HR und Leadership

Wie Sie Ihre Resilienz schärfen

26. März 2018

Resiliente Menschen stellen sich den Anforderungen des Lebens. Sie ziehen es vor, ihre Potenziale zu nutzen, um äusseren Negativeinflüssen zu trotzen. Und das ist erlernbar, holen Sie sich hier Impulse dafür.

Welle und Felsen

Fels und Wasser: Widerstandsfähigkeit und Resilienz (Symbolbild)

In jeder Krise steckt eine Chance. Ob und wie wir Tiefpunkte überstehen, hängt wesentlich von unserer Resilienz, der psychischen Widerstandskraft ab. Sie gilt als ...

... die Kraft, mit der man es vom Boden wieder auf die Beine schafft.
... alle aktivierten Kräfte, um das Leben in guten und herausfordernden Zeiten zu meistern.
... die Fähigkeit zu Belastbarkeit und innerer Stärke.
... die Kraft, mit der belastbare Situationen nachhaltig und gesund gemeistert werden.

Stressresistenz versus Resilienz

In den Ferien soll man sich erholen, körperlich und mental. Der Blick aufs Meer und die Küstenatmosphäre zieht uns magisch an. Das Tosen des Wassers, wenn es auf die Felsen und Klippen stösst, verbinden wir mit einer kraftvollen Energie und Freiheit in der Natur. Genau diese beiden Komponenten – die Widerstandskraft des Felsens und die Resilienz des Wassers – müssen wir uns auch im Alltag immer wieder vor Augen führen. Ferien am Meer allein reichen nicht für unsere psychische Fitness. Der Fels in der Brandung ist standhaft und unerschütterlich, sozusagen stressresistent. Das Wasser hingegen ist anpassungsfähig, flexibel und beweglich, sprich: resilient.

Auf den Menschen übertragen heisst dies, dass einen stressresistenten Menschen zwar kaum etwas erschüttern kann, dieser sich möglicherweise aber auch als unempfindlich und unbeweglich erweist. Dies birgt das Risiko, dass er dabei nicht nur den negativen Stress, sondern auch die positiven Stressfaktoren in der Starrheit und Unbeweglichkeit von ihm abprallen lässt. Im Umfeld von Veränderungen ist dies entwicklungshemmend und nicht immer zielführend. Der Resiliente hingegen ist anpassungsfähig, flexibel und beweglich. Er muss nicht stark sein, er darf auch umfallen, steht aber immer wieder auf. Nach einem Rückschlag sich wieder aufrichten zu können – dies ist ein Zeichen von Resilienz.

Woran sind resiliente Menschen zu erkennen?

Resiliente Menschen fragen sich: Was hält mich gesund, Wie geht es mir trotz Krise, Dauerbelastung und Stress gut? Sie konzentrieren sich auf sich selbst, achten auf ihre Grenzen und nutzen ihre Stärken. Wenn etwas nicht veränderbar ist, dann akzeptieren sie das und versuchen, das Beste daraus zu machen. Wer eine sichere Bindung erfahren hat, kann anderen schneller vertrauen. Auch das zeichnet resiliente Menschen aus: die Fähigkeit, verlässliche soziale Beziehungen aufzubauen und sich Unterstützung zu suchen, um mit Krisen fertig zu werden. Sie können gut priorisieren und achten auf ihre Werte. Sie stellen sich im Job und Privaten den Herausforderungen und sehen das Gute an Rückschlägen, um daran zu wachsen. Ganz nach dem Zitat von Thomas A. Edison: «Ich bin nicht gescheitert – ich habe 10'000 Wege entdeckt, die nicht funktioniert haben.» Ihnen geht es um konstruktive Lösungen. Sie schätzen den Moment, die Gegenwart, aber richten sich auch auf die Zukunft aus. Sie haben eine positive Selbsteinschätzung (nicht zu verwechseln mit Überschätzung).

Schärfen Sie Ihre Resilienz

Diese Kompetenzen dienen Ihrer psychischen Widerstandskraft. Bauen Sie sie auf, um bei Bedarf darauf zurückgreifen zu können:

  • Seien Sie optimistisch. Eine positive Grundhaltung hilft für einen klaren Blick.
  • Seien Sie kreativ. Schöpfen Sie aus dem Vollen, aktivieren Sie Ihre Stärken und Ressourcen.
  • Akzeptieren Sie Ihre Lebenssituationen, auch wenn sie manchmal anspruchsvoll sind.
  • Seien Sie selbstverantwortlich. Stehen Sie für sich und Ihre Entscheidungen ein.
  • Seien Sie zukunftsorientiert und hoffnungsvoll. Dazu gehören Ziele, die verschiedenen Wege dahin sowie die Motivation, alles für das Ziel zu tun.
  • Seien Sie achtsam mit sich selbst und nehmen Sie sich wahr. Gehen Sie freundschaftlich und wertschätzend mit sich selbst und anderen um.
  • Pflegen Sie Ihr Netzwerk. Kontakte und Beziehungen bereichern.
  • Seien Sie lösungsorientiert. Nutzen und erweitern Sie Ihren Handlungsspielraum.

Gerade in Bezug auf Arbeit 4.0 sind diese Kompetenzen und Verhaltensweisen gefragt. Die neue Arbeitswelt ist geprägt von flexiblen Arbeitsformen unabhängig von Zeit und Ort, der Zusammenarbeit in Netzwerken und einer neuen Führungskultur. Für Arbeitnehmer ergeben sich hieraus individuelle Gestaltungspotentiale, zum Beispiel zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, aber auch neue Belastungen in Form von ständiger Erreichbarkeit („always on“). Damit verändern sich auch die Anforderungen an die Beschäftigten, ein ausgeprägtes Selbstmanagement ist notwendig. Machen Sie sich fit, um die Chancen der Arbeit 4.0 zu nutzen sowie möglichen Ängsten und Hürden proaktiv zu begegnen. Schärfen Sie Ihre Resilienz!

Quellen und weiterführende Informationen

Mourlane, D. (2017). Resilienz die unentdeckte Fähigkeit der wirklich Erfolgreichen. Göttingen: BusinessVillage.

Siegrist, U. (2017). Resilienz trainieren. Wie Sie Schritt für Schritt innere Stärke erlangen und Krisen besser überstehen. München: mvgverlag.

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Thema: HR und Leadership

Autor: Carmen Wehnelt

Datum: 26. März 2018

Schlagworte: Selbstführung

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