdies der Lehre des „Capital-Asset-Pricing-Model“ (CAPM), wäre es unmöglich, die Gesamtmarktrendite auf lange Frist mit aktiven Anlageinstrumenten zu schlagen. Für die Grossunternehmen („Large Caps“) des Schweizer Marktindexes SMI erweisen sich diese Lehrmeinungen als richtig, zumal erstgenannte Argumente der Liquidität und Effizienz zutreffen und in der Vergangenheit fast kein aktiver Manager seinen passiven Gegenspielern den Rang ablaufen konnte.

Klein schlägt gross – der „Small-Cap-Effekt“

Dass es dennoch Möglichkeiten gibt, die Anomalien teileffizienter Märkte mit kleinerer Informationsverfügbarkeit auszunutzen, zeigt beispielsweise die „SPIVA U.S. Scorecard 2017“ von Standard and Poor’s. Die Studie wirft ein positives Licht auf die aktiven Fondsmanager von amerikanischen Small- und Mid-Caps, von denen im letzten Jahr 53 Prozent respektive 56 Prozent ihre passiven Gegenspieler ausstechen konnten. Der Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen basiert auf der Grundidee, dass Firmen mit geringer Marktkapitalisierung im Durchschnitt bessere Aktienrenditen abwerfen als Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung. Damit die Strategie jedoch auch langfristig funktioniert, muss die Qualität der Unternehmen anhand der Profitabilität, der Gewinnausschüttung und dem Gewinnwachstum fundamental untersucht werden.

„Die Schweizer Perlen“

Das gleiche Phänomen des „Small-Cap-Effekts“ lässt sich auch bei Schweizer Aktientiteln beobachten. Eher selten anzutreffen sind sie in Branchen, die Grundbedürfnisse abdecken bzw. in denen Skaleneffekte einen kompetitiven Vorteil mit sich bringen. Letztere Sektoren werden seit jeher von den Large Caps dominiert. Die kleinen und mittleren Unternehmen sind oftmals in Nebensektoren angesiedelt, haben ein längerfristiges Kernaktionariat und verfügen über ein höheres Gewinnwachstum. Die Perlen mit den „versteckten“ Ideen zu finden benötigt in der Regel viel Rechercheaufwand, vor dem sich Analytiker scheuen. Nichtsdestotrotz gibt es Banken und Vermögensverwalter, welche mit Fonds oder Vermögensverwaltungsmandaten ihren Kunden in diesem Segment Lösungen bieten.

Fazit

Mehrwert schaffen beginnt mit einer sauberen Analyse auf welcher eine Strategie aufgebaut wird. Dazu lohnt es sich immer, Experten beizuziehen. Das untenstehende Beispiel zeigt ein aktiv verwaltetes Schweizer Aktienportfolio im Vergleich zum SPI. 

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Weitere Informationen
https://www.cash.ch/kolumne/den-small-cap-effekt-richtig-nutzen-395038
http://www.anlegercampus.net/geld-anlegen-ohne-wetten/2-das-abc-erfolgreicher-geldanlage-so-viel-sollten-sie-wissen-ein-ueberblick/rendite-staerken-anomalien-nutzen/der-small-cap-effekt-erfolgsstrategien-mit-kleinen-unternehmen/
https://insideparadeplatz.ch/2018/08/21/zusaetzliche-rendite-dank-small-cap-effekt/

Thema: Banking und Finance

Autor: Pascal R. Bersier

Co-Autor: Stephan Gut

Datum: 05. November 2018

Schlagworte: Investment Banking, Private Banking

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