Unternehmensführung

Scheitern fängt mit Ausnahmen an

14. August 2017

Am Sonntag steht ein wichtiges Basketballspiel seiner Mannschaft an: Doch Clayton M. Christensen will nicht mitspielen – seine Religiosität verbietet ihm Sport am Sonntag. Jahrzehnte später, als weltbekannter Wirtschaftswissenschaftler, lässt Christensen diese Entscheidung seiner vergangenen Studienzeit in Oxford nochmal Revue passieren – und ist sehr zufrieden damit.

Grafik eines unpassenden Rädchens im Getriebe

Ausnahmen können strategische Zielsetzungen ganz einfach gefährden (Symbolbild)

Im seinem neuen Buch „How will you measure your life“ befasst sich Christensen zusammen mit den Co-Autoren James Allworth und Karen Dillon mit den Ursachen für geschäftlichen und privaten Erfolg (oder Zufriedenheit im Leben). Ein Rezensent auf forbes.com erfasst es ganz klar: „Der Weg zur Hölle (und zum geschäftlichen Misserfolg) ist mit mildernden Umständen für Ausnahmen gepflastert“, schreibt er. Warum schaffen es viele Menschen nicht, das eigene Leben „glücklich“ auszurichten? Glaubt man Christensen, sind es kleine taktische Entscheidungen, die am Ende das Strategieziel bedrohen.

Zur Illustration blickt Christensen auf die Abschlusskollegen seiner MBA-Klasse von 1979. Nach 15 und 20 Jahren war eine ganze Reihe davon beruflich recht erfolgreich, privat aber weniger. Viele waren geschieden, die Kinder lebten weit weg. „Das hat garantiert keiner von ihnen geplant“, sagt Christensen in einem Videointerview dazu. Dennoch haben diese Personen irgendwann eine Strategie in ihrem Leben implementiert, die ein ungewünschtes Ergebnis lieferte. Somit ist eine Risikoabschätzung nicht nur beim IT-Outsourcing nach Asien sinnvoll, sondern auch, wenn man die Erziehung seiner Kinder Drittpersonen überlässt, will man keine überraschend negativen Ergebnisse erzielen.

Clayton M. Christensen hat seinen Weltruf mit der Theorie der disruptiven Innovation begründet, die wir hier erläutern.

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Zu diesem Text:

Dieser Text ist ein Beitrag der Kalaidos Fachhochschule zum Swiss Economic Forum 2017, welches Anfang Juni in Interlaken stattfand. Die Kalaidos Fachhochschule liefert regelmässig Content mit aktuellem Fachwissen rund um die Hauptthemen und Referentinnen des Forums für die App des Swiss Economic Forums. Die Kalaidos Fachhochschule ist Netzwerkpartnerin des Swiss Economic Forums, der Organisation hinter der führenden Wirtschaftskonferenz der Schweiz.

Thema: Unternehmensführung

Autor: Alexander Saheb

Datum: 14. August 2017

Schlagworte: Unternehmensstrategie, Risikomanagement

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