Unternehmensführung

Lean dank Mauer-Abriss - Teil 3/3 [Masterarbeit]

18. Dezember 2017

Am Anfang grosse Skepsis, am Ende grosse Begeisterung: Das Abreissen einer Mauer hat dem Team viel gebracht. Der Mauerabriss war Teil meines Projektes zur Verbesserung der Unternehmenskultur in der Firma Arnold Magnetic Technologies (AMT).

Einreissen einer Zwischenwand

Die Mauer fällt, die Menschen freuen sich am Erfolg. Lean-Gedanken halten Einzug (Bild: Thomas Toth).

Im ersten Teil meines Blogposts beschreibe ich die Notwendigkeit dieser Organisationskulturentwicklung in Anlehnung an meine Masterarbeit „Lean Culture Development“ für den Executive MBA an der Kalaidos FH. Im zweiten Teil geht es um die Etablierung des gewünschten Verhaltens bei den Mitarbeitenden. Dazu gehört auch das Abreissen einer Mauer durch das Team.

Pünktlich erfolgte der erste Hammerschlag und das Team brachte die Mauer schon nach wenigen Minuten zu Fall. Danach befand sich das Team wie in einer Art Trance-Zustand – andere Leute würden diesen Zustand vielleicht als Flow Zustand beschreiben. Es wurde nicht diskutiert, nur noch gehandelt.

Es war unglaublich: Die komplette Mauer wurde in weniger als zwanzig Minuten abgerissen, abtransportiert und die Produktionshalle gereinigt. Niemand der Beteiligten hätte das für möglich gehalten. Es war ein Paradebeispiel von Teamerfolg. Anschliessend wurden die bearbeiteten Videoaufnahmen im Konferenzraum bei einem Apéro gewürdigt und auf den Erfolg und die anstehende Kulturentwicklung angestossen. Weitere Events mit Bezug zur Kulturentwicklung sollten später folgen.

Dynamischer Entwicklungsprozess

Der Prozess der Entwicklung wurde dynamisch auf das System und die Messungen abgestimmt. Die Flexibilität, auf Veränderungen und neue Erkenntnisse reagieren zu können, zeichnen die gewählte Vorgehensweise aus. Die Stolpersteine für eine solche Entwicklung können in den Fähigkeiten und Motiven der Unternehmensleitung liegen.

Da sich eine Organisationskultur aufgrund der von der Leitung vorgegebenen Werte entwickelt, spielt diese Erkenntnis eine wesentliche Rolle. Sie kann einen vorgesehenen Fortschritt durchaus unmöglich machen. Mit dieser Studie wurden sehr gute Voraussetzungen geschaffen, um auf den ersten Erkenntnissen aufbauen zu können. Die Abteilung steht nun vor einer spannenden Zukunft. Der Konzern wird sich entsprechend der Resultate der Abteilungsleistung weiter entwickeln.

Meine Arbeit baut auf einer breiten Rezeption der Quellen auf und beinhaltet die eigenständige Modellentwicklung. Es war mir ein ständiges Anliegen, abgestimmt auf das Untersuchungsfeld, praktikable Lösungsvorschläge für die nachhaltige Kulturentwicklung auszuarbeiten und diese im Einsatz zu testen. „Markenzeichen“ meiner Arbeit ist die Philosophie kontinuierlicher Verbesserungen. Eine Politik der kleinen Schritte kann sehr erfolgreich sein, wenn sie mit Bedacht umgesetzt wird und Selbstkritik der Verantwortlichen nicht aussen vor bleibt.

Themen: Unternehmensführung, HR und Leadership

Autor: Thomas Toth

Datum: 18. Dezember 2017

Schlagworte: Unternehmensstrategie, Organisation

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