Banking und Finance

Mobile Payment in der Schweiz (2/3)

11. April 2018

In meinem letzten M-Payment Blog ging es um die Definition und Momentaufnahme zu Mobile-Payment (M-Payment) in der Schweiz. Dieser Beitrag befasst sich mit der Perspektive der Anbietenden und der Nutzenden und den konkreten Erfolgsfaktoren. Wesentlich für die Anbietenden sind die Infrastruktur, die Technologie und die Ausprägung der unterschiedlichen Zusammenarbeitsmodelle.

Handyzahlung mit NFC

Was braucht es, damit die User auf Mobile Payment umsteigen (Bild)?

Aktuelle Situation in Bezug auf die Infrastruktur von M-Payment

Apple behält die Nutzung von NFC exklusiv dem eigenen M-Payment -Bezahldienst Apple Pay (ab der NFC fähigen iPhone Baureihe 6) vor. Tapit von Swisscom ist unter anderem genau an dieser Hürde gescheitert. Im Gegenzug stellen die grössten Banken in der Schweiz, die von ihnen ausgegebenen Kreditkarten nicht für Apple Pay zur Verfügung. Die App Boon von Wirecard konnte diese Sperre umgehen. Wird sich das in der Zukunft als Gamechanger erweisen?

Twint hingegen kämpft weiterhin mit dem Problem, die lokalen Händler/innen mit den entsprechenden Beacons auszurüsten, um mehr Reichweite zu erhalten. Über neunzig Prozent aller Kreditkarten sind mit NFC ausgestattet. NFC fähige Terminals sind daher in der Schweiz sehr stark verbreitet. Samsung Pay hat mit NFC und MST mehr Reichweite als andere Anbieter. MST ist jedoch eine in der Schweiz vernachlässigbare Technologie. Android Pay von Google setzt wie Apple auf NFC.

Zusammenarbeitsformen

Es ist daher davon auszugehen, dass sich global NFC für M-Payment etablieren wird für das kontaktlose Bezahlen am PoS. Von einer kollaborativen Zusammenarbeit unter den grössten Anbietenden kann in der Schweiz aus heutiger Sicht nicht gesprochen werden.

Modelle für Nutzerakzeptanz

Chen hat ein Modell für die Akzeptanz der Nutzer/innen für M-Payment Anwendungen entwickelt. Das Modell basiert auf dem Technologie Akzeptanz Modell von Davis und der Innovations Duffusions Theorie von Rogers. Daraus abgeleitet wurden neun Faktoren identifiziert für die positive oder negative Adoptierung von M-Payment durch die Endverbrauchenden.

Einerseits befasst sich das Modell mit dem wahrgenommenen Transaktionskomfort, der wahrgenommenen Transaktionsgeschwindigkeit und der Sicherheit. Sicherheit insbesondere in Bezug auf Authentifikation und Sicherheit der Daten. Andererseits folgen Überlegungen in Bezug auf private Bedenken der Nutzer/innen, der wahrgenommene Nutzen und die wahrgenommenen Risiken der Konsumenten. Abschliessend wird ein Blick auf die wahrgenommene Einfachheit (convenience) in der Benutzung, die Alltagsverträglichkeit und in die Beabsichtigung für den Gebrauch von M-Payment geworfen.

4 Faktoren für Nutzerakzeptanz

Bhandari hat die Arbeit von Chen, welche 2006 für den Markt USA angewandt wurde, in Japan und Indien getestet. Dabei kam hervor, dass am Ende des Tages für die Nutzenden vier Faktoren von entscheidender Bedeutung sind. Es handelt sich dabei um Verträglichkeit, Bequemlichkeit, Schnelligkeit und Sicherheit die eine M-Payment Anwendung im Gegenzug zu den bisherigen Zahlungsmitteln bietet. Während die ersten drei Grössen für alle Märkte zutreffen, hat die Forschung gezeigt, dass der Sicherheitsaspekt stark mit kulturellen Wertvorstellungen korreliert.

Der dritte und letzte Teil dieses Blogs zeigt auf, wie die Sicherheit von M-Payment-Nutzenden in der Schweiz wahrgenommen wird. Zudem werden konkrete Handlungsempfehlungen gegeben.

Thema: Banking und Finance

Autor: Reto Jäggi

Datum: 11. April 2018

Schlagworte: Digitalisierung, Bankbranche, Online-Banking

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