Unternehmensführung

Lean dank Mauer-Abriss - Teil 2/3 [Masterarbeit]

11. Dezember 2017

Lernen und sich an die verändernde Umwelt anpassen: Das sind Erfolgsfaktoren für ein Unternehmen, die auch auf Abteilungsebene gelebt werden müssen. Im ersten Teil meines Blogposts beschreibe ich die Notwendigkeit dieser Organisationskulturentwicklung in Anlehnung an die Masterarbeit „Lean Culture Development“ für den Executive MBA an der Kalaidos FH.

Mauer in Fabrikraum

Noch steht die Mauer und symbolisiert die Blockade in den Köpfen (Bild: Thomas Toth)

Zuallererst stellt sich dabei die Frage: Wie kann erwünschtes Verhalten etabliert werden? Der Kern des Lean Management Erfolgs liegt in der Organisationskultur. Firmen, die eine „Lean“ Philosophie verinnerlicht haben, zeichnen sich nicht durch den Gebrauch von Management Instrumenten aus, sondern durch die Art und Weise, wie ihre Organisation als ganzes System wirkt. Für die Etablierung von erwünschtem Verhalten sind gelebte Werte der Leitung und der ganzen Organisation ein elementarer Baustein. Damit sich das erwünschte Verhalten entwickeln kann, müssen die Strukturen fortlaufend den Werten und den strategischen Zielen angepasst werden.

Für diese Problemfelder habe ich in meiner Masterarbeit ein Modell aufgestellt, welches die Organisationskultur anzupassen versucht. Bei einer Produktionsabteilung der AMT wurde das Modell angewandt und der Fortschritt gemessen. Mit einer Triangulation wurde das Modell getestet. Tendenzen einer positiven Veränderung wurden erkannt, jedoch war der Analysezeitraum zu kurz für eine signifikante Aussage.

Das Modell sieht vor, ermittelte Organisationswerte in Verhalten zu operationalisieren. In einem dynamischen Prozess wird das erwünschte Verhalten auf die Effektivität getestet. Der Test ist auf den Prinzipien von Lean Startup aufgebaut und sieht eine fortlaufende Anpassung des Konzepts (Business Modell der Kultur) vor.

Eine Mauer muss auf dem Weg zu "Lean" fallen

Zur Unterstützung der Kulturentwicklung der AMT AG wurde ein Event „Wandabbruch“ durchgeführt. Wegen beschränkten finanziellen Ressourcen wurde entschieden, eine Mauer im Produktionsgebäude mit dem Team und nicht mit einer dafür spezialisierten Baufirma abzubrechen. Dem Team wurde dieser Auftrag übergeben und die einzige Vorgabe war es, dass die Mauer innerhalb von vier Stunden komplett abgeräumt sein musste, ohne die Sicherheit ausser Acht zu lassen.

Ziel des Events war es, den Leitwert „kontinuierliche Verbesserung“ zu fördern und gleichzeitig eine „mentale Mauer“ einzureissen. Das Team musste sich dabei komplett selbständig – ohne die Unterstützung der Leitung – organisieren.

Vor Beginn machte sich grosse Skepsis über die angeblich unrealistische Zielvorgabe von nur vier Stunden Zeit für den Mauerabriss breit. Die Planung schritt trotzdem voran. Am Tag des Events fand sich das Team voll ausgerüstet mit Bauhelmen, Arbeitshandschuhen, Vorschlaghammer und Wagen für den Transport des Abbruchmaterials am Abbruchobjekt ein. Für das Protokoll wurde eine Kamera aufgestellt, welche das Geschehen festhielt.

Erfahren Sie im dritten Teil meines Beitrages, wie der Mauerabriss Lean-Werte ins Team brachte.

Themen: Unternehmensführung, HR und Leadership

Autor: Thomas Toth

Datum: 11. Dezember 2017

Schlagworte: Unternehmensstrategie, Organisation

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