Banking und Finance

Resilienz in Schweizer Banken [Studie]

05. Juli 2017

Verfügen Schweizer Banken über ausreichende Widerstandskraft und Agilität um künftige Veränderungen zu meistern? Das war die Ausgangsfrage unserer Studie „Resilienz im Banking“. Dazu führten wir eine Umfrage unter Mitarbeitenden aus allen Bereichen und Führungsstufen des Schweizerischen Bankwesens durch. Für die Auswertung nutzten wir das „Benchmark Resilience Tool“ welches von Resilient Organisations in Neuseeland entwickelt wurde.

Resilienzwerte für Schweizer Banken

Der Resilienz-Gesamtwert setzt sich aus verschiedenen Einflussfaktoren zusammen, die unterschiedlich stark ausgeprägt sind. (Grafik auis der Studie "Resilienz im Banking")

Wie sich zeigte, weisen die Schweizer Banken einen ausreichenden Resilienzwert von insgesamt 70 Prozent auf. Auf der bis 100 reichenden Skala beginnt die „gute“ Bewertung ab 73 Prozent und reicht bis 80 Prozent. Allgemein geniesst das Management hohes Vertrauen, sowohl für seine Führung wie auch das Krisenmanagement. Auch für das Engagement und den Teamgeist der Mitarbeitenden ergaben sich erfreulich hohe Werte. Lücken bestehen hingegen im Bereich der Geschäftskontinuitäts-, Notfall- und Krisenpläne. Auch bei möglichen Kollaborationen in Krisenfällen besteht Optimierungspotenzial. Die einzelnen Dimensionen der Umfrage (Leadership und Kultur, Netzwerke und Beziehungen, Change Readiness), die in den ermittelten Resilienzwert einfliessen, werde ich in weiteren Blogposts separat behandeln.

Massnahmen für höhere Resilienzwerte

Unsere Studie ermittelte eine Reihe von möglichen Massnahmen, mit denen die Banken ihren Resilienzwert indessen noch weiter steigern könnten. Dazu gehört die folgende, nicht abschliessende Auswahl:

1. Die Lösung von Problemen darf nicht an restriktiven Ressourcenzuweisung scheitern oder verzögert werden.
2. Alle Mitarbeitenden müssen ihr korrektes und individuelles Vorgehen für den Fall einer Krise in angemessener Regelmässigkeit üben, damit sie im Ernstfall das Richtige rasch umsetzen können.
3. Prioritäten im Krisenfall müssen den Mitarbeitenden bekannt sein. Dies erfordert eine wiederkehrende Überprüfung der Geschäftsprozesse sowie Mitarbeiterschulungen.
4. Entscheidungen im Krisenfall sollen von den fachlich geeignetsten Experten möglichst unabhängig von den hierarchischen Positionen getroffen werden.
5. Mitarbeitende sollen ermutigt und belohnt werden, wenn sie „outside the box“ denken.

Insgesamt jedoch lässt sich ein erfreuliches Fazit für die bisher in den Banken erbrachten Leistungen und die Stärke der bestehenden Organisationstruktur ziehen, auch und vor allem mit Blick auf die derzeit zentralen Herausforderungen durch Digitalisierung und branchenfremde Wettbewerber.

Welche Risikoszenarien in Banken als besonders relevant betrachtet werden, erfahren Sie in diesem Blogpost.

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Das Schweizerische Institut für Finanzausbildung hat im Rahmen sener Veranstaltungsreihe "INSIGHT Bankentransformation" im Februar 2017 eine Konferenz unter dem Thema „Resilienz in Schweizer Banken“ durchgeführt. Exponenten der Obwaldner Kantonalbank und von Daimler Finance gaben spannende Einblicke in ihre Finanzunternehmen. Lesen Sie unseren ausführlichen Bericht hier.

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