Banking und Finance

Banking as a Service

24. Oktober 2018

Auf Basis von IT-Infrastrukturen, sogenannten Banking-APIs ist eine neue Generation von Bankdienstleistern entstanden. Es handelt sich hierbei um Unternehmen, die Banking-as-a-Service, also modulare Software- und Leistungspakete für digitale Geschäftsmodelle im Bereich Banking und Finanzdienstleistungen erbringen und durch gezielte Datenaggregation spürbaren Mehrwert schaffen.

Bankdienstleistungen auf Basis von IT-Infrastrukturen – Banking-as-a-Service

Bankdienstleistungen auf Basis von IT-Infrastrukturen – Banking-as-a-Service (Symbolbild).

Finanzdienstleistungen nach dem Baukastenprinzip

Das Ziel solcher Banking-as-a-Service-Angebote ist es, eine Art Baukasten mit verschiedenen Lösungen und Modulen für individuelle Nutzerszenarien von Finanzdaten bereitzustellen, sodass diese möglichst schnell und einfach in andere Anwendungen integriert oder für sie nutzbar gemacht werden können. Damit erhalten Unternehmen, welche einen Finanzservice anbieten möchten, einen modularen Zugang zu Bankprozessen und Finanzdaten, welche exakt die Einzelleistung nutzen, die sie effektiv benötigen. Ein Praxisbeispiel hierfür ist die Sutor Bank mit Sitz in Hamburg, welche in Kooperation mit Softwareanbietern diverse Banking-as-a-Service-Angebote anbietet.

Datenaggregation als Schlüssel für neue Produktpaletten

Ob nun API-Banking, White-Labelling oder Banking-as-a-Service, die wenigsten Anbieter lassen sich nur einer Definition zuordnen. Oft sind hierbei Übergänge fliessend. Letztlich eint die jeweiligen Anbieter jedoch ein Anspruch: Die Aggregation von Daten und Prozessen, um sie für neue Services verfügbar zu machen. Bislang haben viele FinTechs nur eine Speziallösung für jeweils eine bestimmte Herausforderung innerhalb der Wertschöpfungskette geliefert. Übergreifende Konzepte, welche mehrere Services bündeln und dem Kunden damit das Banking an verschiedenen Stellen gleichzeitig erleichtern sind die Ausnahme. Nicht zuletzt deswegen scheitern Start-ups oftmals daran, dass sie in den jeweiligen Zielgruppen nicht die nötige Kundendichte erreichen.

Banken bauen auf strategische Kooperationen mit FinTechs

Die Deutsche Bank betreibt seit 2016 eine Multi-Banking-Plattform, welche es erlaubt, externe Dienstleistungen von Drittbanken innerhalb der eigenen Infrastruktur abzubilden. Diese Applikation wurde in Kooperation mit dem FinTech Start-up Figo, welches sich auf Anwenderfreundlichkeit und kontextbezogene Finanzdienstleistungen spezialisiert hat, entwickelt und soll dem Nutzer vor allem Convenience bieten.

Fazit

Multi-Banking-Funktionen beispielsweise bieten Kunden die Möglichkeit, all ihre Konten, Karten, Kredite und Depots in Echtzeit auf einen Blick einzusehen und auf ihren Fremdbankkonten teilweise sogar Transaktionen zu tätigen. Das schafft echten Mehrwert und zeigt, dass Banken von Kooperationen mit FinTechs profitieren. Win-Win auf allen Seiten.

Thema: Banking und Finance

Autor: Kevin Schneebeli

Co-Autor: Prof. Dr. Bernhard Koye

Datum: 24. Oktober 2018

Schlagworte: Digitalisierung, FinTech

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