Unternehmensführung

Goba: Gelungene Nachfolge im KMU

23. Mai 2018

Nein, Gabriela Manser war nicht die prädestinierte Inhaberin der Goba AG Mineralquelle und Manufaktur, obwohl sie die dritte Generation des Familienbetriebes verkörpert. Weder sie noch ihre Schwester interessierten sich ernsthaft für das Familienunternehmen, erzählte sie am Meet&Greet Anlass der Kalaidos Fachhochschule. Beide wollten auch lange nichts von der Frage nach dem Fortbestand der Familientradition wissen. Und so sollte die kleine Quelle verkauft werden…

Gelungene Nachfolge im Familien-KMU Goba Flauder

Die Goba soll dank ihrer Philosophie der Nachhaltigkeit ein Schatztrückli sein – so sieht auch der Verkaufsladen, die Flauderei, an der Hauptgasse in Appenzell aus (Bild: Goba AG).

Allerdings kam es dann doch anders: Die gelernte Kindergärtnerin und spätere Teamberaterin/-supervisorin Gabriela Manser war tief in der Pädagogik verwurzelt, als sie nach einem Jahr ausführlicher Gespräche 1999 doch noch das Unternehmen übernahm. Ein aussergewöhnlicher Schritt, der schliesslich von grossem Erfolg gekrönt wurde. Manser heimste dafür mehrere Auszeichnungen ein: 2005 den Prix Veuve Clicquot als Unternehmerin des Jahres, 2007 den Lilienberg-Förderpreis, 2016 schaffte sie es ins Final für den Entrepreneur of the Year. Heute kommentiert sie die Firmenübernahme trocken: „Manchmal ist es gut, wenn man nicht alles weiss, sonst hätte ich das nicht gemacht“.

Flauderei und Manufaktur zeichnen Familienunternehmen aus

Obschon Mineralwasser nach wie vor das Hauptbusiness der Goba darstellt, sticht das Unternehmen durch erfolgreiche Innovationen heraus. Die „Flauderei“ getauften Räumlichkeiten, an der Hauptgasse in Appenzell, sind Ausstellungsraum, Schatzkammer, Erlebnisort und Einkaufsladen in einem. Hier soll repräsentiert werden, was Goba ausmacht. Kundinnen und Kunden finden dort Spezialitäten von Kräuterbittern über erlesene Liköre bis zu Teemischungen, Punsch, Sirup oder Konfitüren; alle nach eigenen Rezepten handgefertigt – und sehr schmackhaft, wie die Autorin dieses Blogbeitrags im Selbstversuch herausfinden konnte.

Philosophie der Nachhaltigkeit auch bei der KMU-Nachfolge

Die Philosophie der Goba gründet auf fünf Eckpfeilern:

  1. Miteinander: Noch heute stellt Gabriela Manser als gelernte Pädagogin das Miteinander in den Vordergrund. Für sie geht es immer um die Menschen, ob als Kunden, als Mitarbeitende oder als Lieferanten. Wenn man ein partnerschaftliches Miteinander pflegt, können auch schwierige Situationen gemeinsam erfolgreich gemeistert werden, ist ihre Überzeugung.
  2. An der Quelle verwurzelt: Die Quelle im Appenzellischen Gontenbad gibt den Takt vor: das Unternehmen kann an keinem anderen Ort zuhause sein.
  3. Den Schatz pflegen: Das Wasser der Goba befindet sich 25 Jahre lang im Boden, bevor es an der Quelle zu Tage tritt. Die Goba wirtschaftet mit einem begrenzten Gut – es kann nicht mehr Wasser entnommen werden, als die Quelle langfristig hergibt.
  4. Gesund unabhängig bleiben: Ein nachhaltiges, massvolles Wachstum ist wichtig. Die Goba muss und will Gewinn erwirtschaften, um eigenständig und unabhängig zu bleiben.
  5. Kreativ Grosses bewegen: Schöpferisches Handeln und Denken gepaart mit gesundem Menschenverstand und wirtschaftlicher Verantwortung ist das Rezept ihres Erfolgs.

Selbstkritische Unternehmerin lenkt Schweizer KMU

Über ihre Aufgaben sagt Gabriela Manser: „Als Unternehmerin muss ich wissen, was ich kann – und was nicht. Ich bin ein Fan davon, Know-How einzukaufen, denn ich arbeite sehr gerne mit Profis zusammen.“ Und ihre Zukunftsträume? „Für die Goba wünsche ich mir, dass sie ein Schatztrückli ist, welches immer heller leuchtet. Dass die nächste Generation wieder etwas draus machen kann, woran sie Freude hat“.

Was verrät Schokolademagnat Daniel Bloch in seinem Buch über die erfolgreiche Unternehmensführung?

Thema: Unternehmensführung

Autor: Sara Kräuchi

Datum: 23. Mai 2018

Schlagworte: Unternehmensstrategie

Verwandte Artikel