Unternehmensführung

Lean dank Mauer-Abriss - Teil 1/3 [Masterarbeit]

06. Dezember 2017

Das Zerstören einer Mauer gibt der Entwicklung der Organisationskultur ungeahnten Schub. In meiner Masterarbeit testete ich ein eigens aufgestelltes, theoretisches Modell für die Entwicklung der Organisationskultur einer Produktionsabteilung. Die Arbeit mit dem Titel „Lean Culture Development. Kontinuierliche Optimierung der Abteilungskultur F1 der Arnold Magnetic Technologies AG als strategische Fähigkeit“ erstellte ich im Rahmen meines Studiums zum Executive MBA (FH) an der Kalaidos FH.

Mauersteine

Der Abriss einer Mauer im Unternehmen war ein eindrückliches Element für die Entwicklung einer neuen Organisationskultur (Bild: Thomas Toth)

Die Idee war, mit einem iterativen Prozess – wie bei Lean Startup – die bestehende Organisationskultur zu optimieren. Zunächst brachte eine umfangreiche Werteanalyse Einsicht in die nur schwer zu erfassende Organisationskultur. Aufgrund dieser Erkenntnisse wurden verschiedene darauf aufbauende Workshops durchgeführt, die eine Veränderung des erwünschten Verhaltens in Richtung Leitwert "kontinuierliche Verbesserung" anstrebten.

Nun fragt man sich: Warum ist eine Organisationskulturentwicklung für eine Produktionsabteilung wichtig? Nach eingehender Literaturrecherche im Themenbereich Lean Management und Motivationspsychologie, kam ich zum Schluss, dass das kollektive Lernen und die Anpassung an die Umwelt der Schlüssel zu einem nachhaltigen und überdurchschnittlichen Erfolg sind. Dies gilt natürlich für alle Organisationen und auch die Firma Arnold Magnetic Technologies (AMT). Wenn es also gelingt, die Organisationskultur aktiv zu entwickeln und gleichzeitig die Organisationsstruktur den Umweltbedingungen anzupassen, dann sollten die erwünschten guten Resultate erreicht werden.

Für die AMT war der Faktor Kostendruck der wichtigste Grund zur Entwicklung. Der Kostendruck des Produktionsstandortes Schweiz steigerte die Veränderungsnotwendigkeit und stellte auch zugleich eine der Hauptursachen für negative Einflüsse auf die bestehende Kultur dar. Sparmassnahmen schränkten die Handlungsfähigkeit für umfangreiche Verbesserungen der Performance ein. Aus diesem Grund musste ein Weg gefunden werden, wie sich die Situation ohne grossen Kapitalaufwand verbessern lässt. Eine vorhandene Veränderungsnotwendigkeit war für die Kulturentwicklung wichtig. Nur dadurch liess sich die bestehende Kultur auftauen (unfreeze), um anschliessend eine Verhaltensveränderung etablieren zu können.

Im zweiten Teil meines Blogposts beschreibe ich, wie mein Modell zur Entwicklung der Lean-Organisationskultur entstand und im dritten, warum das Einreissen einer Mauer den Lean-Gedanken förderte.

Themen: Unternehmensführung, HR und Leadership

Autor: Thomas Toth

Datum: 06. Dezember 2017

Schlagworte: Unternehmensstrategie, Organisation

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