Accounting und Controlling

Digitalisieren mit Erfolg

30. Juli 2018

In diesem Interview mit Oscar Neira erfahren wir, was genau man unter FinTech und Digitale Transformation versteht und warum es die Digitalisierung überhaupt braucht.

Zahnräder mit Schriftzug "Digitaler Wandel"

Die Digitale Transformation als Schlüssel zum Gesamten (Symbolbild)

Oscar Neira, oft hört man den Begriff FinTech. Was versteht man darunter?

Dieser Begriff setzt sich wie folgt zusammen:

FIN – ANCIAL und TECH - NOLOGY 

Meistens sind Start-ups oder junge Firmen damit gemeint, welche mittels Technologie ein besseres Kundenerlebnis und günstigere Produkte als die Banken anbieten wollen. Im optimalen Fall spricht ein FinTech eine komplett neue Kundengruppe an und kreiert so seinen eigenen Markt. So zum Beispiel verändern FinTechs die Finanzbranche.

Was versteht man unter der digitalen Transformation?

Die Technologie ist der Treiber – die Digitalisierung ist die Auswirkung.

Die Digitale Transformation ist somit der Schlüssel zum Gesamten (als Evolution, nicht als Revolution).

Die Digitale Transformation schafft erst den Boden, um digital zu operieren. Sie ist kein Projekt mit einem Anfang und einem Ende. Die IT alleine kann es nicht richten, der Chief Digital Officer auch nicht. Somit ist die Digitale Transformation ein neues Mindset und gehört zur DNA eines Unternehmens. Sie ist eine Haltung, ein ständiger Veränderungsprozess, der auf Kunden fokussiert und deshalb vom gesamten Unternehmen getragen werden muss.

Was ist besser: a) bestehende Papierprozesse sofort und um jeden Preis zu digitalisieren oder b) neue Geschäftsmodelle entwickeln und dann digitale Prozesse schaffen?

A ist gefährlich. B bietet alle Chancen.
Thorsten Dirks, CEO von Telefonica Deutschland, hat das auf einem Wirtschaftsgipfel auf den Punkt gebracht – etwas salopp, aber treffsicher:
„Wenn Sie einen Scheissprozess digitalisieren, dann haben Sie einen scheiss digitalen Prozess“.

Deshalb sollte man Prozesse nicht blind digitalisieren. Diese sollten immer überprüft werden und im Zusammenhang stehen mit:

  • Zielgruppen und Menschen
  • Aktuellen und neuen Produkten
  • Aktuellen und neuen Geschäftsmodellen
  • Technologie und Entwicklungen

Warum braucht es überhaupt die Digitalisierung?

Weil sich die Welt in allen Bereichen sehr schnell verändert. Neue Technologien schaffen neue Gewohnheiten. Neue Arbeitsmodelle verändern Situation und Ansprüche. Die Tech-Giganten (u.a. Google, Apple, Facebook, Amazon) gelten als Treiber von Verhaltensänderungen. Durch sie werden Einfachheit und Komfort neu definiert. Mittlerweile ist das gesamte Leben auf dem Smartphone zu finden und für alles gibt es Apps (wie WeChat und Alipay). Das führt zu neuen Produkten und auch zu neuen Anbietern.

Das Open Banking ist ein solches Projekt?

Genau, die Open-Banking-Idee berücksichtigt, das Folgende:

  • Digitalisierung ist nicht Selbstzweck, sie fokussiert vielmehr auf Menschen   
  • Zuerst in Kundenverhalten denken, erst in zweiter Linie in Prozessen   
  • Zielgruppen und Menschen das Leben einfacher machen
  • Vernetzt operieren und erst am Ende Schnittstellen zur Verfügung stellen   

Open Banking ist somit viel mehr als eine reine technische Angelegenheit.
Wer das beherzigt, besetzt Terrain, gewinnt Marktanteile und digitalisiert mit Erfolg!

Besten Dank Oscar Neira für das interessante Interview!

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Das Interview wurde im Rahmen einer Fachkonferenz der Kalaidos FH im Bereich Accounting und Controlling  durchgeführt.

Thema: Accounting und Controlling

Autor: Oscar Neira

Datum: 30. Juli 2018

Schlagworte: Digitalisierung, FinTech, Start-Up

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