Banking und Finance

Design Thinking als Modebegriff?

15. Januar 2018

In der heutigen Zeit spricht man vielfach davon, dass die Digitalisierung vorangetrieben werden muss, um konkurrenzfähig zu bleiben. Aber ist es wirklich die Digitalisierung als Begriff? Digitalisierung wird doch bereits seit Jahrzehnten vorangetrieben. Oftmals unter Begriffen wie Automatisierung, Steigerung der Produktivität, Effizienzsteigerung und vielen mehr.

Digitale Transforamtion

Digitalisierung als Software-Case?

Unternehmen sprechen von der digitalen Transformation und denken oft nur an schnelleres Liefern von neuen Softwarelösungen. Das wird sie aber nicht allein nach vorn bringen. Wirklich wesentlich ist doch, dass der Kunde heute aus weltweiten digitalen Produkten das wählen kann, dass ihm den grössten Nutzen bringt und dessen Preis daher auch von ihm bezahlt wird. Und hier liegt oft die Krux. Die Produktentwicklung wurde von Managern über Silos hinweg verhandelt. Die Teams werden hierarchisch geführt. Die Information wird von Hand zu Hand gereicht, immer wieder umgeformt und neu interpretiert. Hierbei gehen immer wieder viele Informationen verloren.

Veränderte Rahmenbedingungen

Hinzukommt, dass es heute erforderlich ist, sich den neu entstehende Technologien und dem sich deshalb verändernden digitalem Lifestyle so schnell als möglich anzupassen. Dies geht nur, wenn alle an der Innovation beteiligten Personen die neu entstehenden Bedürfnisse umgehend aufnehmen und diese auch tiefgreifend verstehen. Nur wenn Unternehmen die Kompetenz entwickeln, das Problem und die sich heraus ergebenden Kundenbedürfnisse zu begreifen, können die Lösungen entwickelt werden, die am Markt als relevant wahrgenommen werden.

Design Thinking ist mehr als ein Werkzeug

Jeder Mitarbeitende muss in Zukunft verstehen, dass er diese Fähigkeit zur empathischen Kooperation in die Projektarbeit einbringen muss. Mittels Design Thinking kann dieser Entwicklungsprozess deutlich unterstützt und damit die Transformation der Unternehmen vorangetrieben werden.
 
In der Wirtschaft hat sich die Innovationsmethode Design Thinking von einer reinen Kreativitätstechnik zu einem Treiber des Wandels ganzer Unternehmen entwickelt. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos 2016 wurde sie sogar als Ausbildungsmethode auch für Schüler und Studenten ins Spiel gebracht, um sich schneller Wissen aneignen zu können. Mittlerweile gibt es viele Initiativen, dieses Vorgehen in die Schulen zu bringen. Aktuell sind 4 Archetypen der Nutzung von Design Thinking zu beobachten:

Vier archetypische Positionen von Design Thinking in Unternehmen 

Wie können Unternehmen Design Thinking im Unternehmen positionieren (Bild)?

Veränderung der Organisationskultur durch Design Thinking

Der konsequente Einsatz dieser Methode baut bei den Mitarbeitenden eine Einstellung auf, die die Aufmerksamkeit sowohl auf neu entstehende Kundenbedürfnisse als auch existierende relevante Kundenprobleme ausgerichtet. Es entstehen offene Dialoge zwischen Kunde und Bank. Diese eröffnen neue Potentiale. Die technische Digitalisierung der Banken wird so untrennbar mit der Lösung von für den Kunden relevanten Problemstellungen verbunden.

Design Thinking beeinflusst die Organisationskultur 

Vorteile von Design Thinking (Bild)

Nur so können Kundenlösungen entstehen die in den Augen der Kunden auch einen Mehrwert haben. Nur eine solche lernende Organisation, in der Offenheit, Teamarbeit, Lernen aus Experimenten und Reflektion zur täglichen Arbeit gehören, kann den Banken die Zukunftsfähigkeit sichern.

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