Banking und Finance

Blockchain zur Risikominimierung? (2/3)

28. Februar 2018

In meinem letzten Beitrag habe ich den Risikobegriff in Bezug auf die Blockchain eingeführt. Der Zeit- und Kosteneffizienzgewinn der Blockchain-Technologie deutet auf einen „free Lunch“. In diesem zweiten Teil sollen Risikostrategien untersucht und aufgezeigt werden, wo die Blockchain tatsächlich Risiken zu vermeiden scheint.

Blockchain: Weiss gekleidete Person hält Smartphone

Risikostrategien und Risk Migitation mit Blockchain (Symbolbild).

Risikostrategien

Im Umgang mit Risiken haben sich vier generelle Strategien etabliert:
1. Risikovermeidung: Das Risiko wird vermieden und man verzichtet auf die Rendite.
2. Risikominderung: Mittels Absicherungstransaktionen werden Risiken vermindert.
3. Risikotransfer: Gegen eine Gebühr übernimmt eine Drittpartei (z. B. zentrale Gegenpartei) das Risiko.
4. Risikoakzeptanz: Das Risiko wird getragen und man nimmt eventuelle Verluste in kauf.

Im Zusammenhang mit der Kategorisierung in Teil 1 bieten sich für die verschiedenen Risikokategorien verschiedene Strategien an:

  • Risikoverminderung für die Known Knowns und die Known Unknowns
  • Risikotransfer für die Known Unknowns und die Unknown Knowns
  • Risikoakzeptanz für die Unkown Unknowns

Bei allen Kategorien kann auch die Risikovermeidung zum Zuge kommen. Das bedeutet allerdings immer den vollständigen Verzicht auf mögliche Renditen.

Risk Mitigation mittels Blockchain

Wie sieht nun der Zusammenhang zwischen Risiko, intermediärer Gegenpartei und Kosteneffizienzgewinn bei den Basel III Risiken aus?

  • Credit Risk
    Die Gegenpartei ist der Schuldner und kann durch eine Blockchain nicht umgangen werden. Eine Blockchain im Kreditgeschäft würde allenfalls die Banken als Kreditgeber und Risikonehmer aussen das Risiko auf den Geldgeber übertragen, der bei der Bank zumindest durch den Einlegerschutz geschützt wäre.
  • Counterparty Credit Risk
    Der Derivatehandel ist grundsätzlich in Geschäfte mit Derivaten OTC („Over The Counter“) und den Handel mit ETDs (Exchange Traded Derivatives) unterteilt. Im ersten Fall findet der Handel meist zwischen zwei Banken oder zwischen Bank und Kunde statt. Eine intermediäre Drittpartei existiert nicht.
    Im zweiten Fall sind es Derivate (Optionen und Futures) welche über eine Börse oder durch die Bank des Kunden mittels anderer zentraler Gegenparteien zwischen verschiedenen Parteien ausgetauscht werden.
    Hier bietet sich eine Anwendung der Blockchain-Technologie an, da sowohl der Kunde als auch die Bank durch die Umgehung der zentralen Gegenpartei Kapital und finanzielle Mittel einsparen und anderweitig darüber verfügen können.
  • Market Risk
    Kursschwankungen und Veränderungen des Zinsniveaus, sowie konjunkturelle Entwicklungen sind von intermediären Drittparteien unabhängig.
  • Operational Risk
    Das operationelle Risiko von Banken nimmt bei abnehmender Geschäftstätigkeit ebenfalls ab. Wo die Blockchain-Technologie die Banken umgeht, nimmt deren operationelles Risiko ab. Gleichzeitig tragen nun die Teilnehmer an der Blockchain diese Risiken.
  • Settlement Risk
    Das Settlement Risk ist das Anwendungsbeispiel für die Blockchain-Technologie. Da die zentrale Gegenpartei (Zentralbank bei Geldtransfers und Börsenunternehmen bei m Handel) dieses Risiko übernimmt und entsprechende Gebühren erhebt, liegt hier das grösste Sparpotential sowohl für Kunden, als auch für Banken.

Im dritten Teil wird die Analyse des Zusammenhangs zwischen Blockchain und Risk abgeschossen und ein Fazit gezogen.

Thema: Banking und Finance

Autor: Claude Del Don

Datum: 28. Februar 2018

Schlagworte: Blockchain, Bankgeschäftsmodelle

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