Banking und Finance

Digitalisierung und Kompetenzen

02. Mai 2018

Der digitale Wandel macht vor Banken keinen Halt. Stephan Müller, Group CIO der Commerzbank AG skizzierte anlässlich der 23. Handelsblatt Jahrestagung zum Thema „Banken Technologie“ in Frankfurt, was dies für die Kompetenzen der Mitarbeitenden in Zukunft bedeutet.

Mitarbeitende und Kompetenzen im digitalen Zeitalter

Institute, die keine definierte Strategie und keine Roadmap zur Transformation der Kompetenzen der Mitarbeitenden entwickeln, laufen Gefahr, von der Transformationswelle überrollt zu werden (Bild).

Zeitgemässe Kompetenzmodelle

Der digitale Wandel stellt die Institution Bank grundlegend infrage. Die neuen digitalen Möglichkeiten in der Finanzwelt, haben zwangsläufig eine Änderung des Geschäftsmodells zur Folge. Neue Kompetenzen werden benötigt – und bestehende Tätigkeitsfelder werden abgelöst.

Dieser Paradigmenwechsel hebelt das bestehende Zusammenarbeitsmodell aus den Fugen, jedoch berichtet Müller, dass man das Ziel verfolgt, möglichst viele Mitarbeiter aus dem bestehenden Modell, auf die „digitale Reise“ mitzunehmen. Die Digitalisierung lässt Grenzen auch innerhalb eines Unternehmens verschwimmen. Bricht man dieses Thema hinunter bis hin zu den einzelnen Mitarbeitern, heisst das konkret, dass Rollen und Verantwortlichkeiten neu definiert werden müssen.

Digital Natives und Spiegelung der Welt des Kunden in der Infrastruktur

Laut Müller ist Vertrieb dann erfolgreich, wenn die eigenen Produkte verstanden werden. Aus dieser Überlegung heraus hat man sich bei der Commerzbank dazu entschlossen, die „Welt des Kunden“ eins zu eins in der eigenen Infrastruktur zu spiegeln. Daher verwendet man bankseitig denselben Technologiestrang wie auf der Kundenseite.

Der duale Weg

Es ist auch bei weitem nicht so, dass alle Mitarbeiter als „Digital Natives“ zur Welt gekommen sind, sondern viele Produkte auch erst dann erleben, wenn sie diese tatsächlich am Kunden gemeinsam anwenden und beraten. Darüber hinaus erwarten digital affine Kunden trotz hoher digitaler Affinität von ihrer Bank als Dienstleister nicht nur Online-Leistungen. Sie legen vielmehr auch Wert auf die persönliche Beratung.

Schlüsselwort Digitalisierung

Die Automatisierung hat in den vergangenen Jahren mehr Stellen geschaffen als verdrängt. Müller ist überzeugt, dass dies auch in den kommenden Perioden so bleiben wird. Gleichwohl dürften sich die Transformation und die Verschiebung von Stellen beschleunigen. Umso wichtiger ist es, hierzu eine klar definierte Strategie und Roadmap in Bezug auf die Kompetenzentwicklung der Mitarbeitenden zu haben, damit diese der Digitalisierung nicht zum Opfer zu fallen – und die Banken die richtigen Skills zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zur Verfügung haben.

Thema: Banking und Finance

Autor: Kevin Schneebeli

Datum: 02. Mai 2018

Schlagworte: Digitalisierung, Mitarbeitende

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