Steuerrecht

Auswirkungen des AIA auf Selbstanzeigen

12. Februar 2018

Am 15. September 2017 hat die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) in einer Mitteilung ihre Haltung in Bezug auf die Auswirkungen des Automatischen Informationsaustausches (AIA) auf (straflose) Selbstanzeigen publiziert.

Cartoon Steuerverwaltung zieht Steuersünder und Steuergelder mit Magnet anWird die Steuerverwaltung zukünftig keine (straflosen) Selbstanzeigen mehr akzeptieren? (Symbolbild) 

Gemäss Ansicht der ESTV soll die Steuerverwaltung spätestens ab dem 30. September 2018 von den AIA unterliegenden Steuerfaktoren Kenntnis haben, so dass spätestens ab diesem Zeitpunkt für diese Steuerfaktoren keine straflose Selbstanzeige mehr möglich sein soll.

Kritische Stellungnahme zur Haltung der ESTV

Diese absolute Datums-Guillotine ist gleich aus zwei Gründen kritisch zu würdigen:

  • Erstens kann vom blossen Vorhandensein der aus dem Ausland gelieferten Daten nicht darauf geschlossen werden, die Steuerverwaltung habe Kenntnis von einer Steuerhinterziehung.
  • Zweitens erscheint der Verweis auf den fehlenden eigenen Antrieb angesichts der einschlägigen Lehre als fragwürdig.

Nichtsdestotrotz, werden sich die betroffenen Steuerpflichtigen jedoch vernünftigerweise spätestens im Zeitpunkt der Einreichung der Steuererklärung 2017 ernsthafte Gedanken über die Opportunität einer Selbstanzeige machen müssen.

Für die ausführliche Stellungnahme des Autors in einem Artikel in der Steuer Revue 11/2017, S. 840-844 klicken Sie hier.

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Lesen Sie hier weitere Blogbeiträge zum Automatischen Informationsaustausch und der (straflosen) Selbstanzeige.

Thema: Steuerrecht

Autor: Thomas Bachmann

Datum: 12. Februar 2018

Schlagworte: AIA, Selbstanzeige

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