Unternehmensführung

Teilenummernsystem und Industrie 4.0 [Seminararbeit] Teil 2/2

31. Januar 2018

Teilenummernsysteme spielen in der Maschinenbauindustrie eine wichtige Rolle, ganz besonders, wenn es um Industrie 4.0 geht. In einer Seminararbeit für das CAS (FH) in Strategischem Management an der Kalaidos FH habe ich mich mit diesem Thema befasst. Die Ausgangslage eines Teilenummernsystems skizziere ich im ersten Teil dieses Beitrages.

Verwunderlich war für mich insbesondere, dass es sehr viele Spezialisten für Industrie 4.0 gibt, jedoch praktisch keine, die sich in den produzierenden Unternehmen sowie den Anforderungen des Produktlebenszyklus und den damit verbundenen Stammdaten auskennen. So stellte sich die Suche nach passenden Theorien und geeigneten Interviewpartnern als sehr schwierig heraus. Nichtsdestotrotz wurden Theorien gefunden sowie drei Experten ausfindig gemacht, die fundiert über den Sachverhalt Auskunft gaben und einen grossen Teil zur Zielerreichung beitrugen. Durch sie konnten abschliessend die zentrale Frage „Welches Teilenummernsystem ist für die Implementierung des strategischen Ziels Industrie 4.0 in der Maschinenbauindustrie sinnvoll?“ beantwortet, sowie Handlungsempfehlungen erstellt werden.
Grafik Eigenschaften Teilenummernsystem

Ein sinnvolles Teilenummernsystem erfüllt klare Kriterien (Grafik: Denise Wüthrich)

Teilenummernsysteme fordern das oberste Management

Auf Basis aller Aspekte der Theorie und der geführten Interviews lassen sich folgende Handlungsempfehlungen zu den Teilenummernsystemen in Bezug auf Industrie 4.0 für Unternehmen der Maschinenbauindustrie ableiten:

1. Das Verständnis für Teilenummernsysteme, die damit verbundenen Stammdaten, den Einfluss auf Produktionsplanung und Steuerung sowie auf die Auswertbarkeit der Daten muss auf der obersten Hierarchiestufen geschaffen werden.
2. Es muss ein Bewusstsein entwickelt werden, dass das Teilenummernsystem vielen Veränderungen aufgrund des Marktumfeldes (Regulierungen, Marktteilnehmer), der Produktpolitik, der Portfolioanpassungen, sowie der Prozesse in und um die eigene Unternehmung unterworfen ist.
3. Ein „Datenverantwortlicher“ mit der Aufgabe zur Überprüfung, Anpassung und Erweiterung der Teilenummern und den damit verbundenen Daten sollte zeitnah auf der obersten Hierarchiestufe eingesetzt werden.
4. Sprechende und Teilsprechende Teilenummernsysteme kosten viel Geld und Ressourcen. Deshalb sollten solche Systeme dringend durch fortlaufende Nummern, ein nichtsprechendes Parallelschlüsselsystem oder ein Funktionsmodell ersetzt werden. Spätestens mit Einführung von Industrie 4.0 werden Sprechende und Teilsprechende Nummern an ihre Grenzen stossen und müssen dann unter Zeitdruck angepasst werden.
5. Aufbau und Eigenschaften der Materialnummer müssen immer abhängig von der Wertschöpfungskette und involvierten vor- und nachgelagerten Partnern getroffen werden.
6. Ist die Grundlage durch ein ökonomisches Teilenummernsystem gelegt, so sollten die Unternehmen ein Konzept zur Einführung eines digitalen Zwillings erstellen und danach implementieren.

Verständnis für Teilenummernsysteme wecken

Mit dieser Zusammenfassung meiner Seminararbeit möchte ich das Verständnis für die kommenden Anforderungen an das Teilenummernsystem in Bezug auf Industrie 4.0 fördern, mögliche Entscheidungsgrundlagen liefern, wie ein Industrie 4.0 taugliches Artikelnummernsystem aufgebaut sein könnte und welche Schritte erforderlich sind, um diese Ziele zu erreichen.

Wenn Sie die ganze Arbeit lesen möchten, nehmen Sie bitte mit der Autorin Mailkontakt auf.

Lesen Sie auch, warum der VR von KMU zu wenig digitale Kompetenz hat.

Thema: Unternehmensführung

Autor: Denise Wüthrich

Datum: 31. Januar 2018

Schlagworte: Wertschöpfung, Organisation

Verwandte Artikel