Accounting und Controlling

Anpassung bei der Kostenrechnung

27. September 2017

Die Kosten- und Leistungsrechnung mit SOPs (Standards of Performance) stellt einen Controller Lösungsansatz bei der digitalen Transformation dar. Den Handlungsbedarf für den Controller durch die digitale Transformation haben wir bereits in einem Post "Digitalisierung im Controlling" aufgezeigt.

Agile Organisation vs. traditionelle Kostenrechnung

"Die agile Organisation passt nicht mehr zur traditionellen Kostenrechnung, da sich die firmenzentrierte Sicht in Richtung einer netzwerkzentrierten Sicht verschiebt" (Zitat von Prof. Sybille Sachs) 1). Im Fachartikel "Auswirkungen der Digitalisierung auf die Unternehmenssteuerung" 2) werden in 10 Thesen die Veränderungen auf die Unternehmenssteuerung beschrieben. Zu den Auswirkungen auf die Kostenrechnung gibt es jedoch keine Hinweise.

Ein Lösungsansatz: Kosten- und Leistungsrechnung mit SOPs

SOPs sind Leistungs-Messgrössen und drücken die Produktivität der Prozesse aus. Die folgende Abbildung zeigt schematisch die Funktionsweise dieser Prozesskostensätze.

Ein Lösungsansatz: Kosten- und Leistungsrechnung mit SOPs  

Praxisprobleme 

In der Praxis ist die Prozesskostenrechnung meist daran gescheitert, die Ist-Prozesskosten zu ermitteln. Beim aufgezeigten Ansatz werden die Kostensätze aufgrund von Benchmarks oder von Marktpreisen eingesetzt. Bei grösseren Deckungsdifferenzen werden die Abweichungsursachen analytisch erhoben. Dabei sollte das Augenmerk eher auf Prozessoptimierungen statt auf grössere Detailgenauigkeit bei der Kostenerhebung gelegt werden.

Grundproblematik 

Die Grundproblematik bleibt jedoch bestehen, dass fixe Strukturkosten über die Kostensätze variablisiert werden. Sie wird durch die digitale Transformation oft sogar noch verstärkt nämlich, dass durch die Automatisierung immer mehr Fixkosten entstehen und die variablen Kosten eher abnehmen. Bei der Auslagerung von Prozessen an externe Service Center wird diese Herausforderung einfach an den Service Betreiber ausgelagert.

Fazit

Ein angepasstes Preisschema kann dieses Dilemma bei Volumenschwankungen mindern, indem ein Fixpreis pro Zeiteinheit vereinbart wird in Kombination mit einem leistungsabhängigen Prozess-Preis.

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Literaturhinweise:

1) Sybille Sachs, Edwin Rühli, Stakeholders Matter: A New Paradigm For Strategy In Society; Cambridge University Press (2014), ISBN-10: 1107624630

2) Aus: Horváth/Michel (Hrsg.), Controlling im digitalen Zeitalter, Schäffer-Poeschel Verlag (2015), ISBN: 978-3-7910-3482-9  

Thema: Accounting und Controlling

Autor: Heinz Steiner

Datum: 27. September 2017

Schlagworte: Digitalisierung, Controlling, Kostenrechnung

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