Banking und Finance

Digitalisierung im Retailbanking (3/3)

05. September 2018

Auf der Basis der sechs Thesen aus der Studie von E&Y „Retailbanking 2020“ wurden in meiner Masterarbeit „Wie beeinflusst die Digitalisierung die Geschäftsmodelle des Schweizer Retailbankings“ ausgewählte Interviewpartner/-innen aus dem Management von Schweizer Retailbanken sowie Digitalisierungsexperten/-innen befragt. In diesem Kontext habe ich bereits eine Blogreihe verfasst und knüpfe nun mit an die vorhergegangenen Themen mit einer weiteren Reihe an. Der heutige Beitrag befasst sich mit der These: „Mit Effizienzverbesserungen allein lässt sich das Überleben nicht sichern“ und knüpft an meinen vorgängigen Beitrag vom 29.08.2018, „Die Segmentierung der Kundschaft nach heutigen Kriterien hat ausgedient“ an.

Können sich Retailbanken künftig lediglich über Effizienzverbesserungen definieren und ihr Überleben so sicherstellen?

Können sich Retailbanken künftig lediglich über Effizienzverbesserungen definieren und ihr Überleben so sicherstellen?

Kernaussagen von Geschäftsleitungsmitgliedern und Digitalisierungsexperten

Mehrheitlich stimmen die interviewten Personen mit dieser These überein. Es reicht künftig nicht, sich lediglich auf Effizienzverbesserungen zu fokussieren, denn die Personalkomponente muss ebenfalls gegengerechnet werden. Sofern sich die Effizienzverbesserungen ausschliesslich auf Prozessoptimierung und Automatisierung beziehen, müssen neue Kompetenzfelder geschaffen werden, um die bestehenden Mitarbeiter optimal beschäftigen zu können. Der Front-to-End Optimierung von Prozessen wird jedoch enormes Potential zugewiesen, zumal diese umfassende Kosteneinsparungen ermöglicht. Schlussendlich steht jedoch der Kundennutzen im Vordergrund, denn der Kunde nimmt einen Service nur dann in Anspruch und zahlt für diesen, wenn kundenseitig ein absoluter Mehrwert auszumachen ist.

Kernerkenntnisse

  • Insbesondere im Retailbankengeschäft wird die Effizienz immer eine grosse Rolle spielen.
  • Wichtig ist für Retailbanken ihre Geschäftsmodelle kontinuierlich zu hinterfragen und individuell weiterzuentwickeln.
  • Das stetige Bewusstsein ob bestimmte Services bankeigen oder über Drittparteien abgebildet werden können muss stets vorhanden sein.

Fazit

Die Retailbanken müssen sich die Frage nach der eigenen Effizienz stets stellen, zumal es sich bei besagtem Segment um ein Massengeschäft handelt. Die eigenen Prozesse und das Geschäftsmodell sollten dabei stets im Fokus stehen und kontinuierlich in Bezug auf die eigene Wertschöpfung hinterfragt werden. Zudem müssen sowohl die Prozesse als auch das Geschäftsmodell stetig verbessert und weiterentwickelt werden, um jederzeit den kundenseitigen Mehrwert sicherstellen zu können. Im Zeitalter der Digitalisierung ist es zudem wichtig, nach netzwerkfähigen Synergien zu suchen. So kann überprüft werden, ob eine Dienstleistung selbst erbracht oder über Dritte oder gar über Plattformen gewinnbringend abgebildet werden kann. Handelt es sich bei einer Bank jedoch um eine reine Transaktionsbank, so steht die Effizienz natürliche als zentrales Element im Vordergrund des Geschäftsmodells und die hier beschriebene These findet keine Anwendung.

Weitere Teile der Blogserie zu Digitalisierung im Retailbanking:
Digitalisierung im Retailbanking: „Im Retailbanking zählt nur noch der Preis“ (Teil 1/3)
Digitalisierung im Retailbanking: „Die Segmentierung der Kundschaft nach heutigen Kriterien hat ausgedient“ (Teil 2/3) 

Thema: Banking und Finance

Autor: Sandra Berger

Datum: 05. September 2018

Schlagworte: Digitalisierung, Bankentransformation, Retailbanking

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