HR und Leadership

7 Regeln für wirksame Kommunikation

23. April 2018

Führungskräfte sowie Mitarbeitende stehen täglich vor vielfältigen Aufgaben: Zusammenarbeiten, Menschen aus verschiedensten Kontexten zusammenbringen, Konflikte lösen, klare Ziele setzen, Inspirieren, Ideen verkaufen, seinen Standpunkt vertreten, Nein sagen können oder sich einfach nur durchsetzen. All diese Aufgaben haben einen zentralen Erfolgsfaktor: Die wirksame Kommunikation.

Drei aggressive Männer
Unwirksame Kommunikation (Symbolbild)

Vielleicht haben Sie eine der folgenden Situationen, die mich als Vorgesetzten und Berater herausgefordert haben, auch schon in ähnlicher Weise selbst erlebt:

Reto stürmt ins Büro und schmeisst die Kündigung auf den Tisch. Mit der Bemerkung: „Du hast Dich seit Wochen nicht um mich gekümmert.“ und rennt wutentbrannt los. Wochen später sitze ich in einem Meeting mit Slowenen und lasse mich zu einer lockeren Bemerkung hinreissen: „In Indien hatte ich ähnliche Schwierigkeiten.“ Das genügt, um innert wenigen Minuten einen ausgereiften Konflikt vom Zaun zu reissen. Wenige Monate später sitze ich einigen hartgesottenen Vietnamesen gegenüber. Die Verhandlungen laufen nur über einen Dolmetscher, obwohl alle fliessend Englisch sprechen. Sprachliche Barrieren und eine Fehlinterpretation einiger Gesten führen zum Verhandlungsabbruch eines Millionendeals.

Die Beispiele zeigen: Ohne einige Spielregeln und Methoden zu beherrschen, können erhebliche Kosten und schwerwiegende Probleme entstehen. Wer sich jedoch einige wenige Tipps bezüglich einer wirksamen Kommunikation zu Herzen nimmt, schafft nicht nur als Chef sondern auch als Mensch Vertrauen, kann begeistern und ist im Business wie Leben erfolgreich.

1. Wahrnehmung: Beobachten und fühlen Sie, das Unterbewusstsein lügt nie. Der Körper drückt in vielen Fällen aus, was das gegenüber denkt. Haben Sie den Mut, auf Ihr Bauchgefühl zu hören und kurbeln Sie die Selbstwahrnehmung an. Wenn Sie etwas wahrnehmen, fragen Sie im Zweifelsfalle nach, um zu verifizieren.

2. Zuhören: Wer zuhören kann, hat den Mut zu schweigen. In vielen Fällen habe ich den Grundsatz gelernt: „Never push the river.“Auch wenn ein Schweigen manchmal beklemmend sein kann, zeigt es grosse Wirkung und ermöglicht eine erhöhte Aufmerksamkeit. Haben Sie schon mal einen Vortrag gegeben und die Zuhörer haben Ihnen nicht zugehört oder mit ihren Handys gespielt. Schweigen Sie einfach mal zehn lange Sekunden und Sie werden über die Wirkung erstaunt sein. Gutes Zuhören beinhaltet zudem zwei simple Dinge: Stellen Sie immer wieder offene W-Fragen (wie, was, wo, wer): Am wirkungsvollsten ist die Warum- Frage. Aus dem KAIZEN wissen wir, dass wenn wir fünf Mal "Warum...?" fragen, wir am Kern der Sache sind. Paraphrasieren Sie, das heisst, wiederholen Sie die Aussagen Ihres Gegenübers, um Zustimmung zu erhalten.

3. Kritik einstecken: Der persönliche Angriff von anderen kann schmerzhaft sein. Doch nur in dem Mass, wie Sie diesen selbst zulassen. Distanzieren Sie sich von Ihrem Ego und versetzen Sie sich in die Schuhe des anderen. Sehr oft hat die Kritik gar nichts mit Ihrer Person zu tun, sondern hat den Ursprung an einem ganz anderen Ort. Es gibt tausende von Gründen, warum es zu einer Eskalation kommen kann.

4. Feedback: Jeder Mensch möchte wachsen. Dies kann er nur, wenn wir transparent und ehrlich Feedback geben. Schauen Sie dem anderen in die Augen, beziehen Sie sich dabei auf Fakten, benutzen Sie die Ich- Form, stellen Sie klare Erwartungen, was zu verbessern ist. Geben Sie unmittelbares Feedback, ansonsten verliert es die Wirkung und Sie als Person Glaubwürdigkeit.

5. Emotionen: Haben Sie den Mut, über Ihre Emotionen zu sprechen. Ich fühle mich heute... Ihr Gegenüber ist nicht dumm und merkt ohnehin, was los ist. Wer den Mut hat, über seine Emotionen zu sprechen, gewinnt enorm an Glaubwürdigkeit.

6. Sprachhygiene: Klarheit und Einfachheit schaffen Vertrauen, auch in der Kommunikation. Kommen Sie gleich zur Sache und adressieren Sie die wichtigsten Punkte. Worte, die Zweifel oder Unsicherheit ausdrücken, sind zu vermeiden, wie etwa „eigentlich“, „wirklich“, „ich könnte, würde, hätte“, „vielleicht“, „im Grunde genommen“, „ JA aber“, „ich glaube“.

7. Authentische Präsenz: Ich kenne Chefs, welche in Unternehmen mit mehreren Tausenden Angestellten mindestens einmal die Woche ihren Rundgang machen und die Mitarbeitenden nach ihrem Wohlbefinden fragen. Schier unbemerkt setzen sich CEOs in riesigen Konzernen neben Lehrlinge, widmen ihnen ihre wertvolle Zeit und hören einfach nur zu. Solches Verhalten schafft Vertrauen.

Wirksame Kommunikation hat grossen Nutzen. Es ist der Ausdruck von Wertschätzung, um das Eis gerade mit schwierigen Artgenossen zu brechen, es kann Ihnen Millionen an Kosten sparen und es macht Sie zum leuchtenden Vorbild mit enormer Strahlkraft.


Thema: HR und Leadership

Autor: Andreas Dudas

Datum: 23. April 2018

Schlagworte: Kommunikation, Führungskraft, Selbstführung

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