Unternehmensführung

Wie man Gratisangebote bewertet - Teil 2/2 [Seminararbeit]

10. Januar 2018

Was sind Gratisangebote wert? Ihre Performancemessung wird in der Managementlehre vernachlässigt. Dennoch hat Michael Grüebler in seiner Seminararbeit „Der Wert des Gratisangebotes“ für den Executive MBA an der Kalaidos FH einen tragfähigen Ansatz erarbeitet. Der erste Teil dieses Posts schildert die Problematik der Performance-Messung statistischer Informationen.

Grafik der Einflussfaktoren für den Gesamtnutzen

Der Wert von Gratisangeboten wird mit nichtmonetären Parametern erfasst (Grafik: Michael Grüebler, „Der Wert von Gratisangeboten“)

Als Ergebnis der theoretischen Überlegungen wählt Grüebler folgende Parameter als zentrale Vergleichskriterien aus:

1. Gemeinwohl: Der Nutzen, der ausserhalb von SSZ geschaffen wird – angelehnt an die Public-Value-Methode.
2. Wirkung: Multiplikatoren, um die Auftragserfüllung zum externen Nutzen überführen zu können – angelehnt an die Output-/Impact-Betrachtung der SROI-Methode.
3. Auftrag: Impliziter Nutzen durch die Auftragserfüllung.

Anschliessend erfolgt eine Auffächerung in 15 Kriterien, die einzeln bewertet werden können. Anhand des so gewonnenen Kennzahlenkataloges vergleicht Grüebler vier Produkte der Stadtzürcher Statistik miteinander: Das sind Informationsangebote zum Bevölkerungsbestand, diverse Bevölkerungsszenarien sowie eine Analyse der in Zürich gesprochenen Sprachen und ein Webartikel über den Baby-Boom.

In der Auswertung zeigt sich, dass drei Produkte einen ähnlich hohen Gesamtnutzwert erzielen: Bevölkerungsbestand, Bevölkerungsszenarien und der Webartikel Baby-Boom. Die Analyse Sprachen erzielt deutlich weniger Punkte. Dafür gibt es mehrere, aber plausible Gründe: Die Webseitenprodukte Bevölkerungsbestand und Bevölkerungsszenarien passen sehr gut zum Auftrag und zur Strategie von SSZ. Der Webartikel Baby-Boom trifft ein aktuelles Thema und schneidet bei der Trend-Bewertung klar am besten ab. Die Analyse Sprachen kann jedoch nur mit ihrem Umfang (rund 60 Seiten) und ihrer Exklusivität (Dritte können mangels Datenbasis eine solches Produkt nicht erstellen) punkten.

Grüeblers Ansatz genügt mithin, um den Wert der Gratisangebote von SSZ ansatzweise zu quantifizieren. Bei SSZ sind nun mehrere Anwendungen der gewonnenen Kennzahlen denkbar:

- Strategische Planung des zukünftigen Angebotes
- Bewertung des bestehenden Angebotes
- Entscheidungshilfe bei Ressourcenengpässen zur Priorisierung der Arbeiten


Michael Grüebler hat seine Erkenntnisse über den Wert von Gratisangeboten online gestellt.

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