Unternehmensführung

Romands fördern Frauen stark

11. Juni 2018

Unternehmen mit mehr Frauen in Führungspositionen haben Vorteile auf dem Markt. Laut der Unternehmensberatung Ernst & Young sind gemischte Teams auch gut geeignet, um den Herausforderungen der Digitalisierung zu begegnen. Der Frauenanteil in den Führungsetagen von Schweizer Unternehmen ist zuletzt gestiegen, zeigte eine von Ernst & Young bei 700 Schweizer KMU durchgeführte Umfrage. Unternehmen aus der Romandie steigern den Frauenanteil in der Führungsebene besonders engagiert.

Grafik-Massnahmen-Frauenfoerderung

In der Romandie streben Firmen besonders aktiv nach einer Erhöhung des Frauenanteils (Grafik: Ernst & Young).

Zudem streben Firmen gezielt danach, ein Gleichgewicht von Frauen und Männern in Führungspositionen zu erlangen. Im Schweizer Durchschnitt implementiert jedes sechste Unternehmen Massnahmen für dieses Ziel. Besonders engagiert sind Firmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Franken sowie Unternehmen aus der Romandie und der Region Aargau/Basel.

Verschiedene Modelle machen Führungstätigkeiten für Frauen attraktiv

Zumeist bietet man Modelle für flexible Arbeitszeiten, Mutter- und Vaterschaftsurlaube, spezifische Trainings zur Thematik „Gleichstellung von Frauen“ und „Home Office“-Möglichkeiten an. Ernst & Young definiert folgende fünf Aktionsfelder, auf denen Firmen selbst etwas bewegen können:

  1. Flexibles Arbeiten: Frauen übernehmen immer noch den grösseren Teil des Familienmanagements und sind daher auf Flexibilität angewiesen. Dies erfordert Vertrauen seitens des Unternehmens und die nötigen technischen Arbeitsinstrumente.
  2. Unterstützende Umgebung: Die Rolle der Unternehmensleitung für einen Kulturwandel kann kaum überschätzt werden. Frauen fühlen sich motiviert, wenn sie sichtbare Unterstützung erhalten. Unternehmen sollt das Topmanagement dazu verpflichten, sich als Mentoren und Sponsoren zur Verfügung zu stellen.
  3. Weg an die Spitze ausleuchten: Erfolgreiche Unternehmen helfen Frauen aktiv bei der Navigation auf ihrem Karriereweg nach oben. Interne und externe Leadership-Programme und Netzwerke helfen Frauen beim Vorwärtskommen. Die Einführung messbarer und realistischer Ziele für einen Frauenanteil im Topmanagement ist ein weiterer Motivator.
  4. Vorurteile bewusst machen: Viele Mitarbeitende sind sich nicht bewusst, dass sie andere unterschiedlich bewerten und behandeln. Unternehmen können dies in der Weiterbildung des Managements thematisieren. Das Ziel muss sein, dass sich Menschen aller Art individuell entfalten können.

Lesen Sie auch:

Der Frauenanteil in Schweizer Geschäftsleitungen steigt an.

Verwandte Artikel